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Bang Your Head 2000 - Balingen

28.10.2000 | 11:32

30.06.2000, Messegelände

Chinchilla

Es ist doch immer wieder das gleiche, der erste Einlass am ersten Tag dauert ewig, so wäre es auch verwunderlich gewesen wenn mich dieses Schicksal nicht auf dem Bang Your Head ereilt hätte. Den Hauptnachteil hatte allerdings CHINCHILLA, als ich endlich drin war spielten sie noch 3 Songs, die aber ein gewaltig rockiges Potential hatten. Vor der Bühne hatten sich so ca 100 - 200 Leute versammelt, die sich die Show der schon seit 1988 bestehenden Band ansahen. Viel erzählen kann ich leider nicht über die Band, aber sie gaben sich wirklich Mühe und konnten auch die Anwesenden von ihren Qualitäten überzeugen. Als sie dann noch "Headless Cross" von BLACK SABBATH coverten gab es auch noch einen kleinen Jubelsturm.
(Georg)



Evergrey

Einer der heissesten Anwärter auf den Titel "Newcomer des Jahres" sind sicherlich die schwedischen EVERGREY. Mit ihrem letzten Album "Solitude Dominance Tragedy" landeten sie einen kleinen Überraschungserfolg und nach ihrer Tournee mit CRIMSON GLORY und KAMELOT waren die Jungs um den äußerst charismatischen Sänger Tom Englund nun auch auf dem Bang Your Head-Festival vertreten. Trotz der störenden Auftrittszeit von 10.40 Uhr fanden sich bereits viele Besucher ein um sich von den Qualitäten dieser Band überzeugen zu lassen. Bravourös schafften es EVERGREY innerhalb ihres 40-minütigen Auftritts einen kleinen Höhepunkt des Festivals zu setzen und ein sehr zufriedenes Publikum zurückzulassen. Mit ihrer düsteren Mischung aus Power und Progressive-Metal eroberten EVERGREY die Herzen der Zuschauer im Sturm. Ob "Solitude Within" oder dem genialen "Nosferatu" in der Hinterhand war das auch kein Problem mehr. Musikalisch gesehen wurden auch hier einige Höhepunkte gesetzt, insbesondere von Gitarrist Dan Bronell, der seinem Landsmann Yngwie Malmsteen schon fast das Wasser reichen kann und dem komplexen und sehr intelligenten Spiel von Drummer Patrick Carlsson, die das Publikum in Erstaunen versetzten. EVERGREY haben hier einen sehr gelungenen Auftritt absolviert, der in jeder Hinsicht überzeugen konnte. Mein Respekt vor diesen Musikern, die mit ihrem nächsten Album hoffentlich den endgültigen Durchbruch schaffen werden.
(Christian)



Destiny's End

Auf den Auftritt von DESTINY´S END war ich am meisten gespannt. Konnte mich doch ihre Debut CD ziemlich überzeugen, mit der guten Gitarrenarbeit und natürlich dem herausragenden Gesang von ex-HELSTAR Shouter James Rivera. Sie haben denke ich auch niemanden enttäuscht. Die guten Eindrücke von der CD wurden auch live umgesetzt. Dabei zieht Sänger James schon die meisten Blicke auf sich - er ist ständig darum bemüht die Menge zu unterhalten. Man muß diese Stimme einfach gehört haben, er ist ein erstklassiger Metal Sänger! Einzig vermisst habe ich meine Favoriten des Debuts: "Rebirth" oder beispielsweise "The Fortress Unvanquishable" kamen zu meinem Erstaunen nicht aus den Boxen an diesem Morgen. Dafür spielten sie ganze 4 Songs vom kommenden Album und ich kann sagen, daß ihre Fans bestimmt nicht enttäuscht werden - DESTINY´S END machen da weiter, wo sie aufgehört haben. Und das ist gut so. Schön war, daß man James beim Scorpions Auftritt nochmal zu hören bekam, als sie "He´s A Woman, She´s A Man" spielten, der Song war schon auf der 3. CD von Rivera s HELSTAR "A Distant Thunder" vertreten.
(MetalS)



