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SODOM: Interview mit Onkel Tom

01.01.1970 | 01:00

Sven:
Ihr seid jetzt schon länger auf Tour. Heute war die vorletzte Station. Wie waren Deine Eindrücke.

Onkel Tom:
Der Zuschauerschnitt wird sich wohl bei 600 einpendeln. Damit kann man schon zufrieden sein. Die Vorgruppen Goddess of Desire und Tankard sind sehr gut. Es ist für jeden was dabei. Ich bin zufrieden. Morgen haben wir noch ein Heimspiel.

Sven:
Ist auf der Tour irgendwas verrücktes passiert?

Onkel Tom:
Neee, was soll in einer Woche schon groß passieren. Früher als wir 4 Wochen auf Tour waren, da gab es mehr zu erzählen. Ich hoffe mal daß heute auch nichts passiert, es soll ja Glatteis geben. Wir machen halt jeden Abend Party, so bis 6, 7 wird gesoffen.

Sven:
Ihr macht nun seit 20 Jahren Trash der feinsten Sorte und seid der Linie treu geblieben.

Onkel Tom:
Wir haben eine eingeschworene Fangemeinde und die wollen und dürfen wir nicht verlieren. Wir wollen ja auch Fans dazugewinnen. Ich lebe ja von der Musik und bin froh daß Sodom immer noch so gut angesagt ist. Außerdem sehe ich das alles sowieso nicht so ernst. Ich will keine ernste Musik wie Gothic machen. Ich will Unterhaltungsmusik machen. Und wir versuchen einfach gute Stücke zu machen weil wir ja auch selber Trash Fans sind. Ich dulde was Sodom angehet auch keine andere Musik. Andere Stile mache ich mit Onkel Tom oder Desperados

Sven:
Habt ihr schon ein neues Album nach Code Red geplant?

Onkel Tom:
Nächstes Jahr haben wir mit Sodom 20 jähriges Jubliäum. Ich weiß noch nicht wie weit wir da was machen. Aber wir werden wie jedes Jahr ein neues Album rausbringen. Ausserdem mache ich nächstes Jahr eine neue Onkel Tom Scheibe. Bei der "Onkel Tom" waren zu viele schlappe Nummern drauf, das neue soll so in die Richtung "Ein schöner Tag" gehen, es soll so ein richtiges Hardcore Punk Party Album mit deutschen Sauftextenwerden. Es wird noch so ca. 5 Coverversionen geben, es soll so eine richtige Partymucke geben, wie Tankard oder Dimple Minds. Vielleicht machen wir ja auch in Wacken ein Livealbum. Wacken war genial. Das Publikum war phenomenal. Das würde ich gerne rausbringen.

Sven:
In Wacken war nur die Security ziemlich übel.

Onkel Tom:
Das wird dieses Jahr in Wacken nicht mehr passieren. Sonst spiel ich da nicht mehr. Diese Onkelz Security war echt Scheiße. Die wollten mir sogar an die Wäsche weil ich die Leute auf die Bühne lasse. Da hab ich zu denen gesagt: Ihr habt doch in Wacken angefangen. Die Leute wollen doch was von uns Musikern haben. Da stand der dann mit seiner Mag Lite und drohte mir auf die Fresse zu hauen. Unter solchen Voraussetzugen spiel ich da nicht mehr. Einen haben sie mit der Mag Lite auf den Schädel gehauen, der hat dann geblutet. Eigentlich hätte ich die Show abbrechen müssen.

Sven:
Wenn man sich euere Texte anhört, da schimmert immer wieder das Gute durch. Nicht so das abgrundtief böse was der Name Sodom ausdrückt.

Onkel Tom:
Nein, viele vermuten ja auch die Texte seien ein Spiegelbild von mir selbst. Man muss einfach gute Texte schreiben. Ich bin mit Sicherheit einer der der besten Songwriter in Deutschland. Wir mir von allen Seiten gesagt. Ich steh aber nicht voll dahinter. Und wenn dann schreibe ich dagegen, egal ob Krieg, Mord und Kinderschänderei. Ichkann ja leider nichts dagegen machen, aber ich kann dagegen Texte schreiben.

Sven:
Auf dem Tribute Album für Accept hast du "I´m a Rebel" gecovert

Onkel Tom:
Das war halt noch frei. Eigentlich hätte ich ja gerne "Fast as a Shark" gecovert. Aber "I´m a Rebel" ist auch ne klasse Nummer. Dabei sein ist alles. Ich bin ein großer Accept Fan und ich wollte da auch dabei sein. Schade war nur daß viele Bands die Songs nur nachgespielt haben und nicht interpretiert haben.

Sven:
Gefällt dir Black Metal

Onkel Tom:
Black Metal war früher Bathery und Venom oder Black Sabbath. Aber das nehm ich nicht so für voll.

Sven:
Siehst du eine Entwicklung bei euren Fans?

Onkel Tom:
Ja, sie sind älter geworden, und vielleicht auch toleranter gegenüber anderen Bands. Früher haben wir halt mehr Platten verkauft. Aber vielleicht kommt das ja wieder

Georg:
Mit dem Powermetal gehts ja nun wieder los, wie in den 80ern. Vielleicht zieht der Thrash in ein paar Jahren auch wieder nach.

Onkel Tom:
Aber wir sind die einzige Band die durchgemacht hat. Ich kenn zwar auch die Destruction Reunion. Aber wenn man so lange Pause gemacht hat und dann wieder zusammenkommt hat das komerzielle Gründe. Gute Freunde sind die nicht, ich kenn die ja auch, die hassen sich. Genauso Venom, die wollen 100.000 für ne Show und kommen dann ohne zu proben. Bei uns gab es zwar auch Besetzungswechsel, aber das ist ja keine Reunion.

Sven:
Wie war die Zusammenarbeit mit den anderen Bands auf der Tour. Sacred Steele passt da ja nicht so ganz rein.

Onkel Tom:
Sacred Steele war nur ein Local Act. Die sind nicht mit uns auf Tour. Nehmt es nicht persöhnlich, aber es ist halt nicht meine Mucke. Nur weil es alle gut finden muß ich es nicht auch gut finden. Nightwish z.B. finde ich auch nicht gut, es ist melodisch, es sind gute Musiker aber es ist kein Metal mehr. Meiner Meinung nach Muß der Metal wieder härter werden. In den 80ern, wenn ich an die Bands denke, die waren alle hart. So muß das weiterhin sein. Ich vermisse Bands die ihren Sound durchmachen. Dann würde ich mir auch wieder CDs kaufen.

Sven:
Wie war dein Eindruck vom heutigen Abend?

Onkel Tom:
Ludwigsburg war immer gut. Im Süddeutschen Raum ist es sicher schwieriger als im Osten. Aber es ging heute doch richtig ab. Der Veranstalter ist zufrieden, ich bin zufrieden. Die Tour ist gut gelaufen. Einen Schnitt mit 600/700 Leuten den schaffen nicht alle Bands.

Sven:
Kann man in Wacken mit einer Doppelshow von dir rechnen?

Onkel Tom:
Weiß ich noch nicht. Mit Onkel Tom werde ich dort sicher wieder auftreten und Full Force of Metal ist auch schon gebucht. Muss man mal sehen was da rauskommt, nachdem Wacken, Full Force und Bang Your Head nun zusammenarbeiten.

Sven:
Vielen Dank

Redakteur:
Sven Koellmann

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