DORO Jubiläumskonzert - Düsseldorf

23.12.2003 | 13:09

13.12.2003, Phlipshalle

20 Jahre DORO, 20 Jahre Heavy Metal made in Düsseldorf und schließlich ein Jubiläum, das auf eine Karriere zurückblicken kann, die von Höhen und Tiefen gezeichnet war und nun, im Jahre 2003, endlich wieder da angekommen ist, wo DORO schon immer hingehört hat, nämlich an die Spitze der internationalen Hard-Rock-Szene.

Natürlich musste dieses Jubiläum auch gebührend gefeiert werden und welcher Platz könnte da passender sein, als die Düsseldorfer Philipshalle, in der DORO zum Ende des Jahres eine ganz große Show aufziehen wollte und ein Konzert spielen wollte, dass sie und ihre Fans ihr Leben lang nicht vergessen werden. So lud Frau Pesch sowohl nationale als auch internationale Prominenz zu ihrem Jubiläumskonzert, welche sie bei ihrem rund dreistündigen Gig unterstützen sollten. Da waren so große Namen wie Lemmy von MOTÖRHEAD, Jon Oliva von SAVATAGE, Pete Steele von TYPE 0 NEGATIVE und sogar die Jungs von METALLICA im Vorfeld durch die Gerüchteküche gegangen. Nun, leider sind nicht alle gekommen, doch trotzdem wird dieser 13.Dezember 2003 noch längere Zeit in den Köpfen der Hard-Rock-Gemeinde verweilen, davon bin ich fest überzeugt.

Doch kommen wir endlich zur musikalischen Untermalung dieses Abends, und damit zur ersten Band:

CIRCLE II CIRCLE

Pünktlich um 19Uhr begannen CIRCLE II CIRCLE mit ihrer Show und angesichts der Tatsache, dass der Hauptteil der Zuschauer noch vor der Halle stand und nicht hineingelassen wurde, war sowohl für Band als auch für`s Publikum ärgerlich. Meine Wenigkeit schaffte es um 19.25Uhr endlich ins Innere und da hatten CIRCLE II CIRCLE bereits den Großteil ihres Sets gespielt. Eigentlich stand hinter diesem Auftritt im Vorfeld ja sowieso ein großes Fragezeichen, waren Frontmann Zak Stevens doch kurz vor der Tour sämtliche Bandmitglieder davongelaufen. Trotzdem schaffte es Stevens rechtzeitig eine neue Backing-Gruppe zu besorgen, die jedoch spürbar nicht so agil wirkte, wie die alte Mannschaft. Auch die optische Präsenz erschien auf den ersten Blick seltsam: Da tummelte sich ein etwas kräftiger Bassist, der eher zu CROWBAR passte als zu CIRCLE II CIRCLE. Dazu ein Drummer, bei dem ich mich noch immer frage, ob er seine Perücke nicht bei Atze Schröder ausgeliehen hat. Aber gut lassen wir das, denn rein musikalisch haben CIRCLE II CIRCLE auch an diesem Abend nichts anbrennen lassen. `Watching In Silence´, `Out Of Reach´ und die beiden SAVATAGE-Nummern `Edge Of Thorns´ hinterließen eine zufriedene, wenn auch noch nicht vollzählige Menge.

Als SAXON dann die Bühne betraten, war der Raum vor dem Wellenbrecher (warum zum Teufel stand der überhaupt da?) schon gerammelt voll. Anscheinend waren viele Leute auch wegen SAXON gekommen, wie der begeisterte Applaus, den die Briten bekamen, nachhaltig beweisen konnte.
`Heavy Metal Thunder´ eröffnete ein gut 50-minütiges Set und direkt beim ersten Song hatten SAXON die Zuschauer schon auf ihrer Seite. Das folgende `Princess Of The Night´ wurde lautstark mitgesungen und mit `Rock The Nations´ sorgten SAXON für die erste Überraschung. Es folgten weitere bekannte Highlights wie das epische `Court Of The Crimson King´ so wie die beiden Gassnhauer `Wheels Of Steel´ (mit typischen Mitsing-Spielchen) und `Denim & Leather´. Einzig `Are We Travellers In Time´ hätte man sich sparen können, entsprechend zurückhaltend reagierte dann auch das Publikum, jedoch konnte sich die Band schnell wieder fangen und lieferte im Anschluss mit `Crusader´ das absolute Highlight dieser Show ab.
Wieder einmal haben SAXON eine verdammt starke Show gespielt und bewiesen, dass die Mannen um Biff Byford zum besten gehört, was die Heavy-Metal-Szene zu bieten hat. Und auch wenn die Band in den letzten Jahren in jedem Kaff aufgetreten ist, ist die Vorfreude auf das nächste Wacken Open Air, auf dem die Band wieder spielen wird, bereits jetzt schon wieder riesengroß.

