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UP FROM THE GROUND: Interview mit Heiko Krumpholz

01.01.1970 | 01:00

Knapp 3000 Metalheads pilgerten Ende August zum "Up From The Ground" und machten das diesjährige FINAL BREATH-Festival zum vollen Erfolg. Grund genug, FINAL BREATH-Schlagzeuger Heiko Krumpholz, kaum vom Organisationsstress erholt, zu löchern. Hier könnt ihr den dazugehörigen Festivalbericht lesen.

Carsten:
Wie war das "Up From The Ground 2004" aus deiner Sicht?

Heiko:
Nass und sehr, sehr anstrengend. Unterm Strich aber wohl ein voller Erfolg, der uns zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Es lief nicht immer alles perfekt, aber wirklich schwerwiegende Probleme gab es auch nicht. Positiv hervorheben möchte ich die zahlreichen Besucher, die ihre Campingplätze vorbildlich verlassen haben. Entweder wurden gefüllte Müllsäcke abgegeben oder einfach am Platz stehen gelassen, was auch okay ist. Natürlich gab es auch wieder reichlich negative Beispiele, die ein wahres Schlachtfeld hinterlassen haben. Wir hoffen, diese Situation in Zukunft noch verbessern zu können.

Carsten:
Wie fandest du euren eigenen FINAL BREATH-Gig und welche Band hat dir sonst am besten gefallen? Hattest du überhaupt die Zeit, dir andere anzusehen?

Heiko:
Hehehe ... Unsere eigene Show – die fand ich den Umständen entsprechend sehr müde und es war definitiv keine Glanzleistung. Leider hatte ich kaum die Gelegenheit, mir die anderen aufspielenden Bands anzuschauen. Mir ist aber aufgefallen, dass das spielerische Niveau im Allgemeinen sehr hoch war. Auch bei den Newcomern und nicht ganz so bekannten Gruppen. Die Headliner waren alle in Topform und lieferten durch die Bank Hammer-Shows.

Carsten:
KATAKLYSM haben bei euch ja ihren einzigen deutschen Festival-Gig diesen Sommer gespielt, was euch sicher stolz macht. Wie kam's?

Heiko:
Für uns ein sehr glücklicher Umstand – im wahrsten Sinne des Wortes. Durch die Schwangerschaft von Maurizio‘s Ehefrau und den Geburtstermin Ende Juli/Anfang August (mittlerweile ist Maurizio stolzer Vater) wurden von der Band sämtliche Live-Aktivitäten gecancelt. Unser Termin lag günstig, weil einige Wochen nach der Geburt. Außerdem wollten KATAKLYSM diese Show unbedingt wahrnehmen, da dies die erste Headliner-Show in Europa darstellte. Ein gelungener Auftakt für die Headliner-Tour im Oktober.

Carsten:
Mal zur Geschichte: Wie ist das "Up From The Ground" überhaupt entstanden?

Heiko:
Angefangen hat alles im Lohrer JUZE. Um Shows für FINAL BREATH zu bekommen, haben wir im Austausch einige Undergroundkapellen eingeladen. 2000 hatten Jörg und ich dann die Idee, ein Open-Air zu veranstalten: Die Metalszene hier bei uns in der Gegend war am Boden und wir wollten die Fahne harter Musik weiter hoch halten. Es lief nicht alles so rund, wie wir uns das gewünscht hätten. So mussten wir 2001 pausieren und meldeten uns erst ein Jahr später, also 2002, mit dem zweiten Open-Air zurück. Bisher liefen alle Veranstaltung nur über einen Tag. Erst im Jahr 2003 lag der Termin günstig, um den Versuch eines zweitägigen Events zu wagen. Der Freitag war ein regionaler Feiertag, weswegen wir uns viele zusätzliche Kosten sparen konnten. Mit etwas bekannteren Namen im Billing (wie z. B. DIE APOKALYPTISCHEN REITER, PUNGENT STENCH, ILLDISPOSED, END OF GREEN, SATANIC SLAUGHTER uvm.) und irrsinnig vielen, meist selbst verteilten Handzetteln (ca. 50.000) schafften wir es, die stattliche Zahl von knapp 1000 Besuchern nach Gemünden zu locken. Unsere Mühe wurde mit extrem guter Presse und sehr zufriedenen Zuschauern belohnt. Dank eines noch stärkeren Billings, effektiverer Werbung und starken Werbepartnern konnten wir die Zahl in diesem Jahr nahezu verdreifachen. Unser Konzept "Value For Money" geht offensichtlich auf!

Carsten:
Zieht FINAL BREATH das Ganze immer noch im Alleingang durch?

Heiko:
Um genau zu sein, liegt die gesamte Organisation bei unserem Gittaristen Jörg und mir. Jörg kümmert sich vorwiegend um alle logistischen Dinge und wird dabei tatkräftig von der gesamten Familie Breitenbach unterstützt. Ich zeige mich hauptsächlich für Booking, Werbung und Design zuständig. Auch meine Familie ist ein wichtiger Bestandteil unserer Crew. Außerdem sorgen natürlich unsere Bandkollegen, Freunde und Bekannte für einen relativ reibungslosen Ablauf beim Festival selbst.

Carsten:
Wie ist euer Verhältnis zum Veranstaltungsort Gemünden?

Heiko:
Es funktioniert. Wir halten unsere Auflagen ein, es gibt bzw. gab keine mir bekannten Ausschreitungen.

Carsten:
Wie war denn dieses Jahr das Feedback, sei's von Musikern, Zuschauern oder Anwohnern?

Heiko:
Seitens der Anwohner ist mir nichts bekannt, aber Musiker und Zuschauer waren weitgehend sehr zufrieden und würden jederzeit wiederkommen.

Carsten:
Gibt es schon Ideen oder Pläne, nächstes Jahr irgendwas zu verändern, zu verbessern oder auszuweiten?

Heiko:
Ja, auf alle Fälle. Es ist aber noch nichts so konkret, um jetzt schon viele Worte darüber zu verlieren. Lasst euch überraschen ... ;-)
An Ausrichtung und Strategie halten wir jedenfalls weiter fest.

Carsten:
Besten Dank, auch noch mal für die gute Kooperation!

Heiko:
Gerne wieder! Auch wir bedanken uns für euer Interesse und hoffen, auch im nächsten Jahr wieder einige Vertreter von POWERMETAL.de begrüßen zu dürfen.

Redakteur:
Carsten Praeg

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