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ZERO DEGREE: Interview mit Sebastian

25.06.2011 | 01:15

ZERO DEGREE, eine noch recht junge Kapelle aus Thüringen, verzückten mit ihrem neuen Schaffenswerk "Surreal World" nicht nur mein Gehör. Wir sprachen mit dem Bandchef des Melodic-Death-Geheimtipps.

Grüß Dich, Sebastian. Erst einmal vielen Dank, dass du dir Zeit für die Beantwortung meiner Fragen nimmst. Wie sieht es momentan denn im Hause ZERO DEGREE aus? Wie geht es euch?

Hallo Marcel! Bei uns läuft es derzeit doch etwas durchwachsen. Wir schreiben neue Songs, kümmern uns um die Promotion für die Platte und planen Konzerte, wobei letzteres eher suboptimal läuft. Wir würden "Surreal World" gerne auf die Bühnen bringen, jedoch scheint es zurzeit recht schwierig zu sein, an Konzerte heranzukommen. Innerhalb der Band läuft aber alles super.

 

Mit eurem neuen Studiowerk "Surreal World" habt ihr einen kleinen Stern an den Melodic-Death-Metal-Himmel gezaubert. Seid ihr vollkommen zufrieden über das neue Produkt oder hättet ihr im Nachhinein noch gerne etwas verändert?

Danke vielmals! Nein, wir sind sehr zufrieden mit der Platte. Der Produktionsprozess war eine sehr langwierige und auszehrende Geschichte. Umso glücklicher waren wir, am Ende das Resultat in den Händen halten zu können. "Surreal World" ist eine perfekte Bestandsaufnahme der Band und wir freuen uns sehr darüber, dass sie von den Leuten positiv aufgenommen wird.

 

Für eine in Eigenproduktion herausgebrachte Platte ist der Sound recht amtlich. Erzähl unseren Lesern doch ein wenig über den Ursprung und die Produktion von "Surreal World". Gibt es eventuell eine nette Studio-Anekdote, die du uns zum Besten geben willst?

Für den Sound ist maßgeblich ein junger Produzent aus Halle (Saale) verantwortlich. Er heißt Christoph Wieczorek und arbeitet unter dem Namen "Sawdust Recordings". Er hat wirklich einen großartigen Job gemacht. Aufgenommen haben wir die Platte selbst in unserem eigenen Studio. Es gibt einige lustige Anekdoten, mir will aber irgendwie gerade keine Konkrete einfallen. Interessierte können auf unserem YouTube-Channel zwei hoffentlich unterhaltsame Videos zur Produktion ansehen. Dazu fällt mir aber ein, dass einige unserer Freunde meinten, dass wir die Videos hätten untertiteln sollen, weil man den Nordhäuser Dialekt so schlecht verstehen würde.

 

Speziell Songs wie beispielsweise 'Tomorrow Dies Today', sowie das wuchtige 'Frozen Alive' und das infizierende 'Virus' haben es mir angetan. Welche Stücke haben speziell für dich einen besonderen Hintergrund? Welches Lied könnte man als Querschnitt des ZERO DEGREE-Sounds nehmen, um euren Stil am Besten zu beschreiben?

Das ist recht schwierig zu beantworten, da hinter jedem Song eine bestimmte Geschichte steckt und viel wichtiger ein bestimmter Urheber, was es immer sehr interessant macht, wenn die Leute ihren Favoriten küren. Wahrscheinlich würde ich mich für 'Grapes Of Wrath' entscheiden, weil in dem Song wirklich alles steckt was ZERO DEGREE ausmacht. Es ist aber nicht sehr leicht genau einen Song auszuwählen, weil wir versucht haben die Platte so vielseitig wie möglich zu gestalten. 'Whispering Age' hat für mich ebenfalls eine große Bedeutung. Der Song gefiel mir zuerst gar nicht. Mittlerweile ist er wirklich eine meiner absoluten Lieblingsnummern auf der Platte und ich spiele ihn wirklich gern live. 'Frozen Alive' und 'The Fog' sind die beiden Songs, denen wir nicht zuletzt die große Aufmerksamkeit im Netz zu verdanken haben.

 

Wie bereits gesagt, gefällt mir euer Werk richtig gut. Konntet ihr im Laufe der vergangenen Monate eventuell bereits weiteres Material für zukünftige Veröffentlichungen ansammeln?

Ja, wir sind dabei neue Songs zu schreiben, jedoch befinden sich die Ideen noch in einem sehr frühen Stadium. Wir sind sehr kritisch mit dem, was wir tun, dadurch werden immer wieder Songs und Arrangements über den Haufen geworfen. Also es wird noch etwas dauern, bis es eine neue Veröffentlichung geben wird.

 

Es  gibt doch sicherlich die eine oder andere Truppe, die euch in eurem Sound beeinflusst oder inspiriert hat, oder? Speziell zu dem früheren IN FLAMES-Sound besteht die eine oder andere Parallele. Welche wäre das und was hört ihr Sechs eigentlich im Privatleben?

Die Göteborger Schule ist natürlich unser Haupteinfluss gewesen und wahrscheinlich auch der Grund, warum es ZERO DEGREE gibt. Wobei die aktuellsten musikalischen Entwicklungen innerhalb der Band auf eher geteilte Meinungen stoßen. Weiterhin sind wir alle große IRON MAIDEN-Fans. Ich denke die Band hat ebenfalls ihren Einfluss auf unseren Sound hinterlassen. Ansonsten sind die Geschmäcker bei uns sehr weit gefächert. Bei mir laufen gerade die neuen Platten von ARCH ENEMY und AMON AMARTH.

 

Ihr steht ja noch relativ am Anfang eurer Karriere. Welche Ziele und konkreten Pläne habt ihr bzw. hast du mit ZERO DEGREE? Was wäre für dich persönlich ein Traum, den du gerne realisieren würdest?

Konzerte spielen ist natürlich unsere Passion, eine Tour wäre das Größte für uns, aber das liegt doch noch etwas in der Zukunft. Wir sind gespannt, was dieses Jahr noch bringen wird, aber es wird gewiss noch Einiges passieren. Mein persönlicher Traum wäre, einmal für IN FLAMES zu eröffnen. Ich habe Björn und Daniel vor etwa neun Jahren kurz getroffen, das würde ich gerne wiederholen.

 

Was steht anno 2011 denn in eurem Terminkalender? Sind eventuelle Tour-Aktivitäten bereits in euren Hinterköpfen?

Wie schon erwähnt sieht es leider etwas ungünstig aus. Es gibt zwar immer die Option sich in teure Touren einzukaufen, aber das liegt einfach nicht im Bereich des finanziell Möglichen. Also an dieser Stelle ein Aufruf an alle ambitionierten Veranstalter: bucht uns!

 

Die berühmten letzten Worte gehören selbstverständlich Dir. Vielen Dank für deine geopferte Zeit. Ich wünsche euch ein erfolgreiches Jahr und hoffe, dass „Surreal World“ euren gewünschten Effekt mit sich bringt. Hast du noch etwas an unsere Leser bzw. eure Fans zu sagen?

Ich danke dir und POWERMETAL.de für das Interview! Danke an alle Leute, die uns immer wieder unterstützen. Wenn wir euer Interesse geweckt haben, dann hört mal in unser Album "Surreal World" rein.

 

Redakteur:
Marcel Rapp

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