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Christmas Rock Night 2001 - Ennepetal

01.01.2002 | 04:15

07.12.2001, Haus Ennepetal

Wenn man mit wenigen Erwartungen irgendwohin geht, dann wird man auch kaum enttäuscht. So war es diesmal auf der CHRISTMAS ROCK NIGHT in Ennepetal, denn eigentlich habe ich mich nur auf SAVIOUR MACHINE gefreut und auf TOURNIQUET, die allerdings schon im letzten Jahr dort aufgetreten waren. Ansonsten ging man doch mit etwas zwiespältigen Gefühlen dorthin, denn zum ersten mal ging das Event über 3 Tage und es waren auch nicht allzuviele interessante Bands angekündigt worden (zudem hatten LIVING SACRIFICE abgesagt). Die Veranstalter lieferten aber auch in diesem Jahr wieder vorzügliche Arbeit ab und das drumherum ist jedesmal super (besonders wenn man mit so coolen Leuten unterwegs ist, in märchenhafter Umgebung - allerdings mit furchteinflößenden Killer-Karniggeln). Doch genug palavert, kommen wir zum wesentlichen, denn wie schon angedeutet: Es hat sich auch in diesem Jahr wieder gelohnt!

Freitag, 07.12.2001

(Leider mal wieder etwas zu spät gekommen, aber u. a. hat das Auto seltsame Geräusche von sich gegeben)

BRIDE
(Main Stage)
Tja, was soll man über diese Band noch groß Worte verlieren, wenn man dem Heavy Metal zugewandt ist und sie FRÜHER mal gut fand? Zumindest aus dieser Sicht ist diese Band heutzutage eine Riesenenttäuschung. Seit dem genialen Scheibchen „Snakes In The Playground“ hat die Band nix gescheites mehr abgeliefert und rennt nur noch jedem Trend hinterher. So steht man schon ziemlich gelangweilt und gähnend vor der Bühne, weil die Band auch kaum noch irgendwelche Klassiker auskramt, bis dann doch kurz „Under The Influence“ vom geilen dritten Metal Scheibchen „Silence Is Madness“ ertönt. Diesen Songs spielt die Combo jedoch so langweilig, daß dem Verfasser beinahe die Füße einschlafen und man beschließt dann doch lieber die Zeit bei einem gemütlichen Bierchen zu verbringen. Wenn man dann noch bedenkt, daß Dale Thompson (Sänger und Bruder vom Gitarristen Troy Thompson) die Bühne mit Cowboyhut und Sonnenbrille betreten hat, dann fragt man sich ernsthaft, ob die Jungs einen veräppeln wollen...

THE VIOLET BURNING
(Main Stage)
Im letzten Jahr war diese Band eine meiner persönlichen positiven Überraschungen. Was die reduzierte Band (nur zu dritt) aber in diesem Jahr ablieferten, war dann doch bestenfalls höflichkeits-Applaus wert. Als Abschluß des Abends wäre der Auftritt nicht schlecht gewesen - und wenn man dabei schon im Bett gelegen hätte (ich wäre sofort eingeschlafen). Immerhin versuchten sie mit ihrer mega-langsamen Version vom „Little Drummer Boy“ etwas Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen. Das gelang den dreien aber bei dem zahlenmäßig reduzierten Publikum nicht.

