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EDGUY, UNISONIC und STARCHILD - Langen

24.11.2014 | 20:58

11.10.2014, Stadthalle

Die Weltraumpolizei ruft ... und alle kommen zum fröhlichen Feiern.

Langen. Stadthalle. EDGUY auf "Space Police Tour". Ich bin frühzeitig da, weil die Parkmöglichkeiten begrenzt sind, zumindest wenn solch namhafte Bands dort auftreten. Als ich gegen 19 Uhr eintrudele, sehe ich schon die riesige Schlange auf der Treppe und vor der Halle. Nach einem eher halbherzigen Versuch, auf dem offiziellen Parkplatz eine Parkmöglichkeit zu finden, entdecke ich die Schönheit der Nebengassen und die Zufahrt zu einem fast leeren Parkplatz genau gegenüber der Halle. Die Schlange hat sich praktisch nicht bewegt, obwohl der Einlass schon längst begonnen hat. Aber das ist für die Stadthalle normal. Der nette Mensch am Kartenschalter kann sich diese Verzögerung auch nicht erklären. Von der Kasse an der Garderobe vorbei, werfe ich einen vorsichtigen Blick um die Ecke, weil dort auch eine Treppe nach oben führt. Ich sehe mich schon nach draußen gehen und mich den Massen anschließen, aber - oh Wunder! - dort steht ein freundlicher Securitymensch, der mich anstandslos passieren lässt. So komme ich doch tatsächlich pünktlich zum Auftritt der ersten Band.

Das ist STARCHILD. Die Mannen um Leadsänger und Gitarrist Sandro Giampietro (u.a. HELGE SCHNEIDER) legen eine ordentliche Performance hin. Das verwundert nun nicht wirklich, denn auch Bassmann Jens Becker (u.a. GRAVE DIGGER) und Drummer Michael Ehrè (u.a. GAMMA RAY) sind ja nun nicht gerade Neulinge im Geschäft. Sie haben sechs Titel aus ihrer aktuellen CD "Starchild" im Gepäck und können beim Langener Publikum ordentlich punkten. Wobei ich sagen muss, dass mir das Gitarrenspiel von Sandro Giampietro wesentlich besser gefällt als sein Gesang. Das kann natürlich auch damit zusammenhängen, dass ich einen etwas ungünstigen Standplatz habe. Nach einem halben Stündchen verabschieden sie sich mit dem Titelsong des Albums und einem doch sehr ordentlichen Applaus.

Setliste STARCHILD: It's My Race, Runner, Eyes Of History, Still My Planet, Reaching The Land, Starchild

Umbaupause für Band Nr. 2. UNISONIC ist ebenfalls hochkarätig besetzt: Michael Kiske, Kai Hansen, Dennis Ward, Mandy Meyer und Kosta Zafiriou – muss man mehr sagen?

Während wir schon im Fotograben warten dürfen, wird ein Barhocker vor das Mikro auf die Bühne gestellt. Fragende Blicke... Gut, ich gebe zu, dass ich mich im Vorfeld nicht auf den jeweiligen Bandseiten herumgetrieben habe, sonst hätte ich wahrscheinlich gewusst, dass ein mehr oder weniger gehandicapter Herr Kiske auf der Bühne erscheinen wird. Wie er uns später erklärt, hat er sich bei einem Konzert einen Kreuzbandriss zugezogen, was ihn aber nicht am Singen hindert. Respekt.
Und dann legt die Band einen Auftritt hin, der sich gewaschen hat. Kiske singt, als gäbe es kein Morgen, die Band spielt einfach unglaublich. Da taucht im Hinterkopf doch schon einmal so ganz dezent die Frage auf: Wer ist hier der Headliner? Beim HELLOWEEN-Cover 'I Want Out' tobt die Stadthalle und singt mit, was das Zeug hält. Leider gibt es nach 'Unisonic' keine Zugabe und so verlässt die Band unter riesigem Applaus die Bühne. Später würdigt Tobi noch einmal beide Bands und erklärt: "Wir einigen uns darauf: Michael Kiske ist Gott!"

