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SIGNUM REGIS: Interview mit Ronnie König

11.01.2009 | 14:31

Mastermind Ronnie König gibt unter anderem Auskünfte zu seiner Vorliebe für klassische Sounds, zur religiösen Ausrichtung seiner Bands und zur jüngeren Geschichte seiner slowakischen Heimat.

Ronnie König ist der Bassist der slowakischen True-Metal-Band VINDEX, der aus seiner Vorliebe für neoklassische Sounds ebenso wenig einen Hehl macht wie daraus, dass er ein gläubiger Katholik ist. Beide Elemente zeichneten schon VINDEX aus und gerade die Neoklassik prägt nun auch SIGNUM REGIS, sein zweites musikalisches Standbein, das er zusammen mit seinen VINDEX-Kameraden und einem schwedischen Sänger betreibt, der Freunden des neoklassischen Melodic Metals auf jeden Fall von seiner Zusammenarbeit mit Szeneikone Yngwie Malmsteen bekannt sein dürfte: Göran Edman. Ronnie gibt ausführlich Auskunft über seine klassischen Neigungen, über die religiösen Bezüge seiner Musik und am Rande auch über politische Themen. Doch lest selbst!

Rüdiger:
Seit der Veröffentlichung des SIGNUM REGIS-Albums sind inzwischen einige Monate vergangen. Wie sind die bisherigen Reaktionen der Medien und die Reaktionen der VINDEX-Fans?

Ronnie:
So weit ich gelesen habe, ist es überhaupt nicht schlecht. In manchen Reviews haben wir die volle Punktzahl gehabt. Durchschnittlich waren es aber ungefähr 70% und das find ich ganz gut, wenn man damit rechnet, dass es manchmal Leute schreiben, die grundsätzlich Melodic Metal nicht besonders gern haben. Die VINDEX-Fans waren auch zufrieden. Einige Fans machen sich ein bisschen Sorgen, ob die Aktivitäten von SIGNUM REGIS nicht VINDEX auf die Nebenstrecke bringen, aber ich denke momentan ist es sicher nicht so.

Rüdiger:
Es war ja bisher ein Markenzeichen von VINDEX, dass der raue, traditionelle Heavy Metal mit den neoklassischen Einflüssen verbunden wurde, was doch eine eher ungewöhnliche Mischung ergab. Nun habt ihr das neoklassische Element mit SIGNUM REGIS sehr intensiv ausgelebt. Heißt das, dass die neoklassischen Einflüsse beim kommenden VINDEX-Album zurück gehen werden?

Ronnie:
Es werden noch immer neoklassische Elemente auch bei VINDEX erhalten bleiben, aber sicher nicht so oft wie bei SIGNUM REGIS.

Rüdiger:
Hast du keine Sorge, dass VINDEX dann das Element abhanden kommen könnte, das die Band bisher von artverwandten Bands wie GRAVE DIGGER oder U.D.O. abgehoben hat, und wie werdet ihr in Zukunft dafür sorgen, dass VINDEX ein eigenes Gesicht behält?

Ronnie:
Man muss bedenken, dass wir auf den ersten zwei CDs noch nicht so 100% eindeutig unsere Richtung definiert haben, wie AC/DC zum Beispiel. Oder besser gesagt, die Richtung schon, aber da haben wir verschiedene Songs gehabt, von Heavy über Neoklassik bis Hard Rock. Nach zwei solchen Alben haben wir viel Raum, um unser Potenzial mit eigenem Gesicht weiter zu entwickeln und mit dem aktuellen Line-up am besten auszunutzen.
Jetzt werden wir uns einfach mit VINDEX mehr auf die Heavy-Songs konzentrieren, weil ich denke, dass unser Sänger Ludek da am besten klingt. Es wird aber sicher kein Streben, wie GRAVE DIGGER oder U.D.O. zu klingen. Diese Bands mag ich sehr, besonders GRAVE DIGGER. Und nicht nur das; ich bin momentan der Webmaster von deren Webseite und kommuniziere sehr oft mit Chris und Manni.
Aber, ich will nicht und werde nicht kopieren. Ein Original zu sein ist besser. Wenn die neoklassischen Elemente manchen VINDEX-Fans fehlen sollten: Für sie haben wir SIGNUM REGIS gegründet. SIGNUM REGIS und VINDEX sind zwei verschiedene Bands, aber bis auf den Sänger die gleichen Musiker. Theoretisch ist es aber möglich, dass die Fans keinen großen Unterschied hören werden, aber das ist nur, wie ich es sehe.

