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ANTHRAX / PRONG - Karlsruhe

23.06.2003 | 05:40

17.06.2003, Substage

Zum Glück hatten wir uns eine Woche zuvor auf dem MURDER SHE WROTE Konzert „warmgetanzt“, denn dieser Konzertabend war wirklich vom Allerfeinsten, was der Heavy Metal zu bieten hat und wird mit Sicherheit lange im Gedächtnis bleiben. Den Bericht werde ich nicht zu ausführlich gestalten, schließlich ist gerade schon einer online gegangen..

Den Anfang machten die Belgier AFTER ALL. Da ich etwas zu spät dran war, bekam ich nur ihre letzte Nummer mit und kann mir daher kein richtiges Urteil über die Power / Thrash Metaler bilden. Geht man aber nach den Publikumsreaktionen, dann habe ich damit den besten Teil der Show gesehen: Das TROUBLE T-Shirt eines AFTER ALL Musikers und die `Metal Militia` Coverversion von METALLICA. So richtig Stimmung schien bei ihnen jedenfalls nicht aufzukommen.

Es folgten PRONG, angeführt von einem gut gelaunten Tommy Victor, der sehr schnell das Publikum auf seiner Seite hatte. Kein Wunder, denn er war stets in Action, zog Grimassen und animierte die Menge. Die schweren, fetten Riffs trugen ihren Teil zu dem absolut gelungenen Konzert bei und dem Groove konnte man sich nur selten entziehen. Mit solch einem Auftritt und einer so starken neuen Scheibe (markiert euch den 30. Juni im Kalender!) im Rücken, kann die Band ihre Fans nur beglücken. Ich würde mir sehr wünschen, dass man PRONG auch mal auf einem Festival sichten wird. Es war interessant zu sehen, dass Tommy am (vom Publikum aus) linken Bühnenrand stand, anstatt in der Mitte. Das war aber keine schlechte Idee, denn die anderen Musiker sorgten für genügend Bewegung und Tommy wechselte auch öfters mal seine Position. Am besten fand ich aber den Gesang, es ist einfach cool, wie Herr Victor ins Mikro brüllt und schreit. So hinterließ dieser 45-Minuten Auftritt bei mir und meinen Freunden einen wirklich guten Eindruck! Das einzige Manko: Ich hatte mit einer etwas anderen Setlist spekuliert. So wurden vom neuen Album 2 Songs gespielt (einer davon war `Entrance Of The Eclipse`), ich hatte mit dem Opener `Detached` oder dem geilen `All Knowing Force` gerechnet, die meiner Meinung nach wesentlich besser sind. Aber `Beg To Differ`, `Whose Fist` und als letztes `Snap Your Fingers Snap Your Neck` durften natürlich nicht fehlen. Bei letzterem war auch der Großteil der Besucher in Bewegung. Sehr fett!

Es folgten ANTHRAX und meine Erwartungen waren hoch, denn wenn eine Band wie ANTHRAX mit ihrer Geschichte und dem Hammeralbum „We´ve Come For You All“ kommen, dann müssen die Ansprüche einfach über dem Durchschnitt liegen. Aber so gering meine Zweifel auch waren, der letzte Rest verflog mit dem erklingen von `What Doesn´t Die`. Die Meute war sofort dabei und der Autor legte ein breites Grinsen auf (nachdem ich mir bei PRONG ein paar leichte Schläge in´s Kreuz abgeholt hatte, wollte ich ANTHRAX dann doch lieber am Rande des Moshpits verfolgen – man wird halt alt). Aber auch von da aus konnte man den Abend genießen, denn die Setlist ließ kaum noch Wünsche übrig und die Band ebenso. Jeder, der ohne Unterlass von den 80er Jahren predigt, war auf diesem Konzert sehr gut aufgehoben. Man muss sagen, dass dieser Event eigentlich eine Pflichtveranstaltung ist und jung und alt auf ihre Kosten kommen. Wir alle waren sehr begeistert und nicht nur für meinen (im Forum bekannten) Kumpel Meavis war es „das beste Konzert seit langem“. Der neue Gitarrist Rob Cannigiano hielt sich stark zurück, hatte aber meist ein Grinsen aufgelegt und erfreute sich am Publikum. John Bush (dessen Stimme nicht so dominierend ist wie auf der CD) suchte stets die Nähe des Publikums und war ein sehr guter Frontmann. Energiebündel Scott Ian ist sowieso den Eintritt wert, wurde aber noch klar überboten von Frank Bello. Was dieser Mann an diesem Abend auf der Bühne rumrannte, moshte, ins Mikro plärrte und wie er stets das Publikum animierte, verdient meinen Respekt!! (Da bin ich schon wesentlich früher abgekackt.. *g*)

Halten wir fest, dass ANTHRAX definitiv einen Konzertbesuch wert sind. Um noch ein letztes mal Joey Beladonna nachzutrauern: Ich hätte ihn ja schon mal gerne gesehen, aber man muss John Bush bestätigen, dass er einen guten Job abliefert und live auch die alten Songs wirklich gut singt, obwohl er an diesem Abend nicht alle Töne traf.

Fotos folgen, es wird aber noch einige Zeit vergehen, denn ich konnte kurzfristig leider keine Digitalkamera auftreiben. Ach ja, beinahe hätte ich´s vergessen, kein Bericht ohne Kritik: Die T-Shit-Preise waren echt Scheiße! Wir alle wollten uns eigentlich mit einem Hemd ausstatten, aber bei 25 Teuros ist die Schmerzgrenze überschritten..


Setlist ANTHRAX (aus dem Gedächtnis und somit ohne Garantie)

What Doesn´t Die
Superhero
Got The Time
Caught In A Mosh
Safe Home
Inside Out
Antisocial
Madhouse
Black Lodge
N.F.L.
Nobody Knows Anything
Only

Among The Living
Metal Thrashing Mad
Indians

Redakteur:
Stefan Lang

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