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Amon Amarth - Halle

25.10.2004 | 13:38

21.10.2004, Easy Schorre

Ein interessantes Package mit drei "firmeneigenen" Bands haben MetalBlade hier auf Europa-Rundreise geschickt. Neben den bereits etablierten AMON AMARTH durfte sich der Fan auf die Darbietungen der Senkrechtstarter von DISILLUSION und IMPIOUS freuen. Um dieser metallischen Klasse gerecht zu werden, habe ich mir diesmal fachkundige Unterstützung von Kolläschin Gretha Breuer geholt, die mit verblüffenden Einschätzungen glänzte.

IMPIOUS müssen/dürfen diesmal als Opener ran, da DISILLUSION als Leipziger in Halle quasi Heimvorteil genießen und demnach im Billing einen Platz nach oben rutschen.
Das schwedische Abrisskommando brezelt gleich gut los, ihre Granaten schlagen zielsicher ein. Der thrashige Death Metal (oder ist's eher deathiger Thrash Metal?) ist mit reichlich Melodie und vieeel Aggression versehen und das macht den Zuschauern offensichtlich Spaß. Nun hat man solcherlei typisch schwedisches Geboller ja schon einige Male gehört, aber die musikalische Darbietung ist einfach erstklassig, und da IMPIOUS zudem mit reichlich Herzblut und Energie zu Werke gehen, gibt's einfach nur eine Breitseite, die einen genussvoll wegbläst. In Liveform blüht die Band jedenfalls richtig auf und bietet eine tighte und engagierte Vorstellung. (Trotzdem schade, dass IMPIOUS als Erste dran waren, denn die Vor-den-Rampen-Säue haben sich so unnützerweise ihre Energien für später aufheben wollen. - G.B.) Definitiv eine Band, die man im Auge behalten sollte.

Live-Kommentar von Gretha: "Der linkerhand positionierte Gitarrist ist eine übelste Posersau!" Danke, Gretha.

Zum Heimspiel haben sich DISILLUSION wie schon auf einigen Festivals im Sommer zu einer echten Big-Band vergrößert und einige Leute von den befreundeten DARK SUNS mit ins Boot geholt. So gibt es drei Gitarristen (einer davon an der Konzertgitarre), Keyboarder und zur Unterstützung von Vurtox noch jeweils einen weiblichen und einen männlichen Backgroundsänger(in) zu bestaunen. Die musikalische Darbietung ist einfach großartig, obwohl es zu Beginn noch ein paar kleinere soundtechnische Probleme gibt. Der Gig wird im übrigen auch gefilmt und soll eventuell auf DVD erscheinen. Dennoch ist die Stimmung beim Heimspiel nicht ganz so enthusiastisch, wie man eigentlich hätte erwarten können. Vielleicht liegt's aber auch nur daran, dass die Fans kein Detail verpassen wollen. (Diplomat! - G.B.)
DISILLUSION beschränken sich auf ganze vier Songs, darunter allerdings die Mammutwerke 'Back To Times Of Splendor' und 'The Sleep Of Restless Hours'. Vervollständigt wird das Programm von 'Fall' und 'Alone I Stand In Fires'; alle vier Songs stammen ja vom jüngst veröffentlichten ersten Longplayer der im wahrsten Sinne des Wortes progressiven Death-Metal-Band. Mit schamloser Dreistigkeit überziehen DISILLUSION ihren Set um ein paar Minuten um überhaupt noch einen vierten Songs spielen zu können. Mit ihrer vorher insgeheim geäußerten Vermutung "Hier trauen sie sich nicht uns den Strom abzuschalten" liegen die Jungs dabei goldrichtig. Schön für die Fans, die somit fast 45 Minuten lang (statt 35) in den Genuss der tollen DISILLUSION-Kompositionen kommen können.

Live-Kommentar von Gretha: "Die dünnste Band mit den längsten Liedern und den längsten Haaren." Danke, Gretha.