Rüdiger:
Zurück zu SIGNUM REGIS: Auf eurem Debütalbum erklingt die wunderbare Stimme von Göran Edman. Wie seid ihr mit Göran in Kontakt gekommen und wie war die Zusammenarbeit.

Ronnie:
Damals, als wir SIGNUM REGIS formiert haben, habe ich überlegt, wer zu uns passen würde. Ehrlich gesagt, ich kenne niemanden hier in meiner Umgebung, der zu SIGNUM REGIS passen würde. Deswegen haben wir im Ausland gesucht. Die Stimme von Göran kenne ich schon lange und für mich ist er eine lebende Legende. Auf der gleichen Ebene wie Rob Halford oder Ronnie James Dio. Ich wusste, dass er offen für die Zusammenarbeit mit verschiedenen Musikern aus verschiedenen Musikstilen ist. Deswegen habe ich ihm eine E-Mail geschrieben und gleich ein paar Demos eingefügt. Gott sei Dank haben ihm die Demos gefallen! Ich habe ihm 'Neverland', 'Follow The Light' und 'Bright Days Of Glory' geschickt. Die Zusammenarbeit war ein Highlight meiner Musikkarriere. Sehr professionell, pünktlich, seriös, präzis, netter Kontakt.

Rüdiger:
Aus dem Booklet kann ich entnehmen, dass Göran seine Vocals in Schweden aufgenommen hat, während die Instrumente in der Slowakei und in Österreich eingespielt wurden. Hast du Göran in Schweden besucht, oder ging das alles mit den Mitteln der modernen Kommunikation?

Ronnie:
Alles war modern gemacht! Wir haben die Files über FTP ausgetauscht und viel durch E-Mails kommuniziert.

Rüdiger:
Göran hat einige Gesangslinien zu deinen Stücken und Tommys Texten selbst geschrieben und ich finde, dass die hervorragend zu den Kompositionen passen. Hier macht sich Görans jahrelange Erfahrung mit stilistisch vergleichbaren Künstlern bemerkbar, oder?

Ronnie:
In allen Songs habe ich die Gesangslinien vorbereitet, aber in mehreren Songs hat er die Melodie komplett neu gemacht. Ich war manchmal wirklich erschrocken, wie man mit einem fertigen Song und dazu passenden fertigen Texten noch so viel arbeiten kann. Es sind sicher große Erfahrungen, aber vor allem eine starke Fähigkeit zu improvisieren. Die hat er sicher dadurch entwickelt, dass er wirklich sehr viele Arten von Musik gemacht hat.

Rüdiger:
Kommen wir zum Bandnamen: SIGNUM REGIS - das Zeichen des Königs. Ist das eine Anspielung auf deinen Familiennamen oder auf den König der Könige, dem du in all deinen Alben zuforderst dankst, und der auch die Texte vieler Stücke beeinflusst? Oder auf beides?

Ronnie:
Es ist eine Anspielung auf meinen Familiennamen. Noch wichtiger ist aber für mich, dass der Name gut klingt und dass es keine anderen Bands mit diesem Namen gibt. Übrigens, der Name ist dem Tommy eingefallen.

Rüdiger:
Wie wichtig ist dir die christliche Botschaft der Texte und wie empfindest du die in der Metalszene weit verbreitete atheistische bis antichristliche Haltung vieler Bands und Fans? Geht es dir in erster Linie darum, deine Gefühle zu teilen, oder darum eine Botschaft zu verkünden?