Jacobs Dream

Nun folgten also JACOBS DREAM aus Amerika. Sie haben ja eine beachtliche CD zu Tage gebracht, die von der Presse durchweg ziemlich gute Kritiken bekam. So konnte man sich freuen, dass sie hier noch als Ersatz eingesprungen waren. Sie begannen mit "Kinescope", doch leider kam das nicht so gut rüber, wie von der Platte. Der Sound war trotz 3 Gitarren nicht so fett (das scheint jetzt in Mode zu kommen...) und der Gesang (sauhoch - Geschmacksache) kam auch nicht so gut rüber wie auf der CD. Ausserdem war die Live-Performance nicht gerade ideal. Doch dies waren schon die Kritikpunkte. Insgesamt war mein Eindruck der Band nämlich ziemlich gut. Das hat ganz einfache Gründe: Mit Bassist James Evans konnte man sich sehr angenehm unterhalten und er hinterließ einen äußerst sympathischen Eindruck! Er meinte auch, daß sich das so ergeben hat mit den 3 Axtmännern und dass sie damit ihren eigenen Sound finden wollen und auf der nächsten CD präsentieren wollen. Da kann man also schonmal gespannt sein. Außerdem schaffte es die Band im Laufe des Konzertes sich immer mehr zu steigern, so wurde es bis zum Ende immer besser. Und eines muß man zu Ihrer Verteidigung erwähnen: Es war einer ihrer allerersten Auftritte überhaupt! Dafür war das ganze also schon wieder ziemlich gut! James meinte, wenn sie Ende des Jahres auf Tour kommen, werden sie praktisch in Deutschland ihre meisten Konzerte gegeben haben...
(MetalS)



Exciter

Pünktlich um 13.25 Uhr enterten die Kanadier die Bühne und eröffneten mit "The Dark Command" ihren Set. Natürlich waren alle gespannt, wie sich der Vierer ohne Dan Beehler macht und vor allem, wie bringt Frontman Jacques Belanger die alten Stück rüber?? Ich sag es mal so, Exciter zogen sich ganz annehmlich aus der Affäre, vor allem, weil sie doch viele Songs von der "Heavy Metal Maniac" spielten und diese von den Metallern ausgiebig mitgegröhlt wurden. Allerdings vermissten so manche im Publikum, den guten Dan. Nichts desto trotz, es wurden auch 2 brandneue Songs gespielt (Release der Neuen ist im August), die wieder mal einiges Gutes von den Powermetallern hoffen lassen.
(Alex)



Axxis

Eigentlich hätte jetzt ja AXEL RUDI PELL spielen sollen, aber wegen 2 schwerwiegenden Krankheitsfällen in der Familie hatte er es lieber vorgezogen am Krankenbett zu verweilen. Für AXEL RUDI PELL wurde dann AXXIS verpflichtet , und was soll man noch über den Auftritt der Happy Melodic Metaller sagen ? Party ohne Ende. Die Mannen um Bernhard Weiß hatten wieder ein gutes Programm aus Klassikern und neuen Songs zusammengestellt und konnten das Publikum voll überzeugen. Es wurde getanzt und gefeiert. Bernhard gab sich gewohnt locker und kommunizierte viel mit dem Publikum. Das war ein Auftritt der meines Erachtens viel länger hätte dauern können, AXXIS haben inzwischen so viele Klassiker und Klassiker sind ja so ziemlich das Beste, was eine Band auf Festivals spielen kann. So bekam man logischerweise u.a. Songs wie "Little Look Back", "Brother Moon", "Stay don´t leave me" und "Touch The Rainbow" zu hören. Aber auch gerade neue Hits wie "Shadowman", "Flashbackradio" oder "Na na na hey hey kiss him goodbye" waren die absoluten Abräumer.
(Georg)



U.D.O.

Nachdem AXXIS stimmungsmäßig ziemlich abgeräumt hatten, war nun der gute alte Udo D. an der Reihe, das noch zu toppen. Und dieser Mann, weiß ganz genau, was seine Fans hören wollen. So hielten sich schon die UDO- und ACCEPT-T-Shirts etwa die Waage. Auf der Bühne gabs dann aber überhaupt keine Zweifel mehr. 12 Songs wurden gespielt, Endstand: UDO-Accept 4:8. Nachdem am Anfang etwas mehr Wert auf die UDO-Stücke gelegt wurde ("Holy", "Independence Day"), gabs dann in der letzten halben Stunde hintereinander "London Leatherboys", "Metal Heart", "Restless & Wild", "Son of a Bitch", "Balls to the Wall", "Princess of the Dawn" und "Fast as a Shark". Damit war dann auch wirklich der letzte zufriedengestellt, und nach über einer Stunde wurden UDO endlich von der Bühne gelassen. Unter diesen Umständen fiel es auch kaum auf, daß der Sound bei den letzten beiden Stücken etwas arg übersteuert war. Fazit: Auch wenn Großmeister Udo nicht mehr so beweglich ist wie zu ACCEPT-Tagen, eine bombastische Stimmung bekommt er immer noch hin.
(Stephan)



Rage

Nach der letztjährigen Absage, kam Peavy diesmal mit neuem Line-up daher (Victor Smolski und Mike Terrana) und schien besonders motiviert zu sein. Los gings mit "From the Cradle to the Grave" und "Days of December" vom vorletzten Album "XII". Aber auch "Ghosts" kam nicht zu kurz ("Back in Time", "Wash my Sins away"). Besonders auffällig war immer wieder, das absolut begeisternde Drumming von Neuzugang Terrana (Metalium scheint entgültig vergessen zu sein), in einem fantastischen Solo durfte er dann mal zeigen, was er so alles draufhat. Alle drei waren richtig gut drauf, und hatten sichtlich ihren Spaß. Zum Ende der knapp einen Stunde Spielzeit wurden dann auch noch "Don't Fear the Winter" und "Higher than the Sky" rausgekramt, so daß dieser Gig durchaus auf dem Habenkonto von RAGE einzutragen ist.
(Stephan)



Saxon

This is the 'fuckin' Heavy Metal Band, which plays 'fuckin' Heavy Metal from 'fuckin' England for 'fuckin' german Metalheads in 'fuckin' Balingen *grins*. Tja, Biff läßt wirklich keine 'fuckin' Gelegenheit aus um das fuck...... ja nun ist's aber wieder gut.... um den Klischee's einer NWOBHM Band gerecht zu werden. Und das nicht nur mit Worten, sondern vor allem mit Noten. SAXON boten einen hammerharten Gig und waren für mich die heimlichen Headliner an diesem Freitag Abend. Los ging es mit "Metalhead" und darauf folgte Klassiker auf Klassiker: "Motorcycle Man", "Dogs of War", "20000 ft", "Denim & Leather", "Conquestadores", "Crusader" (göttlich), "Princess Of The Night", "Strong Arm Of The Law" und einem extra langen "Wheels Of Steel" (natürlich wurde das Publikum miteinbezogen). Biff hatte alles und jeden voll im Griff, auch den Soundmann, der ihm versehentlich am Anfang, mal kurz den Saft abdrehte. Der bekam natürlich die fachgerechte 'fuckin' Aufforderung, die 'fuckin? PA lauter zu machen. Den Briten merkte man die Lockerheit und vor allem deren Spiellaune an und jeder Akkord wurde vom Publikum förmlich aufgesogen. SAXON wurden sogar aufgefordert eine Zugabe zu spielen, was jene ohne zu Zögern taten. Mit "The Power & The Glory" beendeten SAXON ihr 'Fuckin Heavy Metal Event' auf's Allerbeste.
(Alex)



