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BLACK LABEL SOCIETY - Köln

12.04.2018 | 21:06

27.03.2018, Live Music Hall

Zakk On Fire!

Zakk Wylde ist zurück auf deutschem Boden. Mit an Bord hat er mit "Grimmest Hits" nicht nur sein neues Studioalbum, sondern auch richtig viel Bock auf Big-Cojones-Musik, für den Fans den BLACK LABEL SOCIETY-Fronter schon seit Anbeginn der Karriere feiern. Man kann über den Meister des Riffs sagen, was man will, aber wie kein Zweiter zieht er seine Linie knallhart durch, macht exakt das, worauf er Lust hat, und verbiegt sich für Niemanden. Und genau das bekommt auch an diesem Dienstagabend die Live Music Hall in Köln Ehrenfeld zu spüren, denn Wylde darf hier und heute der Domstadt ein wenig einheizen.

Bevor BLACK LABEL SOCIETY jedoch die Bühne stürmt und der gut gefüllten Konzerthalle die Hits nur so reihenweise in den Rachen wirft, entert mit MONOLORD eine schwedische Sludge-/Doom-Metal-Band selbige, die im vergangenen Jahr mit "Rust" ihr bereits drttes Album veröffentlichte. Doch so richtig will der Funke heute Abend nicht überspringen, zu schwer und fast schon erzwungen dröhnen heute 'Where Death Meets The Sea' oder auch das aktuelle Titelstück aus den Boxen. Mühe gibt sich das Trio allemal, ist auch gut aufeinander eingestimmt und hin und wieder kommen auch dezente ELECTRIC WIZARD- und SLEEP-Vibes durch. Doch als nach knapp einer halben Stunde die letzten 'Empress Rising'-Töne erklingen und der Applaus ertönt, bleibt als Fazit zwar eine gut eingespielte und talentierte Truppe, die ihr Potential heute allerdings nicht vollkommen ausgeschöpft hat.

Doch mit Zakk Wylde kommt nun eine Rampensau vor dem Herrn auf die Bühne und die Vorzeichen könnten nicht besser sein: Das neue Album ist top, die alten Hits haben in den vergangenen Wochen brav ihre Runden gemacht, die Live Music Hall hat Bock und ich habe mit drei Bier die richtige Stimmung für BLACK LABEL fuckin' SOCIETY. Der Vorhang macht unmissverständlich deutlich, was die Stunde geschlagen hat. Und dann kommt er auf die Bühne, typische Kluft, typische Haltung und 'Genocide Junkies' ertönt. Was ein Einstand meines BLS-Lieblingsbrechers "1919 Eternal". Weiter geht es mit den beiden "The Blessed Hellride"-Schmankerl 'Funeral Bell' und 'Suffering Overdue', ehe es mit 'Bleed For Me' zurück zum 2002er Album geht.

Was fällt nach den ersten vier Songs auf? Die Stimmung bei Zakk ist geil, der Klang ist deutlich lauter und der positive Dreck, der sich durch den BLACK LABEL SOCIETY-Sound der letzten Jahre zieht, ist auch heute wieder allzeit präsent. Und all der positive Vibe findet sich natürlich auch im Publikum wieder, das heiß darauf ist, den OZZY-Gitarristen in Action zu bewundern.

Und was Köln von Zakk Wylde will, gibt er der Domstadt auch: Nach 'Suicide Messiah' gibt es den "Grimmest Hits"-Block mit 'Trampled Down Below', 'All That Once Shined' und 'Room Of Nightmares', die allesamt sehr gut ankommen. Das ist bei neuen Stücken im Fundus einer Band ja keine Selbstverständlichkeit, doch heute könnte Zakk tun, was er will, er hätte die Massen auf seiner Seite. Und dass der BLS-Fronter auch eine gefühlvolle Seite hat, zeigt er mit der Ballade 'Bridge To Cross', bei dem sich mir eine wunderschöne Gänsehaut aufstellt und die Live Music Hall selbst mucksmäuschenstill ist. Ein wunderbarer Song.

Zwischen den einzelnen Songs wechselt Wylde natürlich auch brav seine Klampfen. Doch auch die anderen Member sollten nicht unerwähnt bleiben: Drummer Chad spielt ein sehr tightes Drumming und verprügelt sein Kit auf sehr coole Art und Weise, Rhythmusgitarrist Dario ist "erst" seit 2014 mit an Bord, hat sich aber perfekt ins Gefüge integriert, und dass John ein perfektes Stück in Zakks Puzzle ist, weiß man nicht erst seit heute.

Klar, weitere Songs an diesem Abend finden auch tosenden Applaus, seien es 'In This River', 'Fire It Up', der Dimebag-Tribut 'The Blessed Hellride' oder das geniale 'Concrete Jungle'. Doch das eigentliche Highlight war mit Abstand Zakks minutenlanges Gitarrensolo auf der Biertheke der LMH. Kinder, das war einfach nur unverschämt geil. Der vielleicht letzte richtige Rockstar soliert sich minutenlang die Finger blutig, wird natürlich ausgiebig gefilmt und für diesen Ausflug quasi mitten ins Publikum ausgiebig gefeiert. Und nach 'Stillborn' ist auch Schluss für heute und selten habe ich lauteren Applaus im Herzen Kölns gehört.

Viele sprechen nach der Show nicht nur von einer sehr guten Setliste oder dem tollen Sound, sondern vor allem von Zakks Thekensolo, das ich in dieser Form auch noch nie gesehen habe. Und so hat BLACK LABEL SOCIETY wieder einmal sämtliche Erwartungen an einen hartrockenden Live-Gig komplett übertroffen. Mit neuem Shirt in der Hand geht es Richtung Auto und die "1919 Eternal" wird wieder ausgekramt.

Setliste: Genocide Junkies; Funeral Bell; Suffering Overdue Bleed For Me; Heart Of Darkness; Suicide Messiah; Trampled Down Below; All That Once Shined; Room Of Nightmares; Bridge To Cross; Spoke In The Wheel; In This River; The Blessed Hellride; A Love Unreal; Fire It Up; Concrete Jungle; Stillborn

Redakteur:
Marcel Rapp

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