Ronnie:
Mir persönlich geht es vor allem darum, dass die Musik gut ist. Ich meine, die Botschaft und die Texte sind schon wichtig, aber wir müssen nicht in jedem Text religiöse Themen haben. Es könnten ganz klassische Themen sein. Und vor allem wollen wir niemandem predigen, was er/sie machen muss. Ich persönlich habe noch keine schlechten Erfahrungen mit den atheistischen Fans. Ich habe auch nichts davon gehört, dass Rob Rock oder andere Christian-Metal-Musiker irgendwelche Probleme haben, wenn sie auf den großen Festivals spielen, wo das Publikum gemischt ist.

Rüdiger:
Das stimmt auch wieder. Die feindlich Propaganda kommt doch vor allem aus einer speziellen Ecke und ist nicht unbedingt omnipräsent. Wäre es in dem Zusammenhang für dich vorstellbar mit einer okkultistischen Band wie etwa MERCYFUL FATE oder VENOM die Bühne zu teilen?

Ronnie:
Ich würde gerne für so ein Publikum spielen, das solche okkultistischen Bands hört. Es wäre eine gute Gelegenheit zu zeigen, dass auch die Katholiken Heavy Metal spielen können.

Rüdiger:
Daran gibt es keinen Zweifel. Doch nochmal zu den Texten: Den Großteil eurer Texte hat dein Bruder Tommy verfasst, der in der Band selbst ja nicht mitspielt. Welche Rolle spielt er darüber hinaus für VINDEX und SIGNUM REGIS?

Ronnie:
Er ist ein nicht spielendes Mitglied, sozusagen. Er hilft den Bands bei vielen Sachen. Nicht nur mit den Texten. Manchmal kommt er auch mit einem Gitarren-Riff oder einer Melodie. Er hilft uns bei der Promotion, macht Photos und solche Sachen.

Rüdiger:
Du kommst aus der Slowakei und arbeitest in Österreich, euer Sänger ist aus Schweden, euer Schlagzeuger (und VINDEX-Sänger) Ludek Struhar ist Tscheche, ihr habt mit dem weißrussischen Wahl-Deutschen Victor Smolski zusammen gearbeitet. Ich würde sagen, ihr seid echte Europäer. Die Slowakei ist seit fünf Jahren Mitglied der Europäischen Union. Wie siehst du den Prozess der europäischen Einigung?

Ronnie:
Ich bin sehr froh, dass die Slowakei nicht mehr unter dem russischen Einfluss ist. Dank dem Kommunismus, der aus Moskau diktiert wurde, haben wir extrem viel verloren. In der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts war die Tschechoslowakei ein hochentwickelter, moderner Staat. Der Kommunismus hat die Wirtschaft total ruiniert, die Leute haben sich geändert, weil sie unter der Diktatur waren. Das Verbrechen, das hier begangen wurde, hat kein gutes Licht auf uns geworfen. Ich muss sagen, dass ich nicht sehr stolz war, wenn ich im Ausland sagen musste, wo ich her bin. Jetzt ist es langsam besser, aber es gibt noch viel zu verbessern. Es gibt noch viele aktive Politiker, die früher für die Geheimdienste gearbeitet haben. Leider...
Ich finde es gut, richtig und notwendig, dass sich die europäischen Länder einigen. Die Einwohner der Länder, die jetzt in der EU sind, haben mehr oder weniger die gleiche Mentalität und Kultur. Ich persönlich würde es noch weiter bringen. Ich würde nichts dagegen haben, wenn da nur eine Amtsprache wäre. Egal ob es Deutsch oder Englisch wäre.

Rüdiger:
Da muss ich einhaken. Weil ich ein riesiger Fan von Sprachen allgemein und insbesondere der sprachlichen Vielfalt bin, sehe ich das ein bisschen anders. Ich finde es schön, wenn ich ins Ausland fahre und mich dort auch ein bisschen anstrengen muss, um alles mitzubekommen und zu verstehen. Ich finde es schön, dass wir in der EU die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede feiern und hoch halten können. Meinst du nicht, dass Europa einen Teil seiner wertvollen Vielfalt verlöre, wenn man überall nur noch Deutsch oder Englisch sprechen würde?