TOURNIQUET
(Main Stage)
Es folgte der erste zu erwartende Höhepunkt des Wochenendes. Die Erinnerungen an das letzte Jahr wurden wach, an dem TOURNIQUET nach relativ kurzer Spielzeit von den Fans zurückgebrüllt werden sollten (was aber nicht funktionierte). Wohl als Entschädigung dafür wurden sie in diesem Jahr erneut verpflichtet. Leider waren aber schon die Voraussetzungen in diesem Jahr ganz anders, denn das Publikum war bei weitem nicht so zahlreich erschienen wie im letzten Jahr und die Stimmung kochte auch nicht gerade über. Dennoch gelang es TOURNIQUET zumindest dem Verfasser ein breites Grinsen zu entlocken, denn die Setlist hatte es in sich. Wie versprochen wurden Songs aufgeführt, die noch niemals zuvor live gespielt wurden. So stieg man mit „Tears Of Korah“ vom genialen Debutalbum „Stop The Bleeding“ ins Set ein. Ich konnte es kaum glauben, diese geile Nummer live zu hören, da war sie auch schon wieder vorbei. Leider war der Sound hier auch noch nicht optimal. Es folgte „Pecking Order“ vom vierten Album „Vanishing Lessons“. Auch absolut cool! Danach folgte eine Riesenüberraschung und eigentlich ein absoluter Hammer: Man spielte „The Messiah“ von BLOODGOOD. Dieser Song befindet sich auch auf dem „Live In Studio“ Album, wobei dort auch Les Carlsen singt. Das hätte er wohl hier auch besser getan, denn peinlicherweise konnte so mancher aus dem Publikum den Text besser als Luke Easter von TOURNIQUET... Immerhin wurde dieser noch unterstützt vom DISCIPLE Sänger. Dennoch eine coole Idee diesen Song zu spielen, danke TOURNIQUET! Es folgte ein weiterer Hammer: „Trivializing The Momentous – Complicating The Obvious“. Der Song ist absolut geil und vor allem das Intro kann einen völlig umhauen. Leider hatte das ganze aber einen negativen Beigeschmack, denn zum einen kannte den Song scheinbar nicht jeder im Publikum (die Nummer befindet sich auf dem umstrittenen „Acoustic Archieves“ Album als einziges elektrisches Stück) und zum anderen war der Sound so dermaßen leise, daß selbst bei mir der Funken einfach nicht völlig überspringen wollte. Das finde ich auch im Nachhinein noch sehr traurig, denn die Nummer war eigentlich sehr gut gespielt. Weiter gings mit „Caixa De Raiva“ vom neuesten Werk „Microscopic View...“. Dieses Stück wird man in Zukunft wahrscheinlich eher nicht mehr spielen, denn live ist sie auch nicht unbedingt der Bringer. Es folgte ein weiteres absolutes Highlight, von dem ich nicht glaube, daß man es nochmal genießen werden kann: „The Skeezix Dilemma“ Part I UND II am Stück !!! Sehr geil! Insgeheim habe ich darauf gehofft. Das war schon fett, ca. 15 Minuten Musik der Extraklasse am Stück. Leider hatte ich aber auch hier das Gefühl, dass das Ganze nicht so richtig auf das Publikum übersprang (was ich nur damit erklären kann, daß der Sound zu leise war). Dennoch wurde die Band mit sehr viel Beifall belohnt. Wie man aber die Stimmung wieder kaputtmachen kann, konnte man jetzt sehen: Es folgte die Wahnsinns Nummer „Going Going ... Gone“ von der noch wahnsinnigeren CD „Crawl To China“. Der Song an sich ist schon super langweilig, aber wenn er dann noch um die 6 Minuten geht... da kann man vom Publikum wirklich nichts erwarten. Ein klein wenig konnte man die Stimmung von 0 anheben mit dem darauffolgenden Pop Hit „Carry The Wounded“. Die Nummer groovt wenigstens etwas. Der krasse Gegensatz folgte aber sogleich mit „The Hand Trembler“. Die sehr geniale Nummer vom „Collected Works“ Album war wirklich fett (wenn man das sagen kann bei der Lautstärke). Aber wer den Song kennt, weiß was ich meine. Das Intro und das geniale Riff – dieser Song ist einfach Weltklasse. Die Berg und Talfahrt wurde damit auch beendet und so verließ das Publikum mit unterschiedlichen Meinungen die Halle. Viele hätten halt dann doch lieber die Hits gehört. Ich persönlich als Fan und Besitzer aller Werke fand die Setlist aber mit kleinen Abstrichen exzellent !!! Insgesamt kann man sagen, daß TOURNIQUET auf alle Fälle den Eintritt wert sind, dafür haben sie zu geniale Songs und überhaupt waren sie auch recht motiviert auf der Bühne an diesem Abend. Daumen hoch!

Setlist:
Tears Of Korah
Pecking Order
Messiah (BLOODGOOD)
Trivializing The Momentous – Complicating The Obvious
Caixa De Raiva
Skeezix Dilemma Part I+II
Going Going Gone
Carry The Wounded
The Hand Trembler

Redakteur:
Stefan Lang

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