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THE NEW ROSES: Interview mit Timmy Rough

19.09.2017 | 11:11

Spontane Party auf dem Summer Breeze: Nach dem krankheitsbedingten Ausfall von XANDRIA rockten THE NEW ROSES als Ersatz die Main Stage. Im Anschluss luden wir Frontmann Timmy Rough zum Interview.

Das war eine ganz schön spontane Kiste: THE NEW ROSES spielten auf dem Summer Breeze am Donnerstag als Opener auf der Main Stage und ersetzten damit die erkrankten Symphonic Metaller XANDRIA. Timmy Rough und Co. erfuhren erst eine Woche vor dem Gig von ihrem Glück. Der Frontmann nimmt es jedoch auf die leichte Schulter: "Lieber so, als wenn spontan ein Gig ausfällt, oder?"
Der Sprung von der kleinen Camel Stage, die die Jungs im vergangenen Jahr bedienten, war den Wiesbadenern wohl gelungen, bereits um 11 Uhr morgens herrschte zu Songs wie 'Thirsty' oder 'Whisky Nightmare' Partystimmung auf dem Gelände. Dennoch hat auch die Nebenbühne ihre Vorteile, wie Timmy betont: "Du bist an den Leuten einfach näher dran, das kannst du ein wenig wie mit den Unterschieden von Hallen- und Clubkonzerten vergleichen."

Auf dem Summer Breeze hatten THE NEW ROSES mit 'Every Wild Heart' auch die neue Single des aktuellen Albums "One More For The Road" im Gepäck; auf eigenen Shows sind die Jungs gerne auch freizügiger, was das neue Material betrifft. "Ich kann es kaum erwarten, die neuen Songs zu spielen", gesteht Timmy. So etwa auch der Titel 'Life Ain't Easy', der für ihn eine stark autobiographische Note trägt. "Das stimmt alles genauso - nun, nicht ganz. Ich hatte damals nicht ganz so lange Haare, jedoch habe ich sie mir wie Elvis hochgestellt. Das kam bei meinen Altersgenossen nicht ganz so gut an", erinnert der Sänger sich. "Das hat mich aber nicht davon abgehalten, weiterzumachen." Und den langjährigen Begleitern in seinem Leben Tribut zu zollen. Das Video, welches THE NEW ROSES zu 'Life Ain't Easy' veröffentlicht, wurde sogar in der Bar gedreht, in der für sie alles begann. "Damals habe ich dem Wirt noch gesagt, er solle keinem erzählen, dass ich noch keine 18 Jahre alt bin", so Timmy mit einem Augenzwinkern. Seitdem ist viel passiert und THE NEW ROSES geraten immer mehr ins Licht der Öffentlichkeit.

Damit einher gehen auch Vergleiche mit Hard-Rock-Größen wie GOTTHARD. Wie viel Standfestigkeit muss man mitbringen, um nicht einfach als Abklatsch zu gelten? Timmy sieht das etwas anders. "Ich glaube nicht, dass das etwas mit Abklatsch zu tun hat", sagt er. "Immerhin versucht man immer, etwas Neues mit etwas Bestehendem zu vergleichen, um es für andere irgendwo einzusortieren. Wenn du deinem Kumpel erzählst, dass du eine geile neue Band gefunden hast und er fragt dich, wie sie klingt, suchst du automatisch nach einem Vergleich." Bewusst sucht er die Annäherung an Größen des Hard Rocks jedoch nicht, hört er selbst doch lieber AEROSMITH oder LED ZEPPELIN. "Und Soul mag ich ebenfalls sehr gerne", so Timmy. Das wiederum ist tatsächlich eine Leidenschaft, die ihn als Sänger auch bei THE NEW ROSES beeinflusst. "Natürlich schreibe ich keine Soul-Songs, aber die Art wie ich singe, hat damit zu tun. Ich bin kein typischer Rocksänger, mit Vibrato arbeite ich beispielsweise gar nicht." Rock'n Roll in der Attitüde, aber Soul-Handwerkszeug.

Apropos Rock'n Roll-Attitüde: Wie weit lässt sich diese ab einer gewissen Professionalität, die THE NEW ROSES spätestens mit ihrem Signing bei Napalm erreicht haben, überhaupt ausleben? "Ich lebe mich doch voll und ganz aus", erwidert Timmy darauf. "Ich führe genau das Leben, von dem ich im Klassenzimmer immer geträumt habe, anstatt irgendwo im Büro zu sitzen. Ich wollte immer Musik machen und die Welt sehen." Die ganzen Exzesse spielten da eine untergeordnete Rolle. Um immer "on the road" zu sein, müsse man sich einfach zusammenreißen. "Wir lassen gerne die Sau raus, aber die Show darf nicht darunter leiden", so die Maxime des Frontmanns. Immerhin erinnere er sich noch gut daran, wie sehr er selbst es gehasst habe, wenn die Musiker auf Konzerten, auf die er sich gefreut hatte, auf der Bühne nicht mehr zurechnungsfähig waren.
Auf den Erfolg des neuen Albums ist er schon jetzt sehr gespannt: "Immerhin haben wir einiges an unserem Stil weiterentwickelt und verändert." Die Country-Einflüsse sind wesentlich dominanter geworden, um ein Beispiel zu nennen. "Eine private Liebe von uns", wie Timmy verrät.

"One More For The Road" - in diesem Fall ist der Name des Albums tatsächlich Programm, ist der Langspieler doch wirklich beinahe vollkommen unterwegs entstanden. "Ich habe fast immer ein kleines Diktiergerät bei mir, darauf habe ich dann immer die Melodien, den Text und jegliche andere Einfälle draufgesprochen", so Timmy. Egal ob im Dressing Room oder im Hotelzimmer, die Songs sind ungefiltert komplett auf dem Weg von Show zu Show entstanden. "Dann diskutieren wir das in der Runde und wenn wir alle Lust darauf haben, mache ich eben einen Song daraus", erklärt Timmy den Ablauf.

Der Titel des Albums basiert jedoch auf der amerikanischen Redewendung, die wir auch im Deutschen kennen: "Einen für die Straße". Denn Timmy hat nach den Shows ein Ritual: "Nach den Shows, wenn alles vorbei ist, setze ich mich mit einem letzten Bier noch einmal auf den Boden und lasse den ganzen Abend Revue passieren." Ein bittersüßes Gefühl, wie er beschreibt: "Auf der einen Seite war es ein wundervoller Abend, doch auf der anderen Seite bist du einfach traurig, weil es vorbei ist." Doch am nächsten Tag geht es weiter, zum nächsten Gig. ""One More For The Road" soll einfach alles beschreiben, die Ups and Downs in unserem Leben. Mal laut, mal leise. Mal energetisch und impulsiv und mal beinahe melancholisch."

Auch für Timmy selbst gab es diese Ups and Downs. "Eigentlich habe ich in Tausenden Bands immer nur Saxophon gespielt und mehr wollte ich gar nicht", lacht er. "Aber ich war der letzte, der übrig blieb und so landete ich am Mikrophon." Auch heute tue er sich manchmal noch mit der Entertainer-Rolle schwer. "Doch dass ich mal die Welt sehen möchte, das wusste ich schon immer", sagt er. "Das ist einfach toll für uns - es ist mir ganz egal, wo es als Nächstes hingeht. Hauptsache, es geht immer weiter."

Redakteur:
Leoni Dowidat

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