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THRONE OF KATARSIS: Interview mit Grimnisse

19.03.2007 | 13:22

THRONE OF KATARSIS:
Durch Atmosphäre in die Dunkelheit hinabreißen!

Mit ihrem Debütalbum "An Eternal Dark Horizon" hat die norwegische Zwei-Mann-Band THRONE OF KATARSIS ein rohes, gutklassiges Black-Metal-Album veröffentlicht, das für alle Fans alter IMMORTAL, DARKTHRONE oder MAYHEM ein gefundenes Fressen sein wird. Grimnisse, der kreative Kopf hinter THRONE OF KATARSIS (er ist Hauptsongwriter, Gitarrist, Bassist und Sänger), beantwortete anlässlich der Veröffentlichung des Debütalbums meine Fragen per E-Mail.


Martin:
Zunächst einmal gratuliere ich euch zu eurem Studioalbum "An Eternal Dark Horizon". Das Album ist ziemlich cool geworden und ich ziehe mir die Scheibe recht oft rein.

Grimnisse:
Danke! Wir sind selbst auch sehr zufrieden mit dieser Scheibe.

Martin:
Wenn man dich darum bitten würde, die Scheibe stilistisch und soundmäßig zu umreißen und Vergleiche zu anderen Bands zu ziehen, was würdest du dann antworten?

Grimnisse:
Ich würde sagen, dass wir "Unholy Norwegian Black Metal" spielen! Ich will uns nicht mit anderen Bands vergleichen, aber wir sind natürlich schon von den alten norwegischen Black-Metal-Bands beeinflusst worden. Das Faszinierendste am Black Metal der frühen 1990er Jahre ist die unglaubliche Atmosphäre, die diese Musik schafft in Verbindung mit extrem gut komponierter Musik. Solche Musik wird heute kaum mehr gemacht.

Martin:
Euer Album "An Eternal Dark Horizon" ist recht gut produziert worden. Auf der anderen Seite klingt die Scheibe absolut old-schoolig. Wer war denn für die Aufnahmen und den Mix verantwortlich?

Grimnisse:
Ich war für den Löwenanteil der Aufnahmen und der Produktion verantwortlich, wobei mir Stein Sund, der das "Black Dimension Studio" betreibt, da auch sehr geholfen hat. (Stein Sund war früher Bassist bei EINHERJER - Anm. des Verf.). Ich denke, dass wir es gut hinbekommen haben, einen Sound zu erhalten, der kalt, atmosphärisch und intensiv klingt und perfekt zu unserer Musik passt.

Martin:
Habt ihr das Album in mehreren Studio-Sessions aufgenommen?

Grimnisse:
Ja, wir hatten einige Pausen im Aufnahmeprozess, aber ich glaube, dass das gar nicht so verkehrt war. Wir mussten zwischendrin auch ein wenig Distanz zu unserer Musik gewinnen, um dann nach einiger Zeit leichter herausfinden zu können, was wir verändern müssen, um den Sound zu erhalten, den wir wollen. Obwohl wir genug Zeit hatten, unsere Aufnahmen fertig zu stellen, hat vieles schon beim ersten Take gesessen und waren insofern fertig. Black Metal entsteht und wächst durch Gefühle und nicht durch perfekte Aufnahmen! Wir sind sehr zufrieden mit dem Endergebnis. Wir haben es geschafft, ein kalt klingendes Album mit sehr viel Atmosphäre und Spirit zu kreieren. Und dann ist da noch das Plattencover. Es ist simpel, aber es wirkt kalt und es ist einfach Old-School. Genauso, wie wir es haben wollten!

Martin:
Alle Songs auf dem Album sind sehr lang geworden (die meisten dauern über zehn Minuten). Wenn ihr an Songs arbeitet, ist es da euer Ziel, lange Songs zu komponieren oder geschieht es eher 'zufällig'? Ist es ein eher natürlicher Prozess?

Grimnisse:
Wir planen das nicht, wenn wir Songs schreiben. Aber oft ist es bei unseren Songs so, dass wir sie nicht als vollständig empfinden, wenn sie nur fünf Minuten dauern. Ich mag lange Lieder sehr, da sie einem oft 'mehr geben' als kurze Titel. Da hat man mehr Zeit, sich intensiv mit dem Lied auseinander zu setzen und die Atmosphäre wird dich viel tiefer in die Dunkelheit hinabreißen und du wirst regelrecht weggetragen.

Martin:
Hat denn die Musik von BATHORY (RIP, Quorthon!) einen bestimmten Einfluss auf euer Songwriting und eure musikalische Ausrichtung mit THRONE OF KATARSIS gehabt?

Grimnisse:
Das würde ich eher verneinen. Wir wurden vielleicht von Bands beeinflusst, die wiederum von BATHORY zu einem gewissen Maß beeinflusst wurden. Aber direkt beeinflusst von BATHORY sind wir nicht allzu sehr.

