Destruction, Raise Hell - Bochum

28.10.2000 | 09:54

05.05.2000, Zeche

Nach einer fünfeinhalbstündigen Autobahnfahrt kam ich gerade noch rechtzeitig zu den Gewinnern des Unerhört!-Wettbewerbes, Factory Of Art. Bei den Jungs war zwar noch nicht viel los, davon liessen sie sich allerdings nicht entmutigen und konnten mit ihrer engagierten Performance und eigenständigem Power Metal überzeugen. Natürlich durfte das von der Unerhört CD bekannte Story Of Pain nicht fehlen, aber die anderen Titel waren keinen Deut schlechter. Das einzige Problem war vielleicht die fehlende stilistische Nähe zum Headliner und die frühe Spielzeit.

Naja, bei Raise Hell war dann schon um einiges mehr los. Es wurde natürlich hauptsächlich Material von der neuen Platte gespielt, die sich doch um einiges vom Erstling unterscheidet und ziemlich eigenständigen und schwer einzuordnenden Thrash Metal bietet. Songs wie Soul Collector, User Of Poison und Dance With The Devil rockten ganz gut ab und konnten die Menge überzeugen. Die Band zeigte sich engagiert und erntete für ihre überzeugende Performance jedenfalls mehr als nur Höflichkeitsapplaus. Würde mich nicht wundern, wen die Band jetzt den ein oder anderen Fan mehr hat.

Tja, und dann??? Lauter Jubel, als das legendäre Sentence Of Death Intro ertönt und Destruction mit Total Desaster in ihren Set einsteigen, untermalt von ein paar netten Pyroeffekten. Drummer Sven drosch alles in Grund und Boden und sorgte darüber hinaus noch für die Backing Vocals, Schmier und Mike waren ständig in Bewegung oder am Headbangen und besorgten der anwesenden Thrash-Gemeinde einen Orgasmus nach dem anderen. Neben den neuen, im Vergleich zum alten Material nicht minder geilen Brechern Machinery Of Lies, All Hell Breaks Loose, World Domination Of Pain und dem abartig geilen The Butcher Strikes Back hatten Destruction natürlich noch eine ganze Anzahl Klassiker im Gepäck. Neben dem Mille gewidmeten Medley aus Invincible Force, Antichrist und Death Trap waren das Eternal Ban, das absolut göttliche Bestial Invasion, der Midtempobrecher Life Without Sense und Curse The Gods. Von einigen Pyroeffekten wurde die Show passend untermalt, dazu traten Destruction natürlich mit Patronengurten auf, hatten als Backdrop den Butcher vor einem Destruction Schriftzug hinter dem Schlagzeug hängen und den Infernal Overkill Schädel auf zwei kleineren Backdrops vor den Boxen aufgebaut. Bis auf die Probleme mit Schmiers Bass eine astreine Show, bei der auch technisch alles stimmte, speziell Gitarrist Mike ist im Thrashbereich nahezu konkurrenzlos gut. Schmier hatte die Massen mit seinen ehrlichen und symphatischen Ansagen voll im Griff, so dass die Leute komplett ausrasteten und die Band ordentlich abfeierten. Vor dem letzten Song fragte Schmier dann, was die Fans hören wollen. Und na klar, die Fans brüllten nach dem hammergeilen Mad Butcher, mit dem Destruction den Schlusspunkt unter einen genialen Gig setzten. Aber halt, Kommando zurück, die Jungs wurden natürlich noch zu zwei Zugaben zurückgebrüllt, namentlich das coole Final Curtain von der neuen Scheibe und ein Medley aus Tormentor und Black Death. Danach war endgültig Schluss und ein hammercooler Gig war zu Ende. In dieser Form können Destruction meinetwegen noch die nächsten zehn Jahre weitermachen, sie sind einfach eine der geilsten Thrash Metal Bands überhaupt!!!!

Redakteur:
Herbert Chwalek

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