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WATAIN: Interview mit Eric Danielson

14.08.2013 | 07:47

WATAIN ist eine der Black-Metal-Bands der Stunde und veröffentlicht mit "The Wild Hunt" das fünfte Studioalbum, welches für viel Gesprächsstoff sorgen wird. Wir sprachen vorab mit Sänger Eric Danielson.


Hey Eric, schön dich zu hören, wie geht's?

Alles klar soweit, ich bin gerade bei Century Media in Dortmund und versuche die Interviews so sehr zu genießen, wie ich kann (lacht).

Noch nicht gelangweilt davon, den ganzen Tag Interviews zu geben?

Nein, es wirklich gut so und es macht immer noch Spaß über das Album zu sprechen.

Schöne Sache. Was eben dieses Album betrifft, muss ich euch natürlich gratulieren, da es in meinen Augen wieder ein absolutes Meisterwerk geworden ist.

Wow, danke, so etwas hört man natürlich gerne.

Du hast über "Lawless Darkness" gesagt, dass es ein Meilenstein für euch und das Genre sei. Was ist die Geschichte zu "The Wild Hunt" und wie würdest du es im Bezug zu den anderen Alben verorten?

Nunja, weisst du, jedes Mal, wenn wir ein Album veröffentlichen, fühlt es sich ziemlich nach einem Wendepunkt an. (lacht) Jedes Album ist eine Art Kreuzweg für uns, da bildet "The Wild Hunt" keine Ausnahme. Für uns ist das ein wirklich großer Schritt und eröffnet uns eine komplett neue Realität. Es ist ein Gefühl, das wir immer haben, wenn wir ein neues Album veröffentlichen, was ich mag, da es sich immer wie etwas Besonderes und Großes anfühlen sollte. Für uns heißt es ja nicht einfach, eine weitere CD raus zu bringen, es ist so viel mehr als das. Ich denke "The Wild Hunt" ist eine logische Fortsetzung der "WATAIN-Saga". Das sind wir - älter werdend, weiser, ernster, wütender und mehr von allem. Es ist ein ziemlich extremes Album, im Bezug auf die Bandbreite, die es offeriert. Es vereint ziemlich viel an Unterschiedlichem in sich, was ich mag.

Also gab es keinen besonderen Unterschied, was das Komponieren, Arrangieren und Aufnehmen angeht, sondern eher eine logische Fortsetzung auf einem neuen Level.

Ja, wie gesagt, ich meine, wir schreiben so, wie wir immer schreiben, da gibt es keinen Unterschied. Nur die "Zutaten" haben sich etwas entwickelt und spiegeln das hier und jetzt wieder, wie jedes Mal, wenn wir an einem neuen Album arbeiten, was natürlich einen Unterschied zu vor drei Jahren darstellt, als wir "Lawless Darkness" aufnahmen.

Sicher, die Zutaten sind diesmal ziemlich anders oder… nun gut, ein wenig anders zumindest. War das ein Ausnahmefall, besondere Inspiration, Sachen wie das Akkordeon oder den kurzen Flamenco-Part zu benutzen, oder repräsentiert das andere Hörgewohnheiten von euch?

Ich denke, dass wir einfach bestimmte Emotionen in den Stücken ausdrücken mussten und es gab keinen anderen Weg diese Emotionen in Musik zu übersetzen, als diverse neue Instrumente oder eben "Zutaten" zu benutzen. Für mich ist das eine sehr natürliche Sache, jeder Song, den wir schreiben ist verschieden von den anderen, man muss immer neue Herangehensweisen für jeden neuen Song wählen und es hing nur an uns das zu tun und einfach auch mehr Fremdes zu erlauben. Natürlich spielt es auch eine Rolle, dass wir so lange im Studio waren, so dass wir auch die Zeit hatten, diese Details in die Stücke zu integrieren.

Du sprichst vom Kompositionsprozess immer als etwas "unterbewusstes". Auf der anderen Seite gibt es eine unheimlich große Fülle und Dichte in den neuen Stücken und auf eine gewisse Art muss der Prozess des Arrangierens ja bewusst geschehen. Ich las irgendwo, dass ihr euch dieses Mal zum ersten mal mehr für eure Einflüsse (offensichtlich) öffnen konntet, was ich auch selber so wahrnehme. Ist das eine bewusste Entscheidung gewesen, das ihr sagtet "Gut wir verwenden diesmal auch die Sachen, die offensichtlich von unseren Wurzeln inspiriert sind"?