Ronnie:
Ich gebe dir Recht, dass es eine Schande wäre solche schöne alte Sprachen wie Italienisch zu verlieren. Anderseits, es gibt Sprachen wie Slowakisch, die wahrscheinlich niemanden außer den Slowaken interessieren. Außerdem ist sie grammatikalisch sehr kompliziert und nicht so reich wie Deutsch zum Beispiel. In solchen Fällen bin ich der Meinung, dass es für solche kleine Völker mehr bringen würde eine internationalere Sprache zu haben.

Rüdiger:
Hmm, okay. Als Bürger eines Landes, das sich nach dem Fall der Mauer vereinigt hat, würde mich auch sehr interessieren, wie du als Slowake die umgekehrte Entwicklung in deiner Heimat, also die Auflösung der CSFR und die Trennung von Tschechien wahrgenommen hast.

Ronnie:
Das war eine politische Entscheidung. Die Umfragen sagen ganz eindeutig, dass da kein wirkliches Problem zwischen den zwei Völkern war. Die Auflösung hat vielen Politikern Positionen verschafft, die sie ohne nie bekommen hätten. Es hat aber auch ein paar positive Sachen gebracht. Die Slowakei wurde früher immer als der schwächerer Teil von CSFR bezeichnet. Jetzt kann so was keiner mehr sagen, weil - obwohl die Voraussetzungen in der Slowakei schlechter waren - dank guter Reformen, die hier von 1998-2006 gemacht wurden, die Wirtschaft ungefähr so stark und gesund geworden ist wie die in Tschechien. Also es war gut für das Selbstbewusstsein. Übrigens ist die Slowakei das erste Land der Vysegrad-Gruppe, das den Euro eingeführt hat.

Rüdiger:
Wie war die Zeit der kommunistischen Diktatur für gläubige Katholiken? War es sehr schwierig, den Glauben zu leben?

Ronnie:
Es war schwierig. Offiziell war es nicht ganz untersagt, aber es hat den Christen viele Probleme bereitet. Sie konnten nicht Karriere machen, sie wurden als Suspekte behandelt. Manche Priester und Christen sind in Lagern gestorben. Für mich ist Kommunismus die schlechteste Ideologie der Welt. Es ist ein großer Fehler, dass die kommunistischen Parteien in Europa nicht untersagt sind. Meine Familie hat in den kommunistischen Zeiten sehr gelitten.

Rüdiger:
Wie sieht es eigentlich mit dem anderen politischen Extrem aus? In Deutschland haben wir oft eine sehr hitzige Links-Rechts-Debatte. Nicht zuletzt wegen der Vergangenheit mit den Diktaturen der NSDAP im Dritten Reich und der SED in der DDR. Die Slowakei war in den Jahren 1939 bis 1945 unter Jozef Tiso mit Hitler verbündet. Habt ihr noch oder wieder ein Problem mit Rechtsradikalen und Nationalisten in der Slowakei, oder treten solche Extremisten weniger in Erscheinung?

Ronnie:
Es ist gerade eine nationalistische Partei in der Regierung. Ich bin nicht ganz sicher, ob man diese Partei ernst nehmen kann. Der Spitzenkandidat ist ein Alkoholiker, der sehr viel spricht. Meistens sind es populistische und schwachsinnige Redereien. Traurig ist, dass er zehn Prozent der Wählerstimmen hat. In Ungarn sind auch solche Politiker und dadurch haben sich die Beziehungen
zwischen Ungarn und der Slowakei in der letzten Zeit verschlechtert. Leider.
In der Slowakei sind auch Skinheads. Ich bin mir nicht sicher, ob mehr oder weniger als in anderen Ländern. Meiner Meinung nach haben die Skinheads in der Slowakei aber überhaupt keine Philosophie. Sie sind meistens vor allem extrem primitiv und genauso extrem aggressiv. Wenn sie genug Promille Alkohol im Blut haben, dann gehen sie einfach jemanden schlagen. Jeder kann das Opfer sein, egal, ob es ein Ausländer ist oder nicht.
Mir persönlich gefällt die Bezeichnung "Rechtsradikale" nicht. Ich habe an der Wirtschaftsuniversität studiert und in der Ökonomischen Theorie hat rechts und links etwas ganz anderes bedeutet. Rechts - das ist eine starke Marktwirschaft, niedrige Besteuerung und so weiter. Links - starke Position des Staates in der Wirtschaft. Da war kein Wort, ob die Rechten etwas gegen Ausländer haben oder nicht.

