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Exilia - Heidelberg

26.02.2007 | 13:19

14.02.2007, Schwimmbad Music Club

Nach dem starken neuen Album "Nobody Excluded" und dem Austausch der halben Formation können sich die Fans der italienischen Crossover-Combo EXILIA auf einiges Neues einstellen. Da kommt der Auftritt im Heidelberger Schwimmbad-Club genau zur rechten Zeit, um die Livetauglichkeit der neuen Songs und "Frischlinge" im Line-up zu testen.

Auf eine Vorband haben die Italiener dieses Mal verzichtet, und so geht es Punkt 21 Uhr mit der Show los. Der Club ist zwar nicht proppenvoll, aber doch recht ansehnlich gefüllt, und trotz des fehlenden Supports ist die Stimmung gleich recht ausgelassen, als das Quartett mit 'Nobody' vom aktuellen Album loslegt. Frontfrau Mascha scheint von ihrem Beinbruch gut genesen, auch wenn sie sich beim Stageacting selten von der Stelle bewegt. Doch das macht gar nichts, denn ich glaube, niemand kann ein Publikum vom Fleck weg so mitreißen wie die blonde italienische "Rastahummel". Wie Mascha mit ihren ultralangen Rastalocken headbangt, ist immer wieder eine wahre Freude. Das Hauptaugenmerk bei der Songauswahl liegt selbstverständlich auf dem neuesten Output, und die Songs können live durchaus überzeugen. Das schon erwähnte 'Nobody', 'Destroy My Eyes', 'In A Coma' und Konsorten knallen sehr ordentlich und werden begeistert abgefeiert.

Dass EXILIA durchaus eine sehr politische Band sind und sagen, was sie denken, zeigen sie auch an zwei Beispielen: Da wird der Song 'Kill Me' einem gewissen George F... Bush gewidmet. Außerdem wird ein Paris-Hilton-Pappkamerad (in Lebensgröße) auf die Bühne geholt und - nachdem die Frage "Should we kill Paris Hilton?" vom Publikum sehr frenetisch mit "Ja" beantwortet wurde - mit einer Minikettensäge einen Kopf kürzer gemacht. Mit einem "Paris Hilton has gone, and we can go on!" (O-Ton Mascha) wird dann der abgetrennte Kopf ins Publikum geworfen, und es kann weitergehen.

Die musikalischen Höhepunkte können allerdings ebenso mithalten, denn sowohl die neuen als auch die altbekannten Tracks werden fast durchgehend mitgesungen und mitgehüpft, wobei gerade die alten Songs wie 'Day In Hell', 'Coincidence' und 'Stop Playing God' die größte Stimmung erzeugen. Letzteres gehört zudem mit 'Your Rain' und 'Get Sick' zum ersten Zugabenblock. Doch die Italiener lassen sich auch nach der ersten Zugabe mit lauten "Zugