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SUMMER BREEZE 2019 Vorbericht - Wir kommen!

24.07.2019 | 21:13

Dinkelsbühl, Mitte August, der Acker wird beben! Wie immer steigt das große Festival mit weit über 100 Bands auf vier Bühnen und wie in jedem Jahr stellt sich wieder die Qual der Wahl: Welche Bands schaue ich mir an und wo muss ich passen? Es ist immer einfacher, eine Entscheidung zu treffen, wenn jemand einen Vorschlag macht. Deswegen nehme ich euch jetzt mit auf meinen persönlichen Rundgang im Vorfeld mit einem kleinen Überblick über die für mich wichtigsten Bands des Festivals. Also los, schauen wir doch mal rein.

Den Mittwoch beginnt wie immer BLASMUSIK ILLENSCHWANG, das ist Tradition. Allerdings bin ich kein großer Fan und werde mir das wohl schenken. Ich mache mein Eintreffen davon abhängig, wann die Kollegen da sein werden, denn der Beginn auf den kleinen Bühnen, die am Mittwoch bereits bespielt werden, ist mir zu hart. ENDSEEKER, NAILED TO OBSCURITY, LOATHE und ALL HAIL THE YETI passen alle nicht so in mein Futterspektrum, aber danach geht es los! DEATH ANGEL ist eine meiner alten Favoriten-Bands, die ich schon häufig live gesehen habe und die mich noch nie enttäuschten. Ich erwarte auch diesmal nichts anderes, zumal das neue Album "Humanicide" wieder ein Kracher geworden ist. Hört mal 'I Came For Blood':

Im Anschluss wird hier SOILWORK spielen, die Schweden will ich auch sehen. Zuletzt habe ich Björn Strid ja nur mit seinem anderen Projekt, dem NIGHT FLIGHT ORCHESTRA, gesehen, aber auf den melodischen Death Metal der Jungs freue ich mich, weil sie ein echtes Händchen für die tödliche Melodie haben. Dazwischen werde ich wohl mal auf die Ficken Party Stage gucken, denn da wird HATE SQUAD thrashen. Für mich Weichei sind die heftigen Hannoveraner auf Dauer vielleicht ein bisschen zu hart, so dass eine kleine Pause auch noch drin sein dürfte und ein Craft Beer. Nach SOILWORK gibt es Doom auf der Wera Tool Rebel Stage mit WINDHAND. Die US-Verhängnis-Kapelle ist heute mein Geheimtipp. Mit einer Dame am Mikrophon setzt die Band stilistisch einen ganz anderen Farbtupfer auf diesem ziemlich harten Anfangstag. Hört mal:

Den Black-Metal-Teil auf der Ficken Party Stage werde ich mir schenken, HYPOCRISY und eventuell noch ENSLAVED werde ich zumindest mal teilweise anhören, dann ist es aber auch schon wieder spät. Die Nacht gehört den Zeltenden, ich werde verschwinden. Der Mittwoch hat für mich wenige Highlights, aber der Donnerstag sieht dann schon ganz anders aus.

Der Donnerstag beginnt nun auch auf der Mainstage. Damit habe wir vier Bühnen und die Wahl wird nun tatsächlich schwer, auch für jemanden wie mich, der die meisten Extreme-Metal-Bands links liegen lassen kann. LORD OF THE LOST parallel zu TWILIGHT FORCE bedeutet die erste Entscheidung. Hier geht auch kaum beides, denn beide Bands beginnen tatsächlich zum gleichen Zeitpunkt. Mal sehen, was die Kollegen machen, ich nehme dann symphonischen Power Metal aus Schweden oder die deutschen Industrial Rocker. Auf der Hauptbühne folgt dann VERSENGOLD, für mich immer eine der weniger zwingenden Mittelalter-Kapellen. Zu viele Schunkelsongs, zu viele Thekenlieder, da gehe ich dann lieber zu MUSTASCH, das rockt nämlich richtig! Allerdings will ich von der Show der Schweden AVATAR nichts verpassen. Ob das musikalisch meine Wellenlänge ist, weiß ich nicht, aber visuell soll das gut abgehen.

Danach mache ich ein paar Fotos, wo es gebraucht wird, ansonsten ist für mich Pause. LIK hab ich mal gesehen, war ganz nett, aber richtig spannend wird es erst wieder bei TESTAMENT. Chuck Billy und seine Recken haben eine ganze Phalanx an unsterblichen Thrash-Klassikern im Köcher, allerdings meist einen schwachen Sound. Mal sehen, ob der SUMMER BREEZE-Mischer den Burschen ein paar klare Gitarren verpassen kann, dann ist TESTAMENT die Band, auf die ich mich am meisten freue. Blöd nur, dass mit UNEARTH parallel eine andere Band spielt, die ich mir auch gerne angesehen hätte. Auf der Hauptbühne werden derweil die Bühnen präpariert für die beiden Headliner. Zuerst die Schweden IN FLAMES, an deren Werk sich ja die Geister scheiden. Die alten Fans finden die neuen Alben doof, ich dagegen empfinde die Entwicklung der Nordlichter klasse und den Stil ab "Siren Charms" besser als zuvor, auch wenn ich damit ziemlich allein stehe. Natürlich werden auch ein paar ältere Lieder im Set sein, aber mittlerweile besteht das Gros des Sets aus Liedern der Alben nach 2000. Ich bin gespannt, wie das Publikum IN FLAMES annehmen wird, wenn die Band so etwas spielt:

Danach folgt mit AVANTASIA ein Headliner, der völlig gegen den Stil des Tages anmusiziert. Wo sonst Death herrscht, kommt jetzt Melodie, Breakdowns werden getauscht gegen Musical-Harmonien und black ist hier mal grad überhaupt nichts. Auf dem BANG YOUR HEAD 2019 hat mich die Show bereits überzeugt, ich denke, es wird hier eine ähnliche geben. Gut so, das war stark, allerdings ist die Spielzeit in Dinkelsbühl kürzer, so dass Tobias und seine Mannen wohl ein paar Stücke werden weglassen müssen. Mal sehen, was geopfert werden wird. Ich denke, die anderen, viel härteren Powermetal.de-Jungs werden sich parallel eher DEICIDE geben, aber wir treffen uns sicher wieder bei MESHUGGAH. Eigentlich reicht es mir zu diesem Zeitpunkt sicher, denn wir reden bereits von Mitternacht, aber sicher schaue ich mir noch ein paar Lieder von MESHUGGAH an, aber die Band steht und fällt mit dem Sound. Wenn das nicht klar klingt, wird es mir wahrscheinlich zu heftig. Mal sehen. Dann überlasse ich die Nachtschicht den Kollegen und mache mich auf den Heimweg.

Der Freitag ist zweigeteilt: Mainstream auf der Hauptbühne, Abriss auf der T-Stage. Wahrscheinlich wird es mir zukommen, die seichten Sachen auf der Hauptbühne zu bearbeiten. Die Tech-Deather AFTER THE BURIAL dürften etwas zu früh loslegen, aber ein paar Töne BEAST IN BLACK werde ich hören. Wobei ich die Band vor kurzem gesehen habe und nicht umwerfend begeistert war. Der Sänger kündigte eine "Heavy Metal Party" an und eine Party gab es auch, nur nach dem Heavy Metal suchte ich vergeblich. Aber wer Party macht, darf bleiben. Ähnliches gilt für die Schwaben KISSIN' DYNAMITE, die melodischen Hard Rock servieren werden, gefolgt von den Progressive-Metal-Heroen QUEENSRYCHE, die ziemlich früh ran dürfen. Nachdem nun langsam die schmutzige Wäsche mit Ex-Sänger Geoff Tate durchgewaschen ist, hat sich die Band mit mittlerweile drei Alben in der Tradition der Frühwerke freigeschwommen. Eine Stunde ist nicht viel, um neues Material zu präsentieren und die alten Klassiker zu würdigen.

Auf der T-Stage lärmt parallel DESERTED FEAR, eine der wenigen Death-Bands, von der ich eigentlich gerne etwas sehen würde, weil sie mich vor ein paar Jahren hier auf dem SUMMER BREEZE beeindruckt hat, aber dazu ist die Entfernung zwischen den Bühnen einfach zu lang. Und nein, ich werde mir nicht auf der Ficken Party Stage die Metal-Muppets HEAVYSAURUS ansehen. Warum nicht? Darum nicht:

Also gibt es Flitzefinger-Metal der Briten DRAGONFORCE. Das ist so eine Art Schlagermelodien auf einem wilden Speed-Trip, wobei das Posing der Jungs allein schon sehenswert ist, wenn man mal wieder schneller als das Licht über die Griffbretter wuselt. Wetten, dass die Londoner Freude verbreiten werden? Dann folgen die Waliser SKINDRED, mit deren Musik und Dicke-Hose-Attitüde ich wenig anfangen kann. Pause? Wäre gut. Andererseits spielt LEGION OF THE DAMNED auf der T-Stage. Vielleicht wäre ja zu diesem Zeitpunkt eine kleine Drei-Song-Deathwalze angeraten. Das werde ich von meinen Füßen abhängig machen.

Mit AIRBOURNE darf dann der simple, australische Bierrock mal wieder übernehmen. Das ist spaßig, da wird gepost und einfach gerockt, das Bier wird in Strömen fließen. Nein, originell ist das nicht, aber ich bin sicher, die Stimmung wird gewaltig sein. Doch die Attraktion wird natürlich KING DIAMOND sein, der seit fünf Jahren nicht mehr in Deutschland seine makabren Geschichten auf die Bühne gebracht hat. Darauf bin ich gespannt, so dass wahrscheinlich kein Abstecher zu Barney Greenway und NAPALM DEATH drin sein wird. Wobei ich seine Ansagen eh besser finde als die Musik. Weich und so.

PARKWAY DRIVE wird dann beinahe ein Heimspiel haben, denn diese Musik passt perfekt auf das SUMMER BREEZE. Das wird ein Abriss, doch zu HAMMERFALL dürfte dann das Publikum einmal durchwechseln. Von den Schweden werde ich vielleicht noch ein paar Songs hören, aber so ein großer Fan bin ich nicht. Ich denke, ich werde mir noch ein paar Töne CRIPPLED BLACK PHOENIX mit auf den Weg nehmen und schauen, ob das live spannend oder langweilig sein wird. Ich weiß noch nicht recht, was ich erwarten soll.

Samstag ist der Abschlusstag, aber ich muss pünktlich zur zweiten Band vor der Hauptbühne stehen. BRAINSTORM ist einfach eine Macht, mächtiger denn je sogar, und das Album "Midnight Ghost" ein Hammer. Zuletzt hat die Band das BANG YOUR HEAD gerockt und vollends überzeugt, ich erwarte nichts weniger in Dinkelsbühl. Danach werde ich aber fliehen. FINAL BREATH auf der Wera Tool Stage, SKALMÖLD auf der T-Stage, das ist das Programm, denn die Nervtöter VAN CANTO finde ich schrecklich. Nein, das hat mit Rock nichts zu tun, diesen Soundunfall aus mehreren Kehlen will ich nicht hören. Es wird genügend Feierwütige geben, die brauchen mich nicht. Dass ich dann für BURY TOMORROW zur Hauptbühne zurückkehren möchte, klingt eventuell etwas seltsam, aber die Band habe ich schon mal live gesehen und fand es stark.

Nochmal Kasperltheater wird es auf der Hauptbühne geben mit LORDI. Musikalisch ist das einfacher Party-Metal, der für gestiegenen Bierumsatz sorgen wird, kurzweilig und visuell schick. Ob ich das 75 Minuten sehen muss, weiß ich aber noch nicht. Jetzt kommt für mich eine Durststrecke, NASTY ist mir zu corig, GRAND MAGUS zu langweilig und ELUVEITIE einfach zu flach, zu schunkelig, zu langweilig. Was tun? Bier holen und vielleicht mal die Mädels auf der Wera Tool Rebel Stage besuchen, die sich BURNING WITCHES nennen. Die Schweizerinnen haben eine neue Frontfrau, die auf Konserve verdammt kraftvoll röhrt. Mal schauen, ob sie es auch live kann.

Danach mache ich Pause und warte, dass die erwähnten Kapellen das Feld räumen, bevor es eine Überschneidung gibt, die ich total doof finde. SUBWAY TO SALLY auf der Hauptbühne und die Super-Schweden SOEN auf der T-Stage. Das wären meine Highlights des Tages, leider parallel. Das wird dann wohl SOEN werden, STS habe ich kürzlich erst gesehen. Auch wenn das neue Album "Hey" super ist.

Jetzt wird es langsam Zeit, ans Heimfahren zu denken. BULLET FOR MY VALENTINE könnte gut werden, HÄMATOM muss ich nicht haben, DIMMU BORGIR halte ich wahrscheinlich nur ein paar Songs lang aus, bei THE OCEAN mag ich den Gesang nicht. Nur der bevorstehende Auftritt von UNLEASHED hält mich noch hier, die Schweden sind nämlich live brillant. Aber irgendwann im Laufe dieses Gigs wird das SUMMER BREEZE 2019 für mich zu Ende gehen.

Ich bin gespannt, wer mich positiv überraschen wird und wo ich das Weite suchen werde. Man sieht sich in Dinkelsbühl, ihr erkennt mich am Powermetal.de-T-Shirt. Bis denn!

Redakteur:
Frank Jaeger

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