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BETWEEN THE BURIED AND ME und THE HIRSCH EFFEKT - Hamburg

19.07.2013 | 12:24

02.07.2013, Logo

BETWEEN THE BURIED AND ME und THE HIRSCH EFFEKT zerproggeln das Logo! Ein Abend voller seltsamer Tänze.

Gerade war PERIPHERY nach kurzer Abwesenheit wieder in Hamburg zu Gast, jetzt lässt sich BETWEEN THE BURIED AND ME ebenfalls nach nur kurzer Pause wieder blicken. So kann das gerne weiter gehen. Im Gepäck haben die Amis diesmal nicht nur mehr Musik aus ihrem aktuellen Album "The Parallax II: Future Sequence", sondern auch die nicht minder durchgeknallte Band THE HIRSCH EFFEKT.

Die Hannoveraner THE HIRSCH EFFEKT machen den Anfang und ich frage mich, wieso ich die Band bisher noch nicht entdeckt hatte. Das ist ja absolut großartig. Man kann THE HIRSCH EFFEKT durchaus als deutsche Variante von BETWEEN THE BURIED AND ME bezeichnen. Musikalisch wird hier eine ähnliche Komplexität und Vielfalt aufgeboten, die Texte sind jedoch deutsch und klingen zu meinem Erstaunen richtig gut.
Gespielt wird zum Beispiel 'Agitation' vom aktuellem Album "Holon: Anamnesis", welches ich mir anschließend gleich eingepackt habe. Aber auch das neue 'Fixum' wird zum Besten gegeben. Das Trio (!) vollbringt eine krasse Leistung und gibt alles auf der kleinen Logo-Bühne. Sie bringen auch einige Fans mit, die vieles mitsingen können. So richtig enttäuscht scheint anschließend keiner zu sein, die Zugabe-Rufe am Ende des viel zu kurzen Sets sprechen eindeutig dafür.

"Bitibäm", wie der Bassist von THE HIRSCH EFFEKT die Kurzform von BETWEEN THE BURIED AND ME [BTBAM] ausgesprochen hat, eröffnet das Set erwartungsgemäß mit 'Astral Body' und dem anschließendem 'Lay Your Ghosts To Rest' vom aktuellen Album. Der Sound ist um einiges erträglicher, sprich transparanter, als letztes Jahr, zumindest wenn man nicht unmittelbar vor der Bühne steht. Sänger/Keyboarder Tommy Rogers beweist einmal mehr, dass er nicht nur ein guter Shouter, sondern auch ein toller Sänger ist, auch die anderen Bandmitglieder sind beängstigend gut eingespielt. Aber was Drummer Blake Richardson hier abzieht, ist ganz großes Kino. Ultratight prügelt er heftige Blast Beats ein, spielt ebenso authentisch filigrane Jazz-Pattern, dann wieder schnelle Tom-Wirbel, seltsame Polyrhythmik, aber auch knackige Grooves.
Der Fokus wird nun auf das Überwerk "Colors" (2007) gelegt: Auf 'Ants Of The Sky', zudem das Logo natürlich Polka tanzt, folgt 'Prequel To The Sequel'.

Apropos Tanzen: Was ich heute an Teilhabe des Publikums gesehen habe, war äußerst interessant. Ob hypnotisches Tanzen, nervöse Zuckungen, Mitsingen oder einfach den Notenregen genießen, alles ist möglich bei BETWEEN THE BURIED AND ME. Der Bogen wird wieder zum aktuellen Werk geschlagen, nach dem grandiosen 'Extremophile Elite' folgt das extreme 'Telos'. Was hier gezaubert wird, ist einfach Wahnsinn. Vor allem fällt auf, wie gut die Songs von "Parallax II: Future Sequence" live wirken. Das obligatorische 'Selkies: The Endless Obsession' mit dem immer wieder überwältigenden Solo macht den Schlussakkord.

Der Auftritt im Oktober letzten Jahres war toll, aber heute gefällt mir Setlist, Stimmung und Sound noch um einiges besser. Bis zum nächsten Jahr? Von mir aus gerne!

 

[Jakob Ehmke]

Redakteur:
Jakob Ehmke

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