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ACCEPT, ORDEN OGAN, REFUGE, MONUMENT - Köln

21.11.2018 | 17:08

01.11.2018, Live Music Hall

Heavy Metal Dinosaurier in der Domstadt!

Kaum ist der Open-Air-Sommer vorbei, geht es in den Clubs und Hallen der Republik mit den Veranstaltungen weiter: Zur illustren Liste der bandeigenen Indoor-Festivals gesellt sich in diesem November ein Schwergewicht des deutschen Heavy Metal dazu. ACCEPT lädt Anfang des Monats zur "Rise Of Chaos"-Tournee! Auf insgesamt fünf Konzerten, inklusive eines Abstechers zum Weissenhäuser Strand ohne Special Guests, bitten die Band zum Stelldichein. Der Auftakt der Reise durch Deutschland fand am ersten November in Köln in der Live Music Hall statt. Den Headliner begleiten an diesem Abend MONUMENT, REFUGE und ORDEN OGAN.

Es ist einigen organisatorischen Problemen und Verwirrungen bezüglich der Spielzeit auf den sozialen Netzwerken geschuldet, dass wir von der Band MONUMENT, die bereits kurze Zeit nach dem angekündigten Einlass die Bühne zerlegt, nur noch wenige Songs mitbekommen. Dem Publikum scheint es ebenso zu gehen, schließlich lässt die Live Music Hall während des Openers noch eine Menge Platz für weitere Besucher.

Setliste: Hellhound; Carry On; The Chalice; Attila; Wheels Of Steel; Lionheart

Die stoßen jedoch in der Pause zu REFUGE nach und nach dazu. Ausverkauft oder gut gefüllt, das ist die Kölner Szene-Location an diesem Abend zwar nicht, doch der ausgelassenen Stimmung tut dies zu keiner Zeit Abbruch. Im Gegenteil: Der harte Kern von RAGE, wie die Band sich selbst in ihrer Ankündigung vorstellt, spielt sich mit seinem kernigen, hartgesottenen Heavy Metal problemlos in die Herzen der Zuhörer und sorgt für ordentlich Bewegung in den ersten Reihen. Peavy und Co liefern damit einen soliden Auftritt, der die Nackenmuskulatur der Fans ruckzuck aufwärmt.

Setliste: Don’t Fear The Winter (Rage Cover;, The Man In The Ivory Tower; Enough Is Enough (Rage Cover); Invisible Horizons (Rage Cover); Nevermore (Rage Cover); From The Ashes; Solitary Man (Rage Cover); Refuge (Rage Cover)

Vor dem Headliner wird es schließlich noch einmal episch: ORDEN OGAN bringt neben dem eindrucksvollen Bühnenaufbau der aktuellen "Gunmen"-Platte ein ebenso eindrucksvolles Potpourri an Songs aus eben diesem Album sowie eine bunte Mischung aus Titeln der letzten Jahre. Neben dem Titelsong 'Gunman' sorgen die Jungs so etwa mit der Metal-Ballade 'Come With Me To The Other Side' für höhere Temperaturen in der Live Music Hall und animieren die Rhein-Piraten in Köln während des Songs 'We Are Pirates' zum Mitsingen des hymnischen Stücks. Immer noch von seiner Verletzung gehemmt, konzentrierte Sänger Sebastian "Seeb" Levermann sich an diesem Tag auf das Mikrophon und überließ Niels Löffler den Posten an der Gitarre. Ein interner Lineup-Wechsel, den die Band schon während der Sommerfestivals, etwa auf dem SUMMER BREEZE oder dem SABATON OPEN AIR, erprobt hatte. Erneut eine Wahnsinns-Show von ORDEN OGAN und zumindest mein persönlicher Gewinner des Abends.

Setliste: To The New Shores Of Sadness; F.E.V.E.R.; Gunman; Deaf Among The Blind; Sorrow Is Your Tale; We Are Pirates; Come With Me To The Other Side; Forlorn And Forsaken; The Things We Believe In

Bleiben wir bei auffallenden Bühnenbildern: Auch ACCEPT wartet mit einer Kulisse wie aus einem Spielfilm auf. Zwar erinnert der Aufbau im Stil eines Sperrgebiets ein wenig an die Szenen, welche HEAVEN SHALL BURN bei ihren Auftritten auf die Bretter bringen, doch hören die Ähnlichkeiten zwischen den Death Metallern aus Thüringen und den Heavy Metal Dinosauriern an dieser Stelle auch schon wieder auf. Bereits beim Opener 'Die By The Sword' werden Mark Tornillo, Wolf Hoffmann und Mitmusiker von den Gästen in der Live Music Hall gefeiert, das Publikum erweist sich bis zum letzten Song als textsicher und angesichts des nicht enden wollenden Headbangens vor der Bühne als genauso ausdauernd wie die Band selbst – von Ermüdungserscheinungen keine Spur bei der außergewöhnlich präsenten Leistung jedes einzelnen Künstlers auf der Bühne. Der einzige Wermutstropfen bei der Performance von ACCEPT: Ganz so energetisch wie ihre Vorbands kommen die Solinger bei aller Begeisterung der Zuschauer nicht daher.

Setliste: Die By The Sword; Stalingrad; Restless And Wild; Pandemic; Koolaid; No Regrets; Analog Man; T.V. War; Princess Of The Dawn; Monsterman; Up To The Limit; Metal Heart; Teutonic Terror; Fast As A Shark; Zugaben: Stampede; Balls To The Wall; I’m A Rebel

Doch obwohl die Laune auf und vor der Bühne zu den Songs von ACCEPT ihrem Höhepunkt zusteuert und auch die Zugabe des deutschen Heavy Metal Giganten mit euphorischer Vehemenz gefordert wird, bleibt nach den letzten Tönen der Band doch irgendwie ein fader Beigeschmack zurück, betrachtet man die Auslastung der Location. Von großen Bühnen und namhaften Festivals verwöhnt, verwundert es stark, dass das Line-Up um ACCEPT die Live Music Hall an diesem Tag nicht vollständig gefüllt bekommt. Ein Rätsel, welches wir zumindest mit auf den Weg nach Hause nehmen.

Redakteur:
Leoni Dowidat

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