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EISBRECHER und BRAND NEW DEMON in Aschaffenburg, Colos-Saal - Aschaffenburg

11.07.2011 | 22:37

25.07.2010, Colos-Saal

Eiszeit in Aschaffenburg? Eher örtliche (Colos-)Saalerwärmung!

Der Colos-Saal ist mal wieder ausverkauft. Das heißt auch, dass es mal wieder richtig heiß werden wird und man sich irgendwie einen Platz erkämpfen muss. Und die Sache mit "Es bleibt kalt" würde ich jetzt so auch nicht unterschreiben. Kalt bleibt es ganz und gar nicht, das kann ich direkt sagen. Denn es ist schon reichlich heiß, noch bevor die erste Band überhaupt auf der Bühne steht.

Zwei Bands sind für diesen Abend angekündigt: EISBRECHER und als Support BRAND NEW DEMON. Letztere stammt aus Koblenz und einige der aktuellen Bandmitglieder haben sich schon 1994 als ANDY BELAQ zusammengefunden und auf diversen Festivals gespielt. Später gibt es einen Neuanfang als BRAND NEW DEMON und 2004 das Album "Unburnt Bridges".

Die aktuelle Besetzung besteht aus Daniel Doetsch (Gesang), Maximilian Derkum (Gitarre), Markus Nöthen (Bass), Marcel von der Weiden (Keyboards) und Oliver Bernd (Schlagzeug). Ihre Songs sind rockig-poppig, auch mal härter und auch mal sentimental, ein guter Mix.

Als Support hat man ja immer eine etwas undankbare Aufgabe, weil der größte Teil der Besucher natürlich auf den Hauptact wartet. So ist es auch im Colossaal - zumindest, wenn man nicht direkt in der Menge vor der Bühne steht. Die hat BRAND NEW DEMON ordentlich beklatscht und Daniel hat auch keine Scheu, von dem kleinen Steg oder vom Bühnenrand aus mit dem Publikum in Kontakt zu treten.

Auch wenn im seitlichen Hintergrund hin und wieder Rufe nach EISBRECHER laut werden, so liefert die Band BRAND NEW DEMON doch eine recht ordentliche Show ab und wird auch mit entsprechendem Applaus gewürdigt.

Setlist;

Out Of Reach

Retired Fake
Soul To Keep
For A Word
Elephant Coma
A Ghost Again
A Slight Ache
New Face
LostBig Fat Ton Of Big Bad Fun

 

Die Umbaupause dauert eine Weile und natürlich macht sich wie immer Unruhe breit, gefolgt von Pfiffen und Rufen. Aber endlich ist es dann doch soweit und die EISBRECHER-Mannen gefolgt von Alexx betreten die Bühne. Wie die es auch nur für kurze Zeit in den wunderbaren, gefütterten Winterklamotten aushalten, ist mir ein Rätsel. Es gibt natürlich auch ein bisschen Papierschneegestöber und später wirft Herr Wesselsky - sehr zur Freude der Besucher - einen Plüscheisbären in die Menge.

Von Anfang an hat EISBRECHER die Meute voll im Griff. Nicht nur die Band geht richtig ab, auch das Publikum lässt sich nicht lumpen. Und textsicher sind die meisten sowieso. Immer wieder wird Alexx durch lautstarke Rufe zum Ausziehen genötigt. Sein bester Kommentar dazu ist: "Ich habe mich heute Morgen im Spiegel gesehen. Glaubt mir, das wollt ihr nicht sehen!" Seine Selbstritik wird jedoch nur mit Gelächter kommentiert. Die Damen wollen sehr wohl!!!

Diejenigen, aus der ersten Reihe werden für ihr Ausharren durch ein Händeschütteln oder auch durch direktes Ansingen belohnt. Da wird auch schonmal ein aus Versehen verrutschtes Käppi mit entschuldigenden Worten wieder gerade gerückt. Sehr zur offensichtlichen Freude der Trägerin.