Setlist DISILLUSION:
Back To Times Of Splendor
Fall
Alone I Stand In Fires
The Sleep Of Restless Hours

AMON AMARTH stehen zur Zeit hoch im Kurs, entsprechend groß ist auch das Interesse an ihrem Auftritt. Die haltlos saufenden Wikinger beginnen mit dem Opener ihren neuen Platte 'An Ancient Sign Of Coming Storm' und haben das Publikum sofort unter Kontrolle. Der Sound ist erstklassig und so laufen die Songs gut rein und verursachen kollektives Matte schütteln. An der Darbietung der Schweden ist an sich eigentlich nicht viel auszusetzen, allerdings fehlt es mir irgendwie ein bisschen an der letzten Spritzigkeit. Man spult das Programm dann doch einen Tick zu routiniert herunter.
Bei der Setlist dominieren die "Fate Of Norns"-Songs die erste Hälfte, während im zweiten Teil dann verstärkt die Nummern vom Vorgänger "Versus The World" das Zepter übernehmen. Das Ganze wird immer wieder versetzt mit alten Hits von "The Crusher" und "The Avenger" und schließlich kurz vor dem Ende als Höhepunkt sogar noch mit dem vielfach geforderten 'Victorious March' vom Debütalbum.

Eines ist aber auch live nicht zu überhören. Mit "Fate Of Norns" scheinen AMON AMARTH ein bisschen zu sehr auf "Nummer sicher" gegangen zu sein, die Ähnlichkeit zu den Songs des Vorgängers "Versus The World" ist wirklich frappierend. (Die scheinen sich gesagt zu haben: "Okay, wir nehmen die gleichen Riffs, verbinden die mit den gleichen Melodiebögen, allerdings an anderer Stelle wegen der Abwechslung." - mutmaßt haltlos G.B.) Schlecht sind Stücke wie 'An Ancient Sign Of Coming Storm', 'Fate Of Norns' und 'The Pursuit Of Vikings' definitiv nicht, aber ein bisschen mehr Weiterentwicklung hätte es schon sein dürfen. Abgefeiert werden die Wikinger für ihre energiegeladene Show trotzdem, dennoch sollte beim nächsten Album mal wieder ein kleiner Aha-Effekt her.
Brüllwürfel Johann Hegg packt für seine Ansagen immer wieder klar verständliches Deutsch aus, so fragt er z. B. nach Ende des regulären Sets: "Wollen Sie noch mehr hören?" Die Menge grölt ein ohrenbetäubendes "YEAH!" zurück, was Johann mit einem kurzen, grinsenden "gut" quittiert um anschließend noch 'Where Silent Gods Stand Guard' und 'Bloodshed' vom Stapel zu lassen. Nach genau 90 Minuten ist dann der letzte Ton einer intensiven Darbietung verklungen, wobei ich AMON AMARTH auch schon wilder und ungezügelter erlebt habe. Trotzdem war es ohne Frage eine gelungene Show.

Live-Kommentar von Gretha: "Das war kein Metal-Konzert, weil ich vorne zu oft 'Ich kann nicht mehr' und 'Au, das tut doch weh' gehört habe." Zwischendurch musste sich die arme Gretha sogar ein Bier holen gehen, allerdings: "Ab 'Versus The World' war alles wieder gut." Na also, da ist doch alles in Butter. Danke, Gretha.

Fazit: Besonders die beiden Supportacts IMPIOUS und DISILLUSION können positiv überraschen und trumpfen ganz schön auf, während AMON AMARTH eine eher routinierte Show abliefern.

Setlist AMON AMARTH:

An Ancient Sign Of Coming Storm
For The Stabwounds In Our Backs
Fate Of Norns
Master Of War
Valkyries Ride
Bastards Of A Lying Breed
The Last With Pagan Blood
The Pursuit Of Vikings
The Sound Of 8 Hooves
Once Sealed In Blood
Versus The World
Death In Fire
Victorious March
Bleed For Ancient Gods
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Where Silent Gods Stand Guard
Bloodshed

Redakteur:
Stephan Voigtländer

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