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Couragous - Hanau

27.11.2002 | 06:34

22.11.2002, Audion

Seit die Offenbacher Hafenbahn im Juni diesen Jahres zu Grabe getragen wurde, hat sich so recht noch keine Alternative für den Metal-Fan im Rhein-Main-Gebiet erschlossen. Zwar wurde mit der Stadthalle in Langen eine sehr annehmbare Lokalität für Konzertauftritte mittelgroßer bis großer Bands gefunden; die ganz eigene Atmosphäre der Hafenbahn mit all ihren Vor- und Nachteilen sucht man jedoch vergebens. Vermisst werden ebenfalls die vielen Underground-Konzerte, die in der Hafenbahn stattfanden und für einen Auftritt in der Stadthalle mehrere Grössenordnungen zu klein sind. Als eine mögliche Alternative tritt nun der Club Audion in Hanau hervor, der durch seine abgeschiedene Lage inmitten eines Industriegebietes geradezu prädestiniert ist für Leute, die auch nach Mitternacht gerne metallischen Klängen frönen. Mit einem Fassungsvermögen von ca. 200 Mann, einer kleinen aber feinen Bühne und grosser Theke also der ideale Auftrittsort für den hessischen Underground.
Und so schickten sich an diesem Abend IRA TENAX, ODIUM und die Lokalhelden COURAGOUS an, dem recht zahlreich erschienenen Publikum zu zeigen, wo der Hammer hängt.

IRA TENAX
Los gings mit den Hanauern Deathern IRA TENAX die es sich stilistisch irgendwo zwischen SIX FEET UNDER und alten PARADISE LOST gemütlich gemacht haben. Und obwohl ich den wenigsten Death-Metal Bands etwas abgewinnen kann, muss ich in Bezug auf IRA TENAX eine Ausnahme von der Regel machen. Der atmosphärische düstere Death Metal wusste zu gefallen. Die Vocals pendelten zwischen Geröchel, welches aus den Vorhöfen der Hölle nach oben drang, bis hin zu melancholischem düsterem aber cleanem Gesang, je nachdem wie die Songstruktur es benötigte. Selbige wechselte zwischen melancholischen, düsteren Melodien und fettem Riffing ab. Zur optischen Untermalung brachte die Band noch "Feuerlampen" mit. Leider war dies auch so ziemlich das einzige optische Highlight, während die Band an sich weitgehend etwas zu statisch blieb um den Funken überspringen zu lassen. Doch mit dem qualitativ hochwertigen Stoff konnte sie auch zu "Chamber Of Forgotten Souls" die ersten Headbanger begrüßen. Und das als Zugabe gespielte, coole, groovige "Warmachine" von KISS konnte setzte einen erstklassigen Schlusspunkt unter das Set des Openers.
[Georg]

Fall Of Lucifer
Golden Gate
Ultimate Battle
Deepest Horror
Chamber Of Forgotten Souls
Pure Power
Eternal Wrath
Warmachine (KISS)


ODIUM
Etwas beweglicher waren dann die Thrasher ODIUM aus Hasselroth. Stilistisch möchte mochte man sie anfangs als melodischem Thrash mit
Hang zu METALLICA einordnen. Durch den höheren Gesang hinkt auch dieser Vergleich. Doch im weiteren Verlauf des Sets gewann die Band deutlich mehr an Eigenständigkeit. Dennoch kam im Laufe des Gigs eine gewisse Langweile auf, da den Songs einfach der überraschende Moment oder das notwendige Maß an Abwechslungsreichtum fehlte. (Evtl liegt es auch daran, dass ich auch nicht wirklich zu den Thrash-Begeisterten gehöre). Jedenfalls gab sich die Band auf der Bühne alle Mühe. Besonders hervorzuheben ist meiner Ansicht nach der mittlerweile Kurzhaarige Basser Christoph Reiber der mit seinem Bass in Streitaxt-Look auf der Bühne nicht zu bändigen war. Letztendlich boten ODIUM eine solide Show, die von dem Publikum mit ordentlichem Applaus belohnt wurde.
[Georg]

A New Beginning
Swallow
Count The Cost
Mindbender
No One But Me
U Stole My Youth
Beast
Paperhouse
Timeless
Dying Day
Hopeless
Written In Flesh


COURAGOUS

Über mangelnden Zuspruch seitens des hessischen Publikums können sich die nun folgenden COURAGOUS mit Sicherheit nicht beschweren. Und so kann man die Tatsache, dass sich die Reihen im Audion lichteten wohl nur mit der inzwischen stark vorangeschrittenen Uhrzeit erklären, die bereits den nächsten Tag einläutete. However: Mit einem Hammeralbum wie "Remember" im Gepäck konnten die Frankfurter nur gewinnen. Somit wunderte es auch niemanden, dass die Setliste (neben unumgänglichen Bandklassikern wie "Listen") hauptsächlich Songs des vielumjubelten aktuellen Outputs enthielt. Insbesondere das bisher noch nie live zelebrierte "Fourth Dimension" überzeugte auf ganzer Linie und lässt es nicht abwegig erscheinen, diesen Song ins künftige Repertoire aufzunehmen.
Musikalisch bildeten COURAGOUS eine fest zusammengeschmolzene Einheit, die mit tiefem, fetten Riffing, das mal brachial, mal rhythmisch vertrackt oder auch einfach langsam und bedrohlich auf die Hörerschaft losgelassen wurde, ihre Klasse deutlich bewies. Zumindestens gibt es derzeit keine Band auf dem Markt, die Frickel-Parts mit unverschämt fetten Riffs auf eine derart überzeugende Art präsentiert. Das durch die Instrumentalfraktion gesetzte hohe Niveau wurde selbstredend wie immer auch von Sänger Chris Staubach mitgetragen, der das verbliebene Publikum entschlossen anheizte.
Den Schlusspunkt unter einen absolut überzeugenden Gig setzte um 1:30 Uhr der DEATH-Klassiker "Trapped In A Corner", der mit einer beängstigenden Präzision vorgestellt wurde. Two thumbs way up ! und danke COURAGOUS für einen erstklassigen Auftritt.

Intro / Brothers In Mind
Listen
Scared
Nothin
Fire
Mystic Highway
Fourth Dimension
Remember
Invisible Enemy
One With The Pain
Immortal
Fade Away
Midian
Rebirth
Trapped In A Corner

Redakteur:
Christian Debes

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