top banner 156
side banner 157

A Day To Remember - Köln

10.03.2011 | 07:25

18.02.2011, Essigfabrik

Mit ihrem neuen Album "What Seperates Me From You" melden sich A DAY TO REMEMBER eindrucksvoll zurück. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Band die Kölner Essigfabrik seit Wochen ausverkauft hat. Trotzdem hat man die Band schon besser gesehen...

A DAY TO REMEMBER sind einfach eine der heißesten Bands der Stunde. Ihr Mix aus Pop Punk, Emo, Metalcore und knackigen Breakdowns kommt bei den Szenefreunden mehr als gut an. "What Seperates Me From You", das bereits vierte Album der Florida-Band, könnte ihr bisher erfolgreichstes werden, schlägt es sich doch ziemlich gut in den amerikanischen Charts. Doch auch in Europa kassiert die Band nur euphorische Stimmen. Zumal man live immer zu überzeugen weiß.

Support haben A DAY TO REMEMBER in Form der schwedischen Screamo/Metalcore-Recken von ADEPT dabei. Die Truppe klingt leider ziemlich austauschbar. Vielleicht gefällt sie gerade deswegen einigen Moshwütigen vor der Bühne. Breakdowns, nach vorne treibene Riffs, hier und da ein kleinen Metal-Lead und ab und an natürlich klarer Gesang. Mir bereitet der Auftritt leider wenig Freude, da die Show nicht gerade allzu energiegeladen ist und man musikalisch Einheitsbrei abliefert. Den Jungspunden im Pit scheint das nichts auszumachen.

Viel mehr Erwartungen habe ich da an PIERCE THE VEIL. Die Emo/Post-Hardcore-Band legt sich mächtig ins Zeug. Vor allem der Bassist und der Gitarrist posen soviel wie nur möglich. Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf dem zweiten Album "Selfish Machines", mit dessen Opener 'Besitos' das Quartett auch direkt loslegt. Das Publikum ist etwas verhaltener als noch bei ADEPT. Im Laufe des Sets scheinen Sänger und Gitarrist Vic Fuentes aber immer mehr Teile vom Publikum überzeugen zu können. Spätestens als sie den aktuellen Charthit 'Like A G6' rausholen, geht im Publikum ordentlich was an Bewegung. Das abschließende 'Caraphernelia', bei welchem auch A DAY TO REMEMBER-Sänger Jeremy seinen Part übernimmt, ist dann noch einmal ein gelungenes Finale.

BAYSIDE wollen dann auf den ersten Blick so gar nicht in den recht Scene-Kid-lastigen Abend passen. Die Tage, in denen man sie noch so gerade in die Emo-Ecke packen konnte, sind schon lange vorbei. BAYSIDE stehen seit ihren neuesten drei Alben für alternativen Rock. Das bald erscheinende Werk "Killing Time" wird dies weiter unterstreichen, wie der Song 'Sick Sick Sick' eindrucksvoll beweist. Die Gruppe macht einen ziemlich aufgeweckten Eindruck, immerhin ist der letzte Europatrip schon einige Jahre her. Gerade deswegen hätte man vielleicht etwas mehr von den ersten beiden Alben spielen können oder zumindest nicht 'Tortures of the Damned' weglassen sollen. Ansonsten haben BAYSIDE überzeugt - obwohl sie nicht vor ihrem Zielpublikum spielen konnten.

Nach der Umbaupause ist es endlich so weit und A DAY TO REMEMBER eröffnen ihr Set mit ihrem vielleicht übelsten Song '2nd Sucks'. Der einleitende Gangshout "You're a fake!" wird eindrucksvoll vom Publikum übernommen. An sich legen A DAY TO REMEMBER die ersten Songs über eine gute Show hin, nur habe ich die Jungs -vorallem Sänger Jeremy- schon mit mehr Feuer unterm Hintern gesehen. Es scheint fast so, als nehme man sich etwas zurück, um nicht schon nach der Hälfte des Sets ausgepowert zu sein, immerhin wird man heute zum ersten Mal über eine Stunde spielen.

Die Setlist ist ein guter Mix aus den neuesten drei Alben plus 'You Should've Killed Me When You Had The Chance' vom Debüt "And Their Name Was Treason". 'All I Want', 'This Is The House That Doubt Built', 'Monument', 'The Danger In Starting A Fire', 'Homesick' oder 'I'm Made Of Wax, Larry What Are You Made Of?' bedienen das Publikum bestens. Jeder Gangshout wird lauthals mitgebrüllt, jeder Breakdown abgefeiert und auch sonst herrscht ziemlich gute Stimmung.

Der Zugabenteil überrascht mit der Ballade 'If It Means A Lot To You' und bietet dann natürlich die beiden Lieblinge 'The Downfall Of Us All' und 'The Plot To Bomb The Panhandle', welche die unerwartet lange Show beenden. Zwar habe ich A DAY TO REMEMBER schon mit mehr Biss und Pfiff erlebt, trotzdem wurde man der Headliner-Aufgabe mehr als gerecht.

Redakteur:
Sebastian Berning

Login

Neu registrieren