Martin:
Warum ist denn eigentlich dein Mitstreiter Vardalv (Schlagzeuger - Anm. d. Verf.) offenbar nicht in das Songwriting involviert? Spielt er außer Schlagzeug kein anderes Instrument?

Grimnisse:
Vardalv ist sehr stark beteiligt, was das Arrangieren der Songs anbelangt. Seine Meinung ist mir sehr wichtig, wenn wir an neuen Liedern schreiben. Selbst wenn ich das ganze Material schreibe, so hinterlässt er dennoch seine Spuren in den Songs, denn er weiß, wie man den old-schooligen Sound, den wir wollen, entsprechend verfeinert. "He work the drums with his soul, not his brain."

Martin:
Habt ihr schon einiges an Feedback von Fans und Musikjournalisten bezüglich eures Album "An Eternal Dark Horizon" erhalten? Seid ihr mit der Resonanz und den Reaktionen der Musikwelt zufrieden?

Grimnisse:
Unser Album wurde am 05.03.07 in Europa veröffentlicht und es wird am 04.04.07 in den USA erscheinen. Bis jetzt ist das Feedback, das wir erhalten haben, exzellent. Sowohl von der Presse als auch von den Fans.

Martin:
Ich nehme mal an, dass ihr euren Lebensunterhalt nicht mit Erlösen aus CD-Verkäufen bestreiten könnt. In welchem Beruf bist du tätig und was macht Vardalv beruflich?

Grimnisse:
Wir haben dem Satan schon vor langer Zeit unsere Seele verkauft. Black Metal ist unser Leben.

Martin:
Würdest du mir bitte deinen bürgerlichen Namen verraten, Grimnisse?

Grimnisse:
Nein, das werde ich nicht. (Damit hatte ich gerechnet. Aber: Es lebe das WWW! Laut Information von www.metal-archives.com heißt Grimnisse mit bürgerlichem Namen Thor Erik Helgesen - Anm. d. Verf.).

Martin:
Welche Art von Musik und welche Bands hörst du dir am liebsten an?

Grimnisse:
Mich inspirieren und faszinieren die wegbereitenden, alten norwegischen Black-Metal-Bands. Da steckt auch etwas Nostalgie drin. Diese frühen Alben haben mich schon immer fasziniert. Da geht es einfach darum, Atmosphäre zu schaffen und Emotionen hervorzurufen. Diese alten Scheiben haben mich in Bezug auf mein Songwriting dahingehend beeinflusst, dass ich auf die Schaffung von Atmosphäre fokussiert bin, anstatt sehr technische Gitarrenriffs zu schreiben und mit technischem Kram angeben zu wollen. Darum geht es. Man muss in die richtige Stimmung kommen, um das, was tief in uns versteckt liegt, nach außen zu kehren. Egal ob wir gerade proben oder im Studio etwas aufnehmen. Die wichtigsten Black-Metal-Bands sind für mich IMMORTAL, MAYHEM, DARKTHRONE, BURZUM und EMPEROR. Eigentlich eine ganz normale Auflistung. Aber diese Bands werden ja nicht ohne Grund so oft genannt.

Martin:
Nenne mir doch bitte deine fünf absoluten Lieblingsalben!

Grimnisse:
IMMORTAL: "Diabolical Fullmoon Mysticism", MAYHEM: "De Mysteriis Dom Sathanas", SATYRICON: "The Shadowthrone", DARKTHRONE: "A Blaze In The Northern Sky", BURZUM: "Hvis Lyset Tar Oss". Ich glaube, dass das meine fünf absoluten Favoriten sind.

Martin:
Stell dir mal vor, eine Lebensform von einem anderen Planeten überlegt sich, unsere Erde besuchen und du könntest mit ihnen kommunizieren. Würdest du sie einladen, unseren Planeten zu besuchen? Wie würdest du sie überzeugen, dass die Erde einen Abstecher wert ist?

Grimnisse:
Das geht weit über die Art von Fragen hinaus, die ich bereit bin zu beantworten. (Aha, interessant... - Anm. d. Verf.).

Martin:
Dann danke ich dir für dieses Interview und wünsche dir persönlich und für THRONE OF KATARSIS alles Gute. Möchtest du noch ein paar Worte an die Leser von POWERMETAL.de richten?

Grimnisse:
Wir werden eine große Zusammenkunft haben, um die Veröffentlichung unseres Debütalbums zu feiern und den Gehörnten anzurufen. Diese schwarze Messe wird am 24. März, im Club "Tou Scene" in Stavanger, Norwegen, stattfinden. Limitierte Shirts und Longsleeves wurden extra für diese Show gefertigt und werden nur in dieser Nacht verkauft werden. Wir werden eine einzigartige Bühnenperformance abliefern. Macht euch bereit, die Dunkelheit in eurer Seele willkommen zu heißen und kommt zu dieser okkult ausgerichteten Veröffentlichungszeremonie!

Redakteur:
Martin Loga

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