Nun, ich verstehe, was du meinst und dass es leicht ist, solche Schlussfolgerungen zu ziehen, aber, um ganz ehrlich zu sein, das, was ich in meinem Leben tue, ist WATAIN, ich schreibe Musik für WATAIN. Sicherlich, du wirst dich immer weiter entwickeln und dir erlauben, freier zu sprechen, es wird dir immer leichter fallen, dich in der Musik auszudrücken, je älter du wirst und je länger du das tust. Aber das ist keine bewusste Entscheidung, es ist eine natürliche Entwicklung, das sich selber zu erlauben, freier und befreiter zu sein. Und das war immer eine der Grundlagen WATAINS – Freiheit, Unabhängigkeit und Befreiung.

Wir müssen natürlich über 'They Rode On' sprechen. Ein Wahnsinns-Stück und vielleicht das meistgehörte von mir. Was haben Century Media gesagt, als sie 'They Rode On' das erste mal hörten?

(lacht) Sie machten sich in die Hose. Nein, eigentlich mochten sie ihn sehr. Das ist eine der schönen Seiten dieses Labels, dass sie sehr offen und verständnisvoll für unsere Unabhängigkeit als Band sind und unsere Art, einen Scheiß darauf zu geben, was andere Leute von uns erwarten könnten. Ich denke, sie verstanden sehr schnell, dass wir hier einfach sehr ehrlich waren. Und je mehr ich Leute darüber reden höre, desto mehr bin ich wirklich überrascht, wie gut die Leute dieses Stück verstehen. Es ist gut zu sehen, dass die Leute etwas weniger engstirnig sind, als ich dachte, denn die Reaktionen auf den Song waren wirklich sehr, sehr positiv. Das bedeutet mir wirklich viel.

Was das Verstehen des Songs angeht: Leider habe ich keine Texte und konnte sie auch nicht durch raushören vollkommen verstehen. Würdest du mir etwas über den Text zu 'They Rode On' verraten?

Ja, natürlich. Das ist ein sehr wichtiger Text, der macht wirklich die Hälfte des Stückes aus. Er wurde geschrieben, nachdem wir drei Jahre mit "Lawless Darkness" auf Tour waren. Die Straße ist für mich ein sehr wichtiges Konzept. Es erinnert mich daran, ein Pilger zu sein. Diese Straße ist etwas Göttliches für mich, etwas Heiliges. Der Text handelt davon durchs Leben zu "reiten", ohne sich um etwas anderes zu scheren, als eben diese Straße, auf der du dich befindest und das Ziel, zu der sie führt. Am Ende wird auch eine Frage an den Hörer gestellt, es wird gefragt, ob auch der Hörer willens ist und die Möglichkeit hat, sich auf so einen Weg zu begeben. Ob du dazu fähig bist, alles hinter dir zu lassen und dich ins unbekannte zu geben. Das ist eine sehr, sehr wichtige Frage, durch die, denke ich, viele Menschen einiges für sich selbst gewinnen könnten.

Man kann sicherlich sagen, dass es die Priorität WATAINS ist, "Teuflische Kunst" zu schaffen. Kannst du dir in diesem Sinne vorstellen, unter eurem Namen etwas aufzunehmen, was nicht Metal ist? Ich meine, es scheint nicht mehr so extrem weit Weg mit den jüngsten Entwicklungen.

Nun, ich weiß nicht, ob ich 'They Rode On' unbedingt einen Metal-Song nennen würde, aber er ist definitiv ein WATAIN-Song. Das ist das interessante daran, und ich denke viele Leute verstehen das eben auch, dass es einfach eine andere Perspektive ist, auf WATAIN zu schauen. Natürlich ist der Inhalt des Songs immer noch verbunden mit den satanistischen Idealen der Band, er handelt natürlich auch zuerst vom Weg des Satanisten. Dieses Stück ist weit davon entfernt einen Kompromiss hinsichtlich unserer Agenda darzustellen. Es ist eher eine Vertiefung dessen, was WATAIN darstellt.

Auf diese Art währe es also durchaus möglich, ein WATAIN-Album im Stile von 'They Rode On' zu schreiben, wenn die entsprechende Inspiration dazu da ist?