Rüdiger:
Zurück zur Musik. Die klassischen und neoklassischen Leadmelodien sind sehr präsent und machen den Sound von SIGNUM REGIS aus. Inspiriert bist du laut Booklet von Mozart und Bach. Gibt es weitere klassische Musiker, die deine Kompositionsweise beeinflusst haben und beeinflussen?

Ronnie:
Der Hinweis auf Bach und Mozart deutet auf mehr hin als auf Inspiration. Auf der CD sind drei Stellen, wo wir ganz konkrete Teile klassischer Musik benutzt haben. Bei 'Neverland' ist der mittlere Teil im Solo von Bach, bei 'Rain' stammen die ersten Takte des Refrains von Bach, und bei 'Sirens Roar' stammt das Solo aus Mozarts 'Ala Turca'. Ich bin kein wirklicher Experte für die klassische Musik, aber ich mag die Werke von Bach, Händel, Albinoni, Vivaldi, Paganini.

Rüdiger:
Hast du eine klassische Musikausbildung oder bist du Autodidakt?

Ronnie:
Ich bin ein Autodidakt. Die Musiktheorie finde ich sehr interessant und ich lerne sie noch immer.

Rüdiger:
Warum ist das Instrument deiner Wahl der Bass? Es gibt zwar großartige Ausnahmen wie Steve Harris oder Joey DeMaio, aber meist sind doch die Gitarristen die aktiveren Songwriter.

Ronnie:
Ich habe mit Musik ziemlich spät angefangen. Ich war sechzehn Jahre alt, und ich habe gedacht, dass es zu spät ist, um die Gitarre zu lernen und ein Virtuose zu werden. Jetzt denke ich, dass es nicht zu spät war. Es geht nur darum, wie viel man übt. Also ich habe gedacht, dass der Bass nicht so kompliziert ist und dass ich noch immer ein guter Bassist werden konnte.
Mit dem Songwriting habe ich so angefangen, dass ich immer die Noten/Tabs für Bassgitarre gesammelt habe. Eines Tages habe ich aber herausgefunden, dass MIDI-Files existieren. Das war für mich ein Wunder. Man konnte einen Rock-Song nicht nur hören, sondern auch in Noten sehen. Dadurch habe ich gelernt wie die Instrumente zusammen funktionieren und der nächste logische Schritt war es, eigene MIDIs zu schreiben. Die ersten zwei Songs waren schlecht, der dritte Song wurde schon veröffentlicht: 'Steeds Of Flame' von VINDEX. Bis jetzt habe ich ungefähr 50-80 Songs geschrieben.

Rüdiger:
Wenn wir grad bei Bassisten sind: Wie findest du eigentlich Joey DeMaios Interpretationen von klassischen Stücken wie "Sting Of The Bumblebee", "William's Tale" etc.? Der gute Mann ist ja gerade unter seinen Bass-Kollegen nicht ganz unumstritten.

Ronnie:
Ich habe speziell wegen dieses Interviews diese zwei Songs in der Interpretation von Joey DeMaio auf YouTube gesucht und durchgehört. Er hat schnelle Hände, das ist klar. Es gefällt mir, dass nicht alle Bassisten nur die ersten zwei Saiten benutzen. Es ist aber sehr schwer für mich irgendwie zu werten, wie er eigentlich spielt, weil:
1. Auf der CD, die ich kenne ("Gods Of War") spielt er ganz klassische Bass-Linien und keine Virtuoso-Sachen.
2. Auf dem YouTube-Video hat er sehr schnell gespielt, aber er hat so viel Distortion gehabt, dass ich nicht beurteilen konnte wie er eigentlich spielt. Damit will ich aber nicht sagen, dass er nicht spielen kann. Ich kenne ihn einfach zu wenig, um etwas zu sagen.