Bisher habe ich EISBRECHER nur als Support von ALICE COOPER erlebt. Schon da hat mir die Bühnenshow gut gefallen. Aber das ist nichts, im Vergleich zur Headlinershow! Sowohl Alexx als auch Pix lieben offensichtlich den Kontakt zum Publikum, haben auf Zurufe auch immer eine passende Antwort parat - sie wissen einfach, was ihr Publikum will, und geben es ihm auch.

Dazu gehört auch eine Flasche Jack Daniels, die Alexx in die Menge reicht und die fröhlich ihre Runde dreht, bis sie wieder auf der Bühne landet. Auch da hat er dann wieder einen passenden Spruch auf den Lippen - in der Art von: "Wenn alle mal dran genuckelt haben, ist das okay!" und nimmt selbst auch noch einen Schluck.

Irgendwann verlassen alle Musiker bis auf Alexx und Jürgen die Bühne. Die beiden haben sich jeweils mit einer Akustikgitarre bewaffnet und machen es sich auf zwei Hockern gemütlich. Ein "Held der Arbeit" hockt auf einem Monitor und hält Herrn Wesselsky ein Blatt mit einem Text vor die Nase. Es wird dann die so wunderschöne Ballade "Tränen Lügen Nicht" intoniert, vom Publikum inbrünstig mit "Ti Amo" unterbrochen und entsprechendem Gelächter und Gegröhle. Die Zuschauer sind so laut, dass ich auf der Seite nichts mehr von dem verstehe, was auf der Bühne ins Mikro gesprochen wird. Aber egal, alle haben ihren Spaß, ob vor oder auf der Bühne. Auf jedem Fall wird auch noch einem gewissen Sascha zum Geburtstag gratuliert und ein fröhliches "Happy Birthday" gesungen, bevor es weitergeht.

Bei 'Amok' werden vier Tonnen auf die Bühne geschoben, die von den Musikern im Gleichschlag bearbeitet werden - eine ausgesprochen mitreißende und sehr rhythmische Sache.

"This Is Deutsch" ist mir noch aus Stuttgart in guter Erinnerung. Aber diese geniale Kolportage des "Deutschen Roboters" wird hier heute noch um ein Vielfaches getoppt. Schon alleine die kleidsamen "Schuhplattler-Jäger-Anzüge" sind ein Hingucker. Dazu der bitterbös-satyrische Text - einfach nur genial. Und immer wieder die Interaktion mit dem Publikum, auch Pix bringt sich da gerne ein.

Dann geht Alexx bei 'Miststück' mit dem Mikro auf Wanderschaft und der eine oder andere brüllt ihn ausgesprochen gerne und mit einem Grinsen im Gesicht mit "Du bist ein Miststück" oder auch "Ein Stück Mist" an.

Gegen Ende gibt es dann noch einmal ein Papierschneegestöber, Alexx freut sich über eine Flagge und es gibt ganz viel Publikumkontakt. Pix wirft sein blaues Handtuch rückwärts in die Menge, zielt jedoch etwas zu hoch, sodass das Teil fröhlich einige Runden mit dem Deckenventilator dreht, bevor es ein glücklicher Mensch auffangen kann. Auch Alexx' gelbes Handtuch findet einen seligen neuen Besitzer und ganz zum Schluss lässt sich Herr Wesselsky doch noch erweichen und legt sein Hemd ab. Nun ja, ich sagte ja bereits, "Die Damen wollen sehr wohl!!!" und sein recht knackiger Körper straft seinen Spruch "Glaubt mir, das wollt ihr nicht sehen!" eindeutig Lügen.

Bevor das Ganze jedoch womöglich ausarten kann, wird Alexx von seinem fürsorglichen Kumpel Pix mehr oder weniger energisch von der Bühne geführt.

Ein tolles Konzert, ein super Abend mit einer Band, die einfach Spaß macht. Wie würde es ein Freund von mir ausdrücken: "Gaaanz großes Kino!!"

 

Setliste:

Eiszeit

Willkommen
Angst
Leider
Böse Mädchen
Antikörper
Herzdieb
Heilig
Schwarze Witwe
Schlager
Engel
Vergissmeinnicht

Amok
Ohne Dich
This Is Deutsch
Miststück
Mein Blut

Redakteur:
Hannelore Hämmer

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