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Dynamo Open Air - Nijmegen

28.10.2000 | 10:42

03.06.2000, Goffert Park

Alles anders...........

....unter diesem Motto hat wohl das diesjährige Dynamo-Open-Air-Festival stattgefunden, denn nachdem im letzten Jahr an Organisation schief ging was schief gehen konnte ,auf dem Festivalgelände pure Anarchie herrschte, und die Band sich aussuchten, ob sie nun spielen wollten oder nicht, hatte das Dynamo einen tiefen Imagekratzer erhalten. Das wollte man dieses Jahr ändern, und man hat es geschafft... das Dynamo Festivalgelände glänzte in einem gut durchdachten Aufbau, und das LineUp des Festivals ließ Metallerherzen sämtlicher Richtung höher schlagen, Bands wie Iron Maiden, KoRn, SlipKnot, Suicidal Tendencies, P.O.D., Testament und etliche mehr versprachen jede Menge Spaß und Muskelkater....

Dass das Dynamo wegen der Auflagen der Stadt Nijmegen, welche den Dynamonern ihren GoffertPark angeboten hatte, nur einen Tag stattfinden konnte, schien so gut wie niemanden zu stören, das Wetter war (bis 19:00) gut, das Gelände groß genug für alle, und auf die gewohnten Fehler des Festivals wartete man umsonst......

Auf den beiden Bühnen, eine große Mainstage und eine Zeltstage, gaben sich Musiker aller Richtungen die Hand, so wurde der BritMetal durch die wiedervereinigten Iron Maiden unters Volk gebracht, das junge Volk bekam durch NewMetal Acts wie KoRn, SlipKnot und Kittie, oder durch die MetalHopper Methods of Mayhem (PamLover Tommy in ungewohnter Manier) oder Suicidal Tendencies viel zu tun, und die restliche MetalFraktion wurde durch BlackMetal by Mayhem und Immortal, oder durch Death und Trash von Testament, Sentenced, Destruction (welche für Entombed eingesprungen sind) und Spiritual Beggars bei Laune gehalten. In den Pausen konnte man sich die Zeit im MetalMarket, den kleineren Ständen, welche zu dutzenden vertreten waren, und den Pavillons zur seelischen und körperlichen Stärkung vertreiben..... wem das nicht reichte konnte sich per BungeeAnlage über das Festivalgelände katapultieren lassen.

Die Dynamoner haben sich viel von ihrem LinUp versprochen, und hatten mit ihren Gedanken recht.... das LineUp des Festivals hatte jede Menge Power stecken und ließ diese auch sofort auf das schmachtende Publikum los.....

Testament wussten zum Beispiel mit einem TrashGewitter zu überzeugen, was man sonst nur bei Sepultura oder MachineHead zu hören bekommt. Wörter wie graziös oder schwungvoll konnte man hiernach getrost aus seinem Vokabular streichen, das Quintett ließ dem Publikum keine Ruhe und steckten mit tiefer, schneller Gitarre und hämmernden Drums die Wiese und die Köpfe des bangenden Mobs in Brand! Frontman Chuck Billy rief mit seiner Stimme die Mächte des Chaos herbei, und sie kamen, das Gewitter wollte nicht aufhören, und die Menge auch nicht. Am Ende des 60 min Armageddons hatten die MetalHeads das erste Highlight des Tages hinter sich, diese Band ist eine der vielversprechensten des Kaders TRASHMETAL.

Die Metal-HipHop-Mixtur Suicidal Tendencies konnten mit ihrem Rumgehüpfe, welches sehr stark an die GenremitBegründer Biohazard erinnerte, nicht sehr überzeugen. Lange Dialoge, flache Gitarreneinlagen, und das nervende Rumgelaufe des Frontman’s Mike Muir kamen nur bei den Fans der New und HipHopMetalFraktion an, und selbst das nicht im weiten Ausmaße. Das ständige Gelabere des Sängers ließ auch die letzten Pogowilligen versteinern, und die Lustlose Darbietung des Rests der Band wurden mit einem immer ruhiger werdenden Publikum quittiert.