Setlist SAXON:

Heavy Metal Thunder
Rock The Nations
Princess Of The Night
Court Of The Crimson King
Are We Travellers In Time
Wheels Of Steel
Crusader
Denim & Leather


Eine gute halbe Stunde später war es dann endlich so weit: Doro Pesch betritt die Bühne und die Menge steht Kopf. Auch wenn meine Befürchtungen, die Philipshalle sei ein wenig zu groß für diese Veranstaltung, teilweise bestätigt wurden, machten die anwesenden 4.500 Leute ordentlich Stimmung.
Der Opener `I Rule The Ruins´ wurde direkt lautstark mitgegrölt und auch die anschließenden Songs `Hellbound´ und das überraschende `Metal Racer´ wurden ordentlich beklatscht. DORO selber wirkte anfangs noch etwas nervös und gestand, dass die im Vorfeld kaum schlafen konnte, konnte diese Nervosität jedoch direkt bei den ersten Stücken lösen und spielte bei `True As Steel´ schon sehr befreit auf. Auch ihre Backing-Band war stets in Bewegung und präsentierte sich in bester Verfassung.
Weiter gin es mit `Burning The Witches´ und `Hellraiser´bevor dann endlich der erste Gast auf die Bühne stürmte, nämlich Udo Dirkschneider, der DORO bei einer flotten Version von `East Meets West´ unterstützte. Wenige Minuten später wurde es dann etwas ruhiger und beinahe alle Balladen, die DORO in ihrer gesamten Karriere veröffentlicht hat, wurden aneinandergereiht aufgeführt. Songs wie `Unholy Love´, `A Whiter Shade Of Pale´ und natürlich `Für Immer´ kamen zwar prima an, aber als dann nach dem von Streichern begleiteten `1000 Mal Gelebt´ endlich wieder ein schnellerer Song folgte, waren doch alle froh, denn zwischenzeitlich drohte dem Gig kurze Zeit lang die Luft rauszugehen.
Zu `White Wedding´ lud DORO Jean Beauvoir (CROWN OF THORNS) auf die Bühne und mit ex-MAINDEN-Frontmann Blaze Bailey folgte direkt danach ein weiterer Gaststar. `Egypt (The Chains Are On)´, im Original von DIO, läutete ein kurzes Medley aus Nummern des oft kritisierten „Love Me In Black“-Albums ein, bevor dann mit `Earthshaker Rock´ und `Fight´ das Finale eingeläutet wurde.
Zu `Love Me Forever´ stieg dann endlich Lemmy auf die Bühne, jedoch wurde sein Auftritt durch einige Probleme an seinem bass verzögert, was Mr.Kilmister aber überraschend locker hinnahm. In anderen Situationen wäre der gute Herr sicherlich nicht so zimperlich zu seinem Roadie gewesen...aber sein Auftritt war mal wieder erste Sahne, wenn auch auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich. Trotzdem eines der Highlights dieses langen Abends.

Zu `Burn It Up´ betonte DORO nochmal die Freundschaft zum ortsansässigen Football-Club Düsseldorf Rhein Fire und brachte zum Verzücken des männlichen Publikums die leicht bekleideten Cheerleader des Teams auf die Bühne. Und die Gäste folgten Schlag auf Schlag: erst SAXON, die zusammen mit DORO ein Cover von PRIEST`s `You`ve Got Another Thing Coming´ zum Besten gaben und dann die Band, auf die viele den ganzen Abend gewartet hatten: WARLOCK! Bis auf Gitarrist Rudi Graf war die komplette Originalbesetzung gekommen und spielte zum ersten Mal seit 16 Jahren wieder zusammen. Und man durfte erstaunt sein, wie tight die Band zusammenspielte, denn bei `All Night`, `Fight For Rock´ und `Evil´ saß jede Note punktgenau.
Der Gig neigte sich dem Ende zu, doch bevor dies geschah überreichte Claus Lessmann von BONFIRE Frau Pesch noch einen Strauß Blumen und gratulierte ihr überschwänglich zu diesem Jubiläum. Nach einer gemeinsamen Version von `Born To Be Wild´ verließ DORO nach knapp drei Stunden dann die Bühne, kam aber ein letztes Mal zurück, denn klar, ein Song fehlte noch: `All We Are´.
Und die Menge bekam, was sie verlangte und so stürmten nochmal alle Gäste zusammen auf die Bühne und schmetterten zusammen mit einem 4.500-Kehlen-Chor eine mächtige Variante des größten WARLOCK-Hits. Dabei fiel mein Blick leicht erstarrt auf Lemmy, der sich von Blaze Bailey sogar hinreißen ließ auf- und abzuhüpfen. War das wirklich der echte Lemmy? Nun ja, ich denke schon, der gute mann war wahrscheinlich schon etwas locker nach einigen Whiskeys, aber wer weiß...

Nach drei Stunden DORO war die Show dann vorbei. Überall sah man frohe Gesichter und man muss der Frau nicht nur rückblickend zu einer 20-jährigen Karriere sondern ebenfalls zu einer wirklich starken und gelungenen Jubiläumsshow gratulieren. Daher sage ich nun `Prost´ und `auf die nächsten 20 Jahre´!

Setlist DORO:

I Rule The Ruins
Always Live To Win
Metal Racer
Hellbound
True As Steel
Burning The Witches
Hellraiser
East Meets West
Metal Tango
Out Of Control
Unholy Love
Whiter Shade Of Pale
Whenever I Think Of You
Für immer
Fall For Me Again
1000 Mal gelebt
----------------------------
White Wedding
Save My Soul
Drumsolo
Bad Blood
Egypt (The Chains Are On)
----------------------------
Medley:
Brutal + Effective
Dedication
Love Me In Black
----------------------------
Earthshaker Rock
Love Me Forever
Fight
Burn It Up
You´ve Got Another Thing Comin´
Alles ist gut
All Night
Fight For Rock
Evil
Born To Be Wild
All We Are


Redakteur:
Björn Backes

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