Naja, wir machen das, wonach wir uns fühlen, so einfach ist das. Gleichzeitig kann ich mir uns nicht vorstellen, wie wir ein Album schreiben, welches so ruhig und gewissermaßen "entspannt" ist, also über ein ganzes Album hinweg. Ich denke wir brauchen immer auch Raum, die gewalttätige, gefährliche und "feurige" Seite WATAINs auszudrücken. Würden wir anfangen, diese Energien auszusperren, würde einiges ziemlich schief gelaufen sein.

Leider kann ich mir nur Downloads anhören, nichtsdestotrotz: Artwork ist ein wichtiges Element bei allen WATAIN-Alben und etwas, was ich jedes Mal sehr genieße. Das Cover ist wieder sehr gelungen, insbesondere hinsichtlich der Tatsache, dass dieser "Stillleben-Stil" recht ungewöhnlich für das Genre ist. Als Stillleben ist es angefüllt mit Symbolen, welche dem Hörer mal mehr, mal weniger bekannt sein dürften. Würdest du mir das Cover etwas näher erklären, gerade hinsichtlich der Verbindung zu den Songs auch?

Weisst du, das ist eine dieser Sachen, wo ich wirklich möchte, dass sich der Hörer zunächst einmal selber Gedanken macht. Ich denke, es wird so wesentlich interessanter. Jedes Objekt auf dem Cover steht in Beziehung zu einem Stück des Albums und ich möchte gewissermaßen, dass die Leute selber ihren Geist öffnen und eigene Schlüsse ziehen sollen. Ich kann nur sagen, dass es, wie du eben sagtest, ein Cover reich an Symbolik ist, nicht nur was die Objekte an sich angeht, sondern auch hinsichtlich gewisser Farben, die wir verwendeten, der Position der Objekte im Cover usw. Alles hat eine tiefe Bedeutung. Für mich ist es noch ein bisschen zu früh, über das Cover zu reden, die Leute sollten sich erstmal selber Gedanken machen. Gut.

Den einzigen Text, den ich habe, ist natürlich der Text zu 'All That May Bleed'. Du sagtest zu dem Song, dass "an invitation to sacrificial blood letting, ecstatic zealotry and human sacrifice." Blut spielt eine gewichtige Rolle bei euch auf der Bühne und vermutlich auch abseits davon, genauso wie ekstatische Raserei. Jetzt haben wir hier diesen Term "Menschenopfer". Da ich WATAIN nie als in erster Linie provozierend verstanden habe, würdest du erklären, was "Menschenopfer" für dich bedeutet?

Nun, in diesem speziellen Fall sprechen wir vom Menschenopfer als ein nötiger Akt um zu "transzendieren" in diesem göttlichen, religiösen Zusammenhang. Das Opfer des menschlichen Selbst, deines Egos ist ein Schlüsselpunkt, um auch nur das kleinste Fünkchen Göttlichkeit zu erlangen. Du kannst es natürlich auf jede Art interpretieren, wie du willst. Das physische, körperliche Opfer ist genauso wichtig wie das spirituelle. Aber ob wir über das eine oder das andere sprechen, hängt an der Interpretation des Hörers.

Ja, etwas ähnliches dachte ich mir auch schon dazu und interpretierte nur den Titel (da ich den Text ja nicht habe) 'The Child Must Die' auf ähnliche Weise, in dem Sinne, dass "Child" und "Ego" austauschbar wären.

Ja, du bist schon auf dem richtigen Weg, aber 'The Child Must Die' handelt von einer Vielzahl an Dingen, die wirklich schwer sind und auf eine Art noch wesentlich mehr vom Opfer, als 'All That May Bleed'. Das Opfer und alles was mit ihm kommt: Der Schmerz, das Leiden, der Sieg und der Triumph, das wirkliche Transzendieren durch das praktizierte Opfer. Es ist ein Stück von großer Furcht, genauso wie es von großer Freude handelt. Es handelt von der schmerzbeladenen Straße in Richtung Freiheit.

Eine andere Interpretationsweise, über die ich nachdachte, war der Vergleich mit der Ikonographie Liliths, in der sie ein erhängtes Kind in der mittleren rechten Hand hält.

Nun, ich denke, keiner dieser Interpretationen ist falsch und der Text handelt von einer großen Bandbreite an Themen. Wir wurden gar gefragt, ob es ein "Pro-Missbrauchs-Song" ist. Aber das… ich weiß nicht, ob ich das wirklich im Kopf hatte, während ich den Text schrieb. (lacht) Wie auch immer, ich denke der Text kann einiges an Gedankengängen und Reflektionen anregen.

