Arch Enemy/Destruction/Abigail Williams/Triosphere - Hamburg

22.12.2009 | 11:59

15.12.2009, Markthalle

Zum Jahresende gibt es in der Hamburger Markthalle noch mal ein richtig feines Line-Up: ARCH ENEMY, DESTRUCTION, ABIGAIL WILLIAMS und TRIOSPHERE. Lecker,lecker,lecker!

Herzlich willkommen in der Hamburger Markthalle, wo die Gigs immer früher losgehen als angesagt. Die Norweger TRIOSPHERE um Frontdame und Viersaiten-Zupferin Ida Haukland bekam ich also nur halb mit. Das Quartett spielt modernen Heavy Metal, über dem das sehr ausdrucksstarke Organ von Ida thront. TRIOSPHERE weckte in mir Erinnerungen an DORO, nur geht es hier musikalisch etwas härter zur Sache. Auf Dauer wurde es dann aber mangels stimmlicher und musikalischer Vielfalt doch ziemlich monoton.

Hätte ich mich nicht im Vorfeld auf das Event vorbereitet, wäre ich wie von den Socken. So wusste ich: Die Jungspunde von ABIGAIL WILLIAMS (angeblich nach einer Hexe im Mittelalter benannt) bieten bombastischen Black Metal mit Ausflügen ins Symphonische. Leider kamen sämtliche Synthie-Sounds aus der Konserve und an den übertriebenen Bass-Drum-Trigger musste ich mich auch erstmal gewöhnen. Doch dann machte es mächtig Spaß. Ihr diabolischer Sound hat mich an DIMMU BORGIR oder CRADLE OF FILTH erinnert, nur dass das Trio um einiges schneller auf den Punkt kommt. Langsam ist die Halle bis oben gefüllt, als zwei Totenschädel die Bühne zieren. Zeit für DESTRUCTION!

Das seit über 25 Jahre bestehende Thrash-Trio DESTRUCTION sah ich als Thrash-Fanatiker bereits zum vierten Mal und jedes Mal können mich die Süddeutschen aufs Neue überzeugen. Ich fühle mich bei DESTRUCTION immer wieder in die Mittachtziger zurückversetzt. Es sitzt zwar nicht jeder Anschlag, aber dafür ist das gesamte Erscheinungsbild umso stimmiger.  Vom neuen Album wurde nur der Titeltrack 'Devolution' zum Besten gegeben. Ansonsten bieten die Thrasher ein Best-Of-Programm ohne Ausnahmen. Songs wie 'The Butcher Strikes Back', das obligatorische Duo 'Thrash 'Til Death/Nailed To The Cross' oder ganz altes Material wie 'Cracked Brain', 'Curse The Gods' und 'Total Desaster' finden Einzug in das Set. Schmier und Co. sind verdammt gut bei Laune, die Menge dankt mit einem Moshpit nach dem anderen.

Dann stürmt um 22.35 Uhr der Headliner die Bühne. Mit einem ganz Markthallen-untypischen, druckvollen und transparenten Sound zocken sich ARCH ENEMY durch ein astreines Set, das keine Wünsche übrig ließ. Selbst die vermeintlichen "Pop-Songs" stören nicht. Ein musikalischer Höhepunkt ist definitiv 'My Apocalypse'. Die gut arrangierten Dynamiken machen den Song auf CD wie Live zu einer starken Nummer. Blondschopf Angela Gossow schreit, boxt und mosht sich beinahe theatralisch durch den Gig, als ob es ihr letzter wäre. Die "ausziehen, ausziehen"-Rufe zeugen wieder mal in bester und peinlichster Manier, wie Flach das Metal-Volk sein kann. Die Instrumenten Fraktion ist auch mehr als gut dabei. In perfekter Harmonie spielen sich die Herren an den Saiten Einen zurecht, Daniel an den Drums hat mal wieder bestens bewiesen, dass er zu den musikalischsten Drummern im Metal gehört. Inklusive Drum- und Gitarrensoli, beenden ARCH ENEMY das "Mini-Festival" natürlich mit dem Smash-Hit 'Nemesis'. Einziges Manko: Auch wenn der Sound noch so gut war, an vielen Stellen war er zu basslastig, sodass er Angela keine Chance gelassen hat, durch diese enorme Wand zu brechen. Aber trotzdem: ARCH ENEMY haben nicht ohne Grund längst Headliner-Status erlangt. Im Großen und Ganzen wurde perfektes Entertainment geboten.


Set-List ARCH ENEMY:

01. Intro
02. The Immortal
03. Revolution Begins
04. Ravenous
05. Blood On Your Hands
06. My Apocalypse
07. Demonic Science
08. Dead Eyes See No Future
09. Drum Solo
10. I Will Live Again
12. Bury Me An Angel
13. Taking Back My Soul
14. Chris Guitar Solo
15. Michael Guitar Solo
16. Dead Bury Their Dead
17. We Will Rise
18. Snowbound
19. Nemesis
20. Outro: Fields Of Desolation

Redakteur:
Jakob Ehmke

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