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DIE APOKALYPTISCHEN REITER, TURISAS und AKREA in der Centralsation, in Darmstadt - Darmstadt

26.04.2011 | 08:59

08.04.2011, Centralstation

Eine stilistisch bunt gemischte Truppe hat sich aufgemacht, Deutschland und den Rest der Welt musikalisch zu erobern.

Das dürfte ihnen auf jeden Fall in Darmstadt gelungen sein. Mit von der Partie sind außer den APOKALYPTISCHEN REITERN noch die Oberpfälzer AKREA und die Finnen von TURISAS.

Den Anfang macht die deutschsprachige Melodic-Death-Metal Band AKREA. Ich gebe ehrlich zu, dass dieses Genre jetzt nicht so mein Ding ist, aber den Zuschauern gefällt es und sie spenden ordentlich Applaus. Man sieht der Band auch ihre Spielfreude an. Nach einer guten Dreiviertelstunde räumt AKREA die Bühne und die Umbauarbeiten für TURISAS beginnen. Sie haben sich nach einem alten, finnischen Kriegsgott benannt und ihr Markenzeichen bei Auftritten ist die schwarz-rote Kriegsbemalung.

Der Umbau geht ziemlich fix, und so können die Battle-Metaller, wie sie sich selbst nennen, schon bald die Bühne stürmen. Sie eröffnen den "Battle" mit 'To Holmgard And Beyond' und direkt danach folgt 'One More'. Das Publikum dankt es ihnen gleich mit lautem Mitsingen, in der ersten Reihe wird auch sofort eine finnische Flagge hochgehalten.

Nach diesen beiden Songs lässt sich Sänger Mathias "Warlord" Nygard erst einmal lang und breit über deutsches Bier im Allgemeinen aus - verglichen mit amerikanischem Bier. Er ist offensichtlicht entzückt darüber, dass Darmstadt ihn und die Band mit einem stadteigenen Bier begrüßt. Und dass dieses Bier kein Vergleich zu dem Zeug sei, was man in den Staaten unter Bier verstehen würde. Dafür erntet er natürlich grölenden Applaus.

Weiter geht es dann mit drei Titeln vom neuen Album "Stand Up And Fight": 'The March Of The Varangian Guard', 'Great Escape' und 'Stand Up And Fight'. Die Musik von TURISAS ist energiegeladen, mitreißend und macht einfach Spaß. Der Kontakt zum Publikum kommt auch nicht zu kurz. Der "Warlord" teilt schließlich das Publikum in zwei Gruppen ein, die er Team 1 und Team 2 nennt, um herauszufinden, wer am lautesten ist. Und so wird abwechselnd gegrölt, gesungen oder gepfiffen, angefeuert durch die Herren an der Gitarre und am Bass, bis dann alle gemeinsam singen.

Das Publikum ist das, was man "heiß" nennt und bei 'Rasputin' - einem hervorragenden BONEY M.-Cover - ist die Stimmung auf dem Höhepunkt. Leider bleibt nur noch Zeit für einen letzten Song, nämlich ihre 'Battle Metal'-Hymne, und es gibt auch keine Zugabe, trotz massiver Forderungen.

 

Setliste:

To Holmgard And Beyond
One More
Stand Up And Fight
The March Of The Varangian Guard
Great Escape
Stand Up And Fight
Rasputin
Battle Metal

 

TURISAS haben dem Publikum dermaßen eingeheizt, dass die Reiterschar sich schon mächtig anstrengen muss, um das zu toppen.

Während des Umbaus wird schon fröhlich das Lied von der Sonne angestimmt, die aus einem gewissen Körperteil scheint. Die gute Stimmung hält also durchaus auch während der Pause an. Nach einem etwas längeren Intro fällt endlich der Vorhang und die Reitershow "Moral und Wahnsinn" kann beginnen.

Dr. Pest hat eine sehr aparte "Umkleidung" für sein Keyboard ausgewählt: In einem Sichtfenster sieht man einen Kopf, Hände und Füße einer Schaufensterpuppe, die sich auf Knopfdruck neckisch auf- und abbewegen. Er selbst trägt sein bekanntes, schnuckeliges Leder-Outfit mit Teilmaske und ist selbstverständlich auch öfter peitschenschwingend auf der Bühne zugange.

Drummer Georg kann das Geschehen im Saal gut von seiner erhöhten Position aus beobachten, genauso wie ich von der Empore aus. Und die Fans sind in wahrem Reiterrausch, die Reitermania ist voll ausgebrochen. Gleich am Anfang der Show werden die vorderen Reihen mit einer Konfettikanone "beschossen", später kann man die Herren auf der Bühne teilweise mit Gasmasken bewundern und Sänger Fuchs erscheint sogar in einem Priesteroutfit.

Gespielt werden natürlich die Songs aus dem aktuellen "Moral und Wahnsinn"-Album, aber auch ältere Stücke kommen nicht zu kurz. Die Stimmung steht eindeutig auf Abfeiern und die Reiter geben den Fans, was diese wollen. Die Stimmung ist prima und als die Reiter nach 'Der Kleine Wicht' von der Bühne gehen ist klar, dass das nur ein kurzer Abschied ist. Bis sie zur ersten Zugabe auf der Bühne erscheinen wird lautstark wieder die vorhin schon erwähnte Sonne gegrölt. Aber noch ist es nicht soweit. Erst gibt es noch 'Ein Liebes Lied' und 'Seemann', bevor sie nach 'Roll My Heart' wieder von der Bühne verschwinden.

Dass es weitere Zugaberufe gibt, muss eigentlich nicht erwähnt werden, und so wird eine dritte Reiterrunde eingeläutet. Endlich, nach 'Riders On The Storm', werden die Fans erhört und die Reiter lasen die Sonne scheinen. Die anwesende Meute singt lautstark mit und ist völlig aus dem Häuschen. Aber irgendwann muss natürlich auch Schluss sein und so beendet 'Heimkehr' einen wunderbaren, musikalisch gelungenen Abend.

Redakteur:
Hannelore Hämmer

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