Wo wir gerade von Opfern, Blut usw. sprechen: Wie nötig, denkst du, ist Gewalt für Satanismus? Ich meine Gewalt und die Freude an Gewalt als unausweichlicher Form der Praxis oder einer "zufälligen" Komponente, die abhängig ist vom Individuum und seinem Charakter?

Ich denke, Gewalt ist in meinem Leben zunächst einmal manchmal einfach eine nötige Zutat. Leider, vielleicht. Aber andererseits beschritten wir unseren Weg immer Hand in Hand mit der Gewalt, so war es immer. Wenn du dich dafür entscheidest, ein Feind der Gesellschaft und der Welt, wie wir sie kennen, zu sein, ist Gewalt offensichtlich ein natürlicher Effekt. Gleichzeitig sehe ich mich selber auf keine Weise als einen Sadisten. Ich erfreue mich viel eher am Ausbruch von Gewalt, als an der Gewalt selber. Aber sie ist nötig und das Wichtige ist, dass du keine Angst vor ihr haben solltest. Du solltest nicht die Augen vor ihr verschließen - sie ist da und sie braucht dich von Zeit zu Zeit.

Kommen wir auf den Kern an sich zu sprechen, der Titeltrack. Der Begriff "Die wilde Jagd" hat ja eine ziemlich lange Geschichte, ursprünglich abgeleitet aus der germanischen Mythologie, in der Wotan bzw. Odin seine Armee untoter Krieger in wilden Nächten über den Himmel führte. Was bedeutet dir der Begriff? Geht es einfach nur um die Verkörperung dieses rasenden, fanatischen Aspektes oder gibt es noch eine tiefere Bedeutung?

"The Wild Hunt" ist wohl einer dieser Titel, über die ich vielleicht ein ganzes Buch schreiben könnte. (lacht) Um es einfach zu machen: Für mich ist es eine Verbindung zweier sehr einfacher Wörter. Ich liebe diese Titel wie "Lawless Darkness" oder auch "Sworn To The Dark". Das sind Titel, über die du lange diskutieren und nachdenken und eine Geschichte nach der anderen über sie erzählen kannst. "The Wild Hunt" macht da keine Ausnahme. Der Titel begleitet uns schon eine ganze Weile und jetzt war die Zeit reif, ihn zu verwenden, denn das Album handelt auch im besonderen Maße von den letzten 15 Jahren WATAINs und der Jagd, auf der wir uns seit Beginn befinden. Der germanische Mythos, der ja auch in der nordischen Mythologie zu finden ist, spielt durchaus eine Rolle, aber der Titel bezieht sich nicht primär auf diesen Mythos. Ich mag gewisse Teile dieser Geschichte sehr, ich mag die Idee einer Division von etwas Göttlichem, das durch die Nacht auf eine sehr bösartige, furchterregende und schreckliche Weise rast. Das ist etwas sehr schönes für mich. Und es erinnert auch stark an die Art der Reise, die wir mit WATAIN bis jetzt hinter uns haben. Aber zunächstmal ist das etwas Göttliches für mich, es handelt nicht von der Geschichte WATAINs und doch handelt es von der Geschichte WATAINs, aber in einem metaphysischen Kontext, in einem viel größeren Bild, als den bloßen biographischen Aspekten der Band.

Ein anderer ziemlich ungewöhnlicher Song, gerade was Anfang und Ende angeht, ist 'Outlaw', der dieses Voodoo-artige Intro und Outro hat. Steht der Song in Verbindung zur Figur Qayins/ Kains, die ja heutzutage eine gewisse Verbindung zum südamerikanischen Okkultismus hat (im Übrigen gilt Kain auch als erster Mörder und Gesetzesbrecher – CS.)?

Zu einem gewissen Grad, ja. Dieses "Outlaw-Konzept" hat viele Zweige und Voodoo und die "Qayinitische Tradition" ist sicherlich eng damit verbunden. Diese beiden Zweige sind auf jeden Fall ein gutes Beispiel für das Outlaw-Konzept eingebunden in religiöse Praxis. Aber 'Outlaw' als Ganzes, also der Song selber, handelt eher von der Essenz dieser Idee selber: Nach seinen eigenen Regeln zu leben, kein Opfer zu scheuen, deinen Pfad mit Stolz zu gehen, ohne sich darum zu scheren, was andere Menschen als richtig oder falsch ansehen. Und das lässt sich natürlich gut in Verbindung zu Voodoo und dem Kult Qayins bringen, in welchem du dein eigenes Schicksal schmiedest im Einklang mit deinem Willen, der auch der Wille der Götter ist.