Setliste UNISONIC: For The Kingdom, Exceptional, Star Rider, Your Time Has Come, When The Deed is Done, King For A Day, Throne Of The Dawn, I Want You (HELLOWEEN Cover), Unisonic

Anschließend wird wieder länger gewerkelt, bis die "Weltraumpolizisten" endlich die Bühne besetzen können. Eigentlich verläuft die Show so, wie die Fans es sich wünschen: Ein guter Mix aus neuen Songs vom aktuellen Album, dazwischen die alten "Gassenhauer", die jeder kennt und liebt und fröhlich mitgrölt. Bei den vielen Hits könnte EDGUY locker einen ganzen Abend spielen und ich denke, es ist nicht einfach, eine Setliste zusammenzustellen, die allen gefällt. Aber ich finde, die Jungs haben das diesmal ganz gut hinbekommen.

Den Anfang machen 'Love Tyger' und 'Space Police'. Die Band strahlt, Tobi flitzt ständig über die Bühne, schwätzt mit dem Publikum und macht auch schon mal Grimassen für die Fotografen. Heute Abend bearbeitet er seine Haare, dass sie kurzfristig aussehen, als sei der Punk durchgefegt und steht grinsend vor der Kamera. Leider sind die Fotos nur bedingt zu verwenden, weil "Hineinklettern" ins Objektiv nicht wirklich hilfreich ist. Aber lustig ist es schon.

Bassmann Tobias hat übrigens den ganzen Abend ein Dauergrinsen auf dem Gesicht. Und trägt ein schickes, blau-rot kariertes Hemd... Zwischen 'Superheroes' und 'Vain Glory Opera', die natürlich immer gehen, dürfen wir uns über 'Defenders Of the Crown' freuen. Zwischendurch gibt es die obligatorischen Mitsingspielchen und das übliche "Gelaber" von Tobi. Gefreut habe ich mich auch über ein sehr schönes, langes Drumsolo von Felix, der anschließend von Tobi mit den Worten vorgestellt wird: " ...und am Schlagzeug kein geringerer als... der Schlagzeuger!" Na ja, für einen Lacher hat es gereicht und Felix ist ja nun kein Unbekannter.

Nach 'Babylon' verschwindet Herr Sammet kurz von er Bühne, um gleich darauf wieder in einer roten Pagenjacke aufzutauchen. In einer kleinen Ansprache bereitet er das Publikum auf den nächsten Song vor und informiert uns, dass die Plattenfirma dagegen war, dieses Stück für das aktuelle Album aufzunehmen. "Aber das war EDGUY egal, wir haben ihn nicht nur aufgenommen, wir werden ihn auch live spielen!" Und dann knallt uns die Band 'Rock Me Amadeus' um die Ohren. Das ist der Moment, in dem die Zuhörer völlig ausrasten und die Stadthalle zum Beben bringen. Dieser Song ist eindeutig DAS Highlight des Abends! FALCO hätte wahrscheinlich seinen Hut gezogen, sofern er im Musikerhimmel einen besitzt. Es ist ja nicht der erste Coversong, den EDGUY im Programm hat, und bisher hat die Band alle Coverversionen überzeugend dargeboten. Aber "Amadeus" ist wirklich genial. Die Topstimmung hält auch beim nachfolgenden 'Land Of Miracle' an, wobei es im Saal etwas ruhiger wird und etliche Feuerzeuge gezückt werden. Danach dankt er – wie schon erwähnt – noch einmal beiden Bands und EDGUY verabschiedet sich mit 'Tears Of A Mandrake'.

Bis die Herren zur Zugabe erscheinen, dauert es einen Moment, denn zuvor muss noch der überdimensionale "Raumpolizist" an seinen Platz gebracht werden. Ordnung muss auch im Universum sein! Das anschließende 'Lavatory Love Machine' heizt die Meute noch einmal richtig an (man fragt sich, was hat die Band ... äh einge..., also sich dabei gedacht, als sie diesen Text geschrieben hat?). Den Schlussakkord setzt 'King Of Fools' und – so wie es aussieht – entlassen die drei Bands an diesem Abend ein ausgesprochen zufriedenes Publikum auf den Heimweg.

Setliste Edguy: Love Tyger, Space Police, Out Of Vogue;, Superheroes, Defenders Of The Crown, Vain Glory Opera, Drum Solo, Ministry Of Saints, Babylon, Rock Me Amadeus (FALCO Cover), Land Of Miracle, Tears Of A Mandrake; Zugabe: Lavatory Love Machine, King Of Fools

Redakteur:
Hannelore Hämmer

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