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Vorbericht zum ROCK HARD Festival

17.04.2018 | 07:41

Zum 16. Mal Party in relaxter Atmosphäre mit toller Bandauswahl.

Vom 18. bis 20. Mai steigt zum sechzehten Mal das "Rock Hard Festival" im schönen Amphitheater zu Gelsenkirchen. Ein Festival, das mir seit Jahren am Herzen liegt wie kein anderes, denn auf dem Rock Hard gibt es immer eine breite Mischung aus allen metallischen Stilen zwischen extrem und progressiv und vor allem aus jungen Bands und alten Flaggschiffen. Die gemütliche Atmosphäre und der einzigartige Schauplatz tun ihr übriges, dass ich jedes Jahr voller Vorfreude dorthin fahre und danach immer sehr zufrieden gen Heimat tingele.


Was erwartet uns also anno 2018? Klassisch krawallig werden die Osnabrücker DAWN OF DISEASE das Fest mit markigem Death Metal am Freitag um 15 Uhr eröffnen, ehe ATTIC hoffentlich den einen oder anderen an ein absolutes Rock-Hard-Highlight erinnern werden. Ja, genau, anno 2013, also fünf Jahre ist es schon wieder her, dass KING DIAMOND hier einen legendären Auftritt hingelegt hat, und Kenner schätzen ATTIC ja als eine der besten KING-Epigonen. Spätestens bei DOOL würde ich dann aber jedem empfehlen, den Freitagnachmittags-Stau hinter sich gelassen zu haben, denn "Here Now There Then" war eines der besten Alben des letzten Jahres und meine Kollegen waren von DOOLs Auftritten beim "Hell Over Hammaburg" oder auf der letzten Clubtour schwer begeistert.



Nach eurem Newcomer des Jahres kommt dann Altbewärtes: SODOM wird diesen Freitag sicher mit einer großen Sause abschließen, davor darf man aber gespannt sein, wie TIAMAT und DIAMOND HEAD sich schlagen werden. Von TIAMAT hat man ja schon länger nichts Neues mehr gehört, und auch auf der aktuellen Tour setzt die Band vollen Fokus auf ihre für viele beste Phase mit den Alben "Clouds" und "Wildhoney". Und DIAMOND HEAD? Tja, das ist ein Rock-Dino, der schon METALLICA beeinflusst und auch aktuell einen famosen Longplayer stehen hat, der bei mir immer wieder gerne läuft. Ich prognostiziere mal frech: Das wird das Tageshighlight!

Auch der Samstag beginnt mit TRAITORs räudigem Thrash wieder garstig, ehe die Schweden NOCTURNAL RITES das Rund des Amphitheaters mit edlen klassischen (Euro-)Power-Metal-Sounds erfüllen wird. Fans von dreckigem Rock posieren zu den NEW ROSES, während der Fan alter 80er-Metal-Kult-Bands sich wie ein Flitzebogen auf LEATHERWOLF freuen darf. Das bringt auch bei mir Erinnerungen an meine allerersten Metal-Tapes, auf die man das Bandlogo noch mit dem Kugelschreiber gekritzelt hat. "Street Ready" anyone?

Der Kult wird danach noch potenziert: CIRITH UNGOL! Allein die Nennung dieses Namens löst Ehrfurcht bei gestandenen Metalheads aus, und ich kenne mindestes einen, der für einen Livegig seiner Helden sprichwörtlich gestorben wäre. Wer wie ich die Gigs beim "Keep It True" und "Hammers Of Doom" verpasst hat, hat nun eine weitere Chance, einen Traum wahr werden zu lassen. Denn wer hätte gedacht, dass sich diese Truppe jemals wieder zusammen finden würde? Es wird also aller Voraussicht nach eine schwierige Aufgabe für MARDUK, nach CIRITH UNGOL aufzutreten. Ich wette, sie werden laut und schnell sein und versuchen, das Amphitheater in Schutt und Asche zu legen. Es liegt also an AXEL RUDI PELL, die Wogen wieder ein wenig zu glätten und ich bin überzeugt, dass er den einen oder anderen Mitsing-Hit aus dem Ärmel schütteln wird. Sein Sänger Johnny Gioeli verfügt übrigens über eine Stimme, die das Publikum zum schmelzen bringen kann.
OverkillMöglicherweise ist dies nicht jedermanns Sache, doch spätestens zu OVERKILL werden Metalheads unterschiedlichster Vorlieben vereinigt ihren Mann stehen. Bobby Blitz und D.D. Verni sind einfach eine Macht, vor der es kein Entkommen gibt.

Musikalisch äusserst breit aufgestellt ist auch der Sonntag. THUNDERMOTHER bringt nach DOOL endlich auch weibliche Power in die Rock-Hard-Community und von mir aus könnten hier noch mehr Damen spielen. Karl Willets darf danach zeigen, ob er auch mit MEMORIAM in der Lage ist, BOLT THROWERsche Dampfhammer-Riffs in die Schädel des Publikum zu nageln. Und mit NIGHT DEMON spielt hier schon zum dritten Mal in Folge eine Band, die im echtmetallischen Underground als einer der heißesten Acts gilt.

Ich persönlich habe allerdings größere Erwartungen an ULI JOHN ROTHs "SCORPIONS revisited"-Programm. Hier gibt es nämlich Lieder zu hören, die man von den SCORPIONS nicht mehr live erwarten kann. Und möglicherweise wird mein Lieblings-Song 'In Trance' dann auch der Höhepunkt des Festivals. Aber warum spielt der Maestro nur so früh? Sei's drum, danach kommt CORONER, was einige Undergroundler sicherlich extrem verzückt. Und für mich ergibt sich die Chance, die seltsame Musik der Schweizer mehr als zwanzig Jahre später doch noch irgendwie zu verstehen. Wem dies zu ernst ist, der wartet auf die BACKYARD BABIES, die versuchen werden, das Amphitheater nochmal zur Partymeile zumachen, bevor es in Richtung Finale geht. Und hierfür haben die Verantwortlichen zwei im Prinzip unfehlbare Bands gebucht. Kaum eine Band agiert mit so viel Spielfreude und Lust an ihrer Musik wie ARMORED SAINT, und die Band hat nicht nur 'Win Hands Down', sondern Dutzende unsterblicher Metal-Songs, die John Bush und Co wohl lässig zu den Gewinnern des Festes machen werden.

SaxonUnd dann kommt SAXON, für die eigentlich dasselbe gilt, außer dass die Band eine Zeitlang etwas überpräsent auf Festivals war. Beim Rock Hard waren sie aber seit 2009 nicht mehr und ich habe durchaus wieder große Lust, mich bei 'Denim and Leather' mit den anderen Metalheads zu verbrüdern. Sehen wir uns dort?








Redakteur:
Thomas Becker

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