Rüdiger:
Tommy hat mir erzählt, dass als nächstes wieder ein VINDEX-Album ansteht. Wie weit ist die Arbeit fortgeschritten, und was erwartet uns?

Ronnie:
Für die CD haben wir dreizehn Songs aufgenommen. Sie sind schon gemischt, aber es fehlen noch Vocals in mehreren Songs. Es gibt mehrere Up-Tempo-Songs, mit schreddernden Gitarren. Der Sound soll viel besser sein, als auf den älteren CDs. Wir bemühen uns wirklich sehr heftig, damit es das Beste wird, was wir bis jetzt gemacht haben und damit es uns in eine höhere Liga bringt. Diesmal haben wir haben zu ersten Mal auch eine Coverversion aufgenommen. Es ist von der bekanntesten Band, die alle Metalfans kennen - 'No Remorse' von METALLICA. Der Lieblingssong unseres Gitarristen. Meiner Meinung nach klingt es noch heavier als das Original.

Rüdiger:
Heavier als das Original? Klingt spannend. Wie stehst du eigentlich zum neuen Album von METALLICA und zu dessen Vorgänger "St. Anger"?

Ronnie:
"St. Anger" habe ich nie gehört, aber laut dem was ich gelesen habe, muss ich
es nicht hören. Das neue Album find ich gut. Es ist wieder METAL, mehrere Songs sind sehr gut. Schade ist, dass der Sound so schelcht ist. Ich habe die Guitar-Hero-Remixes gehört und die klingen besser. Ich finde diese Philosophie, den Sound absichtlich zu verschlechtern, um irgendwelche künstlichen Zwecke zu erreichen, ziemlich pervers. Ich hoffe, dass sie bald ein Remix machen werden.

Rüdiger:
Wen würdest du außer METALLICA auch noch gerne covern?

Ronnie:
Bei der Wahl, was wir letztlich covern werden, haben wir intern eine Umfrage gemacht. Ich habe dort diese Songs vorgeschlagen: MEGADETH 'Wake Up Dead', MD45 'No Pain', BLACK SABBATH 'Master Of Insanity', JUDAS PRIEST 'When The Night Comes Down' und noch DIO 'Stand Up And Shout'. Ich war aber mit meinen Vorschlägen nicht erfolgreich. (lacht) Es gibt aber natürlich Hunderte geile
Metal-Songs, aus denen man wählen kann. Das ist klar.

Rüdiger:
Welche Plattenfirma ist eigentlich nach Steelheart und Street Productions nun verantwortlich für den Vertrieb?

Ronnie:
Das mit der Plattenfirma ist noch offen.

Rüdiger:
Wird es auch weitere Alben von SIGNUM REGIS geben und wenn ja, wollt ihr erneut mit Göran Edman zusammenarbeiten?

Ronnie:
Ich habe siebzehn neue Songs für Signum Regis II geschrieben. Wir müssen noch die besten zehn bis zwölf Songs wählen. Grundsätzlich könnten wir schon bald mit der Aufnahme anfangen. Die offene Frage ist, ob unsere Labels noch das Interesse haben werden, das zweite Album zu veröffentlichen. Momentan kenne ich die Verkaufszahlen nicht, aber wenn sie genauso gut werden wie das Feedback, dann brauchen wir keine Sorgen haben. Im Frühjahr sollte alles klar sein. Die zweite CD wird sicher wieder mit Göran.

Rüdiger:
Gut, das war's auch schon. Ich wünsche dir viel Glück mit beiden Bands und hoffe, dass wir bald wieder von einander hören.

Redakteur:
Rüdiger Stehle

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