Demons & Wizards

DEMONS & WIZARDS, das Projekt von ICED EARTH-Mastermind Jon Schaffer und Hansi Kürsch, seines Zeichens Sänger bei BLIND GUARDIAN konnten hier in Balingen ihren ersten Live-Auftritt absolvieren. Im Vornherein fragte man sich, ob es übertrieben ist, einer Band, die gerade einmal ein Album herausgebracht hat, die Position vor dem Headliner mit einer Spielzeit von 80 Minuten zu geben. Aber man zog sich ohne Probleme aus der Affaire. Mit einer sehr schönen Bühnenshow und viel Fannähe überzeugten die Dämonen und Zauberer schon von Vornherein und mit Songs wie "Blood On My Hands" oder dem wunderschönen "Fiddler On Green" rissen sie das Publikum ohne Probleme mit, wobei sie weitaus überzeugender als auf ihrem selbstbetitelten Album klangen. Bei der bereits genannten 80-minütigen Spielzeit waren natürlich auch einige Songs von BLIND GUARDIAN und ICED EARTH unumgänglich und so wurden "Travel In Stygian" und "Welcome To Dying" zum Besten gegeben. Der Auftritt war einfach umwerfend und konnte in jeder Hinsicht überzeugen. Erstklassiger Sound, eine schöne und nicht zu übertrieben wirkende Bühnenshow sowie viel Spielfreude aller Beteiligten machten dieses Konzert zu einem Hochgenuss.
(Christian)



Scorpions

Schon im Vorfeld stellte sich nicht nur mir die Frage, können die Scorp's ihrem Headliner Status gerecht werden ? Nein, sie konnten es definitiv nicht! Ist auch schwer, wenn man einen Metalevent mit "Loving You Sunday Morning" beginnt, oder? Immerhin spielten sie einige Klassiker wie "Blackout", "Bad Boys Running Wild" und "Big City Nights". Auf ein Gitarrensolo von Mathias Jabs wurde auch nicht verzichtet, das hätte man aber getrost machen können. Das war nichts Ganzes und nichts Halbes. Ebenso das Drumsolo (nach "Dynamite"), das sich ebenfalls unter der Rubrik "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten?" einfügen konnte. Was mich allerdings maßlos geärgert hat war, daß man bei dem Song "Holiday" mittendrin aufhörte ?!?! Ich wartete gespannt, nach dem ruhigen Anfang, daß es krachen würde....doch da krachte nix? Aber schon gar nix!!!!! Dann wurde ein Überraschungsgast angekündigt. James Rivera, seines Zeichens Frontman von DESTINY'S END kam "on stage" und gemeinsam mit Meine sang man "He's A Woman, She's A Man". Hätte der gute Klaus wohl besser nicht getan, denn James sang Klaus locker in Grund und Boden. Vieleicht wollten die Scorp's damit auch ein Zeichen setzen, um auch einmal jüngeren Bands die Chance zu geben, mit solchen "Größen" (Achtung!! IRONIE) auf der Bühne zu stehen. Vor zwanzig Jahren, wäre es so gewesen, doch Zeiten ändern sich. Obligatorisch waren dann auch die Balladen "Still Loving You" und "Wind Of Change" (wobei hier ein Pfeifkonzert im Hintergrund zu hören war, allerdings nicht von Meine gepfiffen). Mit "Rock You Like A Hurricane" und "Smoke Is Going Down" beendeten die SCORPIONS den Set. Schade, schade, schade, meine Herren aus Hanover, ich dachte wirklich, euch wäre es Ernst damit, die Herzen der Metalfans wieder zu gewinnen, doch nach diesem Abend, denke ich, ihr habt noch einige mehr verloren.
(Alex)


Redakteur:
Christian Debes

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