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AVATARIUM, THE SLAYERKING - München

24.10.2017 | 17:21

28.09.2017, Backstage Club

Doom-Metal mit Bond-Girl, sehr charmant.

AVATARIUM - das ist eine der größten Bereicherungen meines Musikschatzes in den letzten Jahren, nicht nur auf CD sondern auch live. Gerne erinnere ich mich an Gigs beim "Hammer Of Doom"-Festival oder auch die Clubshow Ende 2015 im kleinen Backstage Club. Es war mein erstes Konzert nach den Anschlägen in Paris und ich hatte ein mulmiges Gefühl, doch Jennie-Ann Smith und ihre Männer haben mir dies mit einer emotionalen Show sofort wieder genommen.

Avatarium_Slayerking_Tourplakat_2017Diesmal ist es wieder im kleinen Backstage und dementsprechend voll. Irgendwie dachte ich, AVATARIUM wäre "größer" geworden und könnte jetzt in der geräumigeren Halle direkt nebenan spielen, doch dem ist nicht so. Also hinein gequetscht, Bier geholt und erstmal die Griechen THE SLAYERKING kritisch beäugt: Dunkle Gestalten sind das und der Sänger mag sein Gesicht partout nicht zeigen, versteckt es unter einem breiten Hut mit Fadenvorhang. Dazu haucht er seine Ansagen mit gespenstischer Dämonenstimme unters Volk. Ob dieses Image ankommt? Man weiß es nicht, aber ich finde es lustig. Der Sound ist auch gut und die doomigen Riffs drücken in den Bauch, ja das tut gut. Die grimmigen und dennoch etwas kraftlosen Vocals von Efthimis Karadimas, so der Name des Hutmannes, sind auf Dauer allerdings nicht mein Fall und auch das etwas behäbige Songwriting hat allenfalls Potential für eine halbe Stunde Unterhaltung. Danach wächst die Sehnsucht nach AVATARIUM merklich.

Etwa eine halbe Zeigerumdrehung später ist sie dann endlich auf der Bühne, die schwedische AVATARIUM-Blondine, die auch als Bond-Girl schwer was hermachen würde. Der erwartete Opener des aktuellen Albums "Hurricanes And Halos" ('Into The Fire/Into The Storm') taut dann auch schnell die Gemüter auf. Überraschend spielt man danach schon meinen Liebling 'Pearls And Coffins', nicht so brilliant gesungen, wie ich es in Erinnerung habe, aber mit einem tollen, sich immer weiter steigernden Schlusspart und ausschweifenden Gitarrensolo-Orgien von Marcus Jidell. Jawohl, die Band ist in bester Spiellaune. Natürlich wird auf der Tour der Fokus auf das aktuelle Album gelegt, das in meinem Ranking aber nur knapp hinter den Vorgängern liegt. Und vielleicht liegt es daran, dass meine Euphorie zunächst nicht ganz so aufkommt wie sonst bei den Schweden. Dennoch bietet die Show unvergleichlich Elemente: Frau Smith nur in Begleitung einer Akustikgitarre gefällig? Genau dies gibt es bei 'In My Time Of Dying', einer intensiven Nummer, die als Bonus auf "The Girl With The Raven Mask" erhältlich ist. Ein Track, den man haben will! Apropos Rabenmaskenmädchen, die Version von heute Abend hat definitiv Schmiss, zappeln und mitsingen ist hier die Devise. Und als am Schluss dann - viel zu früh - die ersten Akkorde von 'Moonhorse' angeschlagen werden, ist meine AVATARIUM-Gänsehaut wieder Dauergast. Was für ein Song! Die Zugaben können dies nicht mehr toppen, auch wenn der namensgebende Song 'Avatarium' von Jennie als die große Bandhymne angesagt wird. Doch ich kann mich guten Gewissens einmal mehr dem tosenden Beifall des Publikums anschliessen und meine Worte von oben nur wiederholen: AVATARIUM - eine der grössten Bereicherungen meines Musikschatzes!
Setliste: Into The Fire; Into The Storm; Pearls And Coffins; A Kiss (From The End Of The World); The Starless Sleep; Run Killer Run; In My Time Of Dying; Medusa Child; The Girl With The Raven Mask; Deep Well; The Sky At The Bottom Of The Sea; Moonhorse; Zugabe: When Breath Turns To Air; Avatarium

Redakteur:
Thomas Becker

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