Du sagst oft "rock`n`roll is the devils music". Ich kann durchaus nachvollziehen, wie du das meinen könntest, zieht man die rebellische und auch ekstatische Natur dieser Musik in Betracht. Andererseits sind die allermeisten Bands gerade in diesem Genre recht hedonistisch, man könnte sagen weltlich. Ich weiß, dass du z.B. MERCYFUL FATE und VENOM sehr verehrst, aber was macht sie so "satanisch"?

Wenn ich über "Rock`n`Roll" spreche, dann spreche ich nicht notwendiger Weise über bestimmte Bands, sondern über die Musik selber, über ihre Natur, ihre Möglichkeiten. Ja, und Rock`n`Roll, in diesem Sinne verstanden, ist zutiefst diabolisch. Er hat extrem "feurige" und befreiende Qualitäten, die direkt mit Satanismus verbunden werden können. Aber natürlich, wenn Menschen sich einer solchen Kunstform bedienen, wird sie oft allzu menschlich. Aber die Idee des Rock`n`Roll selber, seine Essenz, ist in jeder Weise verbunden mit dem linkshändigen Pfad, dem Widersacher, in jedem Aspekt.

Es hat ja in den letzten paar Jahren eine ziemlich große Entwicklung gegeben, was Black Metal in Verbindung mit Okkultem, religiösem Satanismus etc. angeht. Wir haben heutzutage eine Menge mehr scheinbar sehr hingebungsvoller Musiker und Künstler, als vor sieben oder selbst fünf Jahren noch. Wenn überhaupt, wie siehst du diese Entwicklung?

Ich denke, eines der Schlüsselwörter in deiner Frage ist das Wort "scheinbar". Um ehrlich zu sein, hat das ganze doch eine Menge mit posen zu tun. Scharlatane, die etwas sehr Machtvolles zu ihrem, wie sie denken, Vorteil nutzen. Aber, trotzdem, was ich sagte, denke ich auch, dass wir in einer wirklich interessanten Zeit leben, was einen "teuflischen Einfluss" auf die Pop-Kultur an sich angeht. Ich meine, wesentlich interessanter heute, als es in den späten 90ern war oder in den letzten 15 Jahren. Ich denke, wir sind auf der Grenze zu etwas sehr, sehr interessantem. Kulturell gibt es normalerweise eine Art von Gezeiten, etwas, was, sagen wir mal, alle 20 Jahre passiert. Und ich denke wir stehen einer solchen Flut zurzeit gegenüber und WATAIN, zusammen mit einigen anderen Bands, wird ein sehr maßgebliches Bestandteil dieser Flut sein. Aber, wie das passieren wird und welche Konsequenzen es haben wird, werden wir noch sehen. Ich denke einfach, wir leben in dieser Hinsicht in sehr interessanten Zeiten.

Auf seine Art parallel zu dieser Entwicklung gibt es neuerdings eine regelrechte Flut an Büchern zu dem Thema. Hat da etwas spezielles deine Aufmerksamkeit gefesselt?

Nun, ich denke, dass die Bücher, welche von Mitgliedern des "Temple Of The Black Light" publiziert bzw. geschrieben wurden, ziemlich herausragen aus dieser "Flut", wie du es nanntest. Aus verschiedenen, persönlichen, Gründen. Aber auch hier haben wir wieder das, wovon ich gerade sprach, ich meine, stell dir mal diese Flut an Büchern dieser Art in den 50ern oder 60ern vor, die Leute hätten den Verstand verloren. Das wäre unerhört gewesen, so viele Bücher, die sich mit ähnlichen, bestimmten Themen beschäftigen, die nur so herausfließen aus verschiedenen Verlägen. Auch das ergänzt sich mit diesem Gefühl, dass wir in einer interessanten Zeit leben. Etwas sehr altes und sehr zorniges erwacht langsames und ich fühle mich gesegnet ein Teil dessen zu sein.

Redakteur:
Christian Schwarzer

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