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AXEL RUDI PELL und POWERWORLD - Aschaffenburg

07.02.2011 | 13:49

31.01.2011, Colos-Saal

Geballte Doppel-Power im Saal.

Einmal mehr ausverkauftes Haus in Aschaffenburg: Gut 500 Besucher wollen sich AXEL RUDI PELL und Support nicht entgehen lassen. Pünktlich geht es los, POWERWORLD entern die Bühne. Ich schaue mir das Geschehen an und bin ein wenig verwirrt: Irgendwie habe ich den Sänger anders in Erinnerung. Aber darüber kann ich später noch nachdenken.

Gut gelaunt präsentiert sich die Band und macht schonmal Stimmung. Zwischendurch erwähnt besagter Sänger dann, dass sie ja eigentlich keine Band sind und erst seit drei Tagen zusammen spielen. Diese Ansage wird natürlich mit Gelächter quittiert. Dafür klingt das, was so von der Bühne schallt, aber ziemlich gut, und auch der Spaßfaktor kommt nicht zu kurz. Dabei wird schonmal der Bassist vom Sänger freundlich in den Arm genommen oder auch ein wenig mit dem Schlagzeuger geschäkert. Alles sehr locker und entspannt. Es macht Spaß, dieser Band zuzuhören und zuzuschauen.

Da mein Gedächtnis für Setlisten nicht besonders gut ist, schiele ich hoffnungsvoll nach der Liste auf der Bühne. Aber die Chance, sie zu lesen - geschweige denn, sie zu fotografieren - geht natürlich gegen Null. Egal, hauptsache die Musik ist okay - und das ist sie zweifellos. Den Leuten gefällt sie offensichtlich auch und so fällt es POWERWORLD nicht schwer, den Colos-Saal auf den Hauptact vorzubereiten.

Als dann die Bandvorstellung ansteht, fällt der Name Michael Bormann. Aber erst im anschließenden Gespräch mit zwei netten Fans fällt auch bei mir der Groschen: Besagte Fans, die offensichtlich mit der Band gut befreundet sind, klären mich endlich darüber auf, dass Andrew McDermott, der Sänger von POWERWORLD, erkrankt ist und Michael Bormann kurzfristig für ihn eingesprungen ist. Gut, also ist mein Gedächtnis "auf der Homepage sah der Sänger aber irgendwie anders aus" doch noch nicht ganz abhanden gekommen. Das ist schon eine tolle Leistung - sich mal eben ein paar Songs draufarbeiten und eine komplette Tour mitmachen. Hut ab. Also doch erst seit drei Tagen eine Band.

Ein Herzliches Dankeschön an die beiden übrigens auch für die Setlist, die sie mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben.

 

Setliste POWERWORLD:

Intro
Tame Your Demons
East Comes To West
Evil In Me
Human Parasite
Time Will Chance
Cleansed By Fire
Caught In Your Web
Stand Up
Outro

 

Abbau und Umbau gehen natürlich wie immer fix, aber bis AXEL RUDI PELL dann auftaucht, dauert es doch noch eine Weile.

Irgendwann schiebe ich mich dann wieder durch die Menge, um einen halbwegs vernünftigen Platz zu ergattern. Als erstes fällt mir ein sehr großes Schlagzeug ins Auge, das mir irgendwie bekannt vorkommt. Aber erst, als der Besitzer selbigen auftaucht, fällt mir wieder ein wo ich dieses Monsterteil zuletzt gesehen habe: In Stuttgart, bei TARJA! Damals hat man allerdings vom Drummer fast nichts gesehen, weil die Bühne so hoch war. Diesmal kann man Mike Terrana in seiner ganzen Größe bewundern. Die meiste Zeit ist allerdings sowohl er als auch sein Schlagzeug in rot oder rosa getaucht. Was zur Hölle finden alle Musiker nur immerzu an rotem Licht? Na ja, ab und an gibt es doch auch einen Farbwechsel ...

Sänger Johnny Gioli hat es nicht schwer, dass Publikum aufzumischen. Bei 'Fool Fool' wird schon ordentlich mitgesungen und die Stimmung ist richtig gut. Der Mann an den Tasten, Ferdy Doernberg, gibt ab und zu auch den Clown und nimmt schonmal sein Keyboard komplett auf die Schulter, um damit zu spielen. Irgendwie hat man das Gefühl, dass alle auf der Bühne sehr viel Spaß haben. Sogar Axel Rudi lächelt hin und wieder mal beim Gitarrenspiel.

Großes Entzücken herrscht allenthalben, als Mike ein fetziges Drumsolo hinlegt. Vollkommen faszinierend, wie dieser Mann das Drumteil bearbeitet. Komplett baff bin ich aber, als er während dieses Solos den kompletten Radetzky-Marsch spielt! SOWAS habe ich bisher noch nie gehört, affengeil! Dieser Mann ist ein richtiges Drumtier - und das ist jetzt ganz und gar positiv gemeint! Entsprechend groß und lautstark ist natürlich der Applaus.

Die Show geht weiter und auch Ferdy hat weinig später seinen Soloauftritt und kann zeigen, was er pianotechnisch so drauf hat. Irgendwie hat er ständig ein fröhliches Grinsen im Gesicht, das sofort gute Laune macht.

Natürlich führt an Meister Pell selbst kein Weg vorbei: Wenn er die Saiten zupft, ist ihm die Aufmerksamkeit des Publikums gewiss. Und er hat es schon drauf, er ist ein gnadenlos guter Gitarrist, der wie alle guten Gitarristen hin und wieder etwas abwesend wirkt. Aber wenn Johnny dann seine Späße mit ihm treibt und mal eben an seiner Gitarre herumzupft, muss auch ein Axel Rudi Pell mal lachen.

Natürlich ist nach dem Hauptteil noch eine Zugabe angesagt, die recht lautstark eingefordert wird. Bei 'Rock The Nation' geht es noch einmal richtig zur Sache. Sympathisch sind auch die Händeschüttler nach dem Konzert, sowie das obligatorische Drumstöcke- und Plektren-Verteilen.

Eine rundum gelungene Veranstaltung.

Setliste AXEL RUDI PELL:

Too Late
Fool Fool
Medley: Tales Of The Crown - Dreaming Dead
Drumsolo
Mystica
Piano Intro
Glory Night
Temple Of The King
Strong As A Rock
Carousel-Jam
Masquerade Ball - Casbah
Rock The Nation

Redakteur:
Hannelore Hämmer

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