Die PsychoClowns von SlipKnot ließen auf sich warten, aber nicht umsonst, nachdem die PausenMusik in Country wechselte, und einige Gesichter sich verwundert umsahen, wurde das ruhige Flair der CountryMusik in kreischendes Geheule und schleifendes Summen verwnadelt, und die Meister der seelischen Verirrung traten auf die Bühne. Da sich die Fangemeinde von SlipKnot aus zumeist jüngeren Menschen zusammensetzte, und diese völlig unerfahrene Gruppe der Bevölkerung sich unwissend nach vorne gewagt hatte, wurden diese auch sofort nach dem Einsetzen der Killermusik der 9-köpfigen Truppe nach hinten gepogt, Überlebenschancen für Menschen unter 1,70 waren gleich null, wenn man die Clown’s von nahem sehen wollte. Auf jeden Fall verstanden SlipKnot ihr Handwerk, und brachten mit irre schnellen und harten Sequenzen die Menge zum Kochen, und weiter... Wait and bleed, Liberate und Surfacing gehörten u.a. zu den Mitteln, mit dem ma(e)n(ner) die Menge für sich zu gewinnen wusste(n). Das Verhalten der PsychoMetaller auf der Bühne war gewohnt haltlos, und wild, zerstört wurde was man zerstören konnte, um- und rumgeworfen was nicht Niet und Nagelfest war. Trotz des Chaos auf der Bühne war die Menge nicht klein zu kriegen, bei Spit it out forderte Frontman 0, in menschlicher Sprache auch Corey Tailor genannt, das Publikum auf, sich hinzuknien, was ihm auch erst nach 10 min gelang, da alle in hyperaktive Stimmung versetzt wurden. Auf Kommando wirbelte die Menge wieder hoch, und zu dem wahnsinnigen Riff- und Druminferno verwandelte sich die Menge in eine Masse von Springbällen auf einem Minenfeld. Die DynamoCrew am Geländer hatte genug damit zu tun, die Crowdsurfer heile über die Grenze zu bringen, und die ersten paar Reihen mit Wasserflaschen zu versorgen, was sie mit simpler Technik des Herumspritzens auch erreichten. Nachdem die Massenhysterie der Pogotänzer und Headbanger verklungen war, und die Freaks die Bühne räumten, wurde die Menge lichter, Kräfte betankt und Wunden geleckt......

Das nächste Highlight standbevor...... die seelische Pein des Jonathan D. sollte vorgetragen werden, mit viel Härte und noch mehr Gesang.......

KoRn gaben sich die Ehre, nach ihrem Konzert in Düsseldorf am Tag zuvor das Dynamo zu visitieren, und sahen dementsprechend geschafft aus........ aber trotzdem, mit Freak on a leash, Kill you, It’s on, Chi und dem sagenhaften Shoot’s and Ladders brachten die KoRner eher ältere Stücke auf die Bühne und in die Menge, mit Falling away from me, Trash und Make me bad kamen auch neuere Stücke der NewMetalGötter auf’s Brett und wurden mit extremer Härte in die rasende Menge gepustet..... Dass das Fehlen von David Silveria nicht anzumerken war konnte man nicht behaupten, zwar versuchte der Ersatzdrummer Mike Bordin (Ex-Faith no more und Ozzy Osbourne) sein bestes, doch das Fehlen David’s war klar rauszuhören. Trotzdem rockten KoRn das Publikum beinahe zu tode, und Jonathan brachte seine Seelenpein ein in gewohnter Manier nahe vor dem Kollaps zu Tage und bei Good God kochte die Menge zu seinem Won’t you get the fuck out of my face-Gekreische..... KoRn machten ihrem Status des 2. Headliners alle Ehre.....

Das Verschwinden vieler DynamoVisitor’s nach dem Auftreten von KoRn machte klar, dass viele ihre eigene Vorstellung von den HeadLinern des Festivals hatten, und das eher ruhige Publikum bei den MetalUrStars Iron Maiden machten klar, dass sämtliche Ressourcen ausgeschöpft und ausgerockt wurden, trotzdem versuchten/schafften es einige/viele Fans/NichtFans den IronMaiden Auftritt voll auszuschöpfen und ihre Muskulatur bis zur Grenze der Körperlähmung zu treiben, Maiden gaben auch ihr bestes, mit einer hammerversion von The Wickerman, ein paar neueren Stücken wie BloodBrothers und Brave New World zockten Maiden mit von Fans gefeierter MegaShow auch ältere Lieder, wie The Trooper, The Clansman, Fear of the Dark und die weltberühmte \"Number of the Beast\". Eddie bekam man erst bei \"Iron Maiden\" zu sehen was aber nicht unbeachtet vom Publikum blieb und der neue alte Götterkult wieder zum Vorschein kam....... im Gesamten konnten Iron Maiden dem ausgelaugten und nassgeregneten Publikum noch viel aus den vermeintlich weichen Knochen holen.. Maiden sind wieder da!!

.. und das Dynamo auch,....... wir freuen uns auf das 16. Dynamo-Open-Air-Festival im nächsten Jahr...

Established 1986, und unkaputtbar......

Redakteur:
Michael Kulueke

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