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STAIRWAY: Interview mit Graeme Leslie

31.07.2006 | 12:02

Nun sind bereits vier Jahre verstrichen, seitdem ich das letzte Mal Graeme Leslie (Sänger und Gitarrist) von STAIRWAY befragt habe. Inzwischen ist die Band in Deutschland aufgetreten (danke METALFEST!), hat ihr Debütalbum "No Rest : No Mercy" wiederveröffentlicht und mit "The Other Side Of Midnight" soeben einen absoluten Kracher veröffentlicht. Wollen wir mal hören, was Graeme dazu zu sagen hat...


Stefan:
Hallo Graeme! Zunächst möchte ich dir noch einmal sagen, was ich unseren Lesern bereits mitgeteilt habe: Ihr habt soeben eine großartige CD veröffentlicht, für mich ist es eure beste bisher und ein Highlight des Jahres 2006! Meine Frage lautet, wie ist das geschehen, dass ihr 13 Jahre nach euerer ersten Veröffentlichung so ein starkes Werk präsentieren könnt? Habt ihr irgendetwas verändert bezüglich des Songwritings und habt ihr währenddessen gespürt, dass es ein Killer-Album werden würde?

Graeme:
Wow, 13 Jahre! Sieht so aus, als wäre schon einige Zeit verstrichen seit unserer ersten CD...
Mit "Bleeding Heart" (1999) und "On Hallowed Ground" (2002) wollten wir eine kleine Veränderung herbeiführen. Jetzt, mit der aktuellen Veröffentlichung, wollten wir wieder zu unseren Wurzeln zurückkehren, du weißt, zurück zu den "No Rest"-Tagen und eine CD schreiben, die puren Heavy Metal enthält - praktisch voll auf die Glocke!
Während den Aufnahmen fingen die Lieder tatsächlich zu leben an und irgendwie wussten wir die meiste Zeit auch, dass das Ganze sich – um deine Worte zu benutzen – zu einem Killer-Album entwickeln könnte!

Stefan:
Ich denke, auf "TOSOM" gibt es mehr Lead-Gitarren und Melodien als sonst. Liege ich da richtig und wie kam es dazu, oder was dies von vornherein geplant?

Graeme:
Yeah, da sind eine ganze Menge mehr Gitarren auf dieser CD. Ich dachte... ich wusste, dass ich diesmal Pete's Finger wirklich zum Glühen bringen würde, haha. Ich glaube nicht, dass er während den Aufnahmen immer wusste, wo seine ganzen kleinen Lead-Gitarren-Stücke letztendlich landen, oder ob sie alle zusammenpassen würden. Außerdem haben sie mir hin und wieder auch neue Einblicke gewährt, mich manchmal sogar etwas verdutzt, aber letztlich denke ich, dass alles gut zusammenpasst!

Stefan:
Du hast alle Stücke geschrieben, außer dem instrumentalen 'Cantabile'. Ich würde sagen, das komplette Songwriting auf "TOSOM" ist einfach sehr gut – die Lieder fließen wunderbar. Schreibst du die Lieder tatsächlich alleine, oder sind die anderen Musiker beim Arrangement beispielsweise involviert?

Graeme:
Nein, die Jungs sind beim Songwriting überhaupt nicht dabei. Ich schreibe alles und gebe ihnen dann diese Ideen als Demos zum Anhören.

Stefan:
Wie steht's mit 'Cantabile'? Dieses Stück ist von Rob Jennens geschrieben worden und ich mag es sehr. Was bedeutet 'Cantabile' und warum schreibt Rob nicht mehr derartige Nummern, wenn er das so gut kann? Das ist großartiger, melodischer Stoff!

Graeme:
Cantabile ist lateinisch und bedeutet 'in einem einfachen, fließenden Stil', eine Art singbarem Stil. Es ist die erste STAIRWAY-Nummer, die Rob geschrieben hat. Er hatte das Grundgerüst für das Lied schon lange in der Hinterhand und wir haben zunächst die Demos gemacht, um zu sehen, ob 'Cantabile' auf dem Album funktioniert. Letztlich haben wir uns dafür entschieden. Es ist ein schönes Stück und eine Art Premiere für eine STAIRWAY-CD.

Stefan:
Habt ihr auch dieses Mal die Lieder erst im Studio fertig geschrieben (wie auf der letzten CD), oder waren sie bereits fertig als ihr mit den Aufnahmen begonnen habt?

Graeme:
Nein, diesmal waren die Lieder nahezu fertig, bevor wir mit den Aufnahmen begonnen haben – nur ein paar Kleinigkeiten fehlten. Ich habe das Wesentliche zuvor aufgenommen und an die anderen weitergegeben, damit sie es sich anhören konnten. Dann haben wir mehr oder weniger die originalen Demoversionen aufgenommen.

Stefan:
Was mir besonders gut gefällt, ist der Refrain vom zweiten Lied auf der CD, 'Sea Of Fools'. Dieser Refrain erinnert mich irgendwie an die 70er Jahre, ich kann es auch nicht genau definieren. Was hat dich zu diesem Lied inspiriert und was sind deine Haupteinflüsse?

Graeme:
Echt, die 70er? Das ist interessant!
Ich denke nicht, dass es einen besonderen Einfluss für dieses Stück gab, einfach der gesamte Metal-Sound, wegen dem wir die Band gegründet haben, du weißt, BLACK SABBATH, JUDAS PRIEST, IRON MAIDEN, MAGNUM. Wie ich bereits erwähnt habe, zu diesem puren Heavy-Metal-Sound wollte ich zurückkehren. Weil du die 70er erwähnt hast – vielleicht stimmt es ja?!

Stefan:
Ich finde außerdem das Cover gelungen. Wer hat es gemacht, hat es eine besondere Bedeutung und was sind da für seltsame Figuren darauf?

Graeme:
Danke, das freut mich. Es war etwas, dass ich in ein paar Minuten aus dem Boden gestampft habe, haha!
Nein, im Ernst, ich habe eine Menge Fotos genommen, von verschiedenen Dingen, von denen ich dachte, dass sie für das entgültige Cover zusammenpassen würden. Es ist aus vielen verschiedenen Teilen der Fotos hergestellt, alle zusammengepuzzelt. Diese Figuren stammen aus den Fotos. Der Titel und das Cover stehen für den Himmel als eine offene Tür, durch die wir alle gehen können, wenn wir unsere Augen auf die Ewigkeit gerichtet haben und nicht auf das Vergängliche. DIESE Seite der Mitternacht – auf der wir uns befinden, ist die vergängliche. Die ANDERE Seite der Mitternacht ist die ewige. Mitternacht, oder Tod, ist der Punkt zwischen den beiden.

Stefan:
Wie sind die Rückmeldungen für die CD bisher ausgefallen? Ich bin sicher, dass du ausschließlich positive Kommentare bekommst.

Graeme:
Es läuft gut bisher – nach erst zwei, drei Wochen der Veröffentlichung. Wir haben einige großartige Kommentare erhalten, wie stark die Scheibe ist und vor allem wird sie mit unserem Debüt verglichen. Das finde ich super, denn genau das wollten wir erreichen.

Stefan:
Kannst du schon etwas über Verkaufszahlen berichten? Werdet ihr in irgendeiner Weise belohnt für eure vorzügliche Arbeit?

Graeme:
Das ist noch zu früh, um beantwortet werden zu können. Aber die ersten Zeichen waren gut, wir werden mit der Zeit mehr wissen. Auch unsere älteren CDs verkaufen sich wieder und das ist natürlich klasse.

Stefan:
Ihr seid letztes Jahr auf dem "METALFEST" aufgetreten. Wie war euer erstes Konzert außerhalb Englands für euch, wie waren da die Rückmeldungen der Fans und war das Konzert nützlich für euch?

Graeme:
Es war großartig in Deutschland zu spielen. Jeder war so freundlich zu uns und es war schön, sich die Bühne mit den anderen Bands zu teilen und Leute zu treffen, die wir nur von Emails kannten. Die Fans waren klasse und haben uns wirklich toll unterstützt, als wir spielten. Die Fans haben uns eine starke Show bestätigt, darunter waren auch manche, die uns vorher nicht kannten. Yeah, es war einfach großartig vor einem wahren Metal-Publikum aufzutreten.

Stefan:
Gibt es eine Chance, dass ihr wieder zurückkehrt und wollt ihr wieder in Deutschland oder wo auch immer auftreten?

Graeme:
Ja, das hoffen wir, es hat uns einen Riesenspaß gemacht und es ist einfach klasse, vor einem dankbaren Publikum aufzutreten. Wir würden liebend gerne nach Deutschland zurückkehren, oder wo auch immer nach Europa. Aber auch für die USA sollte es momentan der richtige Zeitpunkt und eine gute Gelegenheit für uns sein.

Stefan:
Welche CDs hast du dir zuletzt gekauft?

Graeme:
Ich denke, die letzte CD war "Rapture Of The Deep" von DEEP PURPLE. Ich freue mich sehr auf die neuen Werke von IRON MAIDEN und MAGNUM. Alle alten Klassiker sind zurück – WHITESNAKE, JUDAS PRIEST mit Rob Halford – das freut mich!!!

Stefan:
Vielen Dank für das Interview! Ich wünsche dir das Beste und dass ihr viele CDs verkaufen werdet! Für mich ist "TOSOM" wesentlich besser, als einige Veröffentlichungen von bekannteren Bands in diesem Bereich – ihr schreibt einfach die besseren Lieder!

Graeme:
Ich danke dir einfach für das Interview, Stefan, und ich möchte alle Leser grüßen. Wir hoffen, dass es nicht allzu lange dauert, ehe wir nach Deutschland zurückkehren. Keep It Metal!! God Bless!

Redakteur:
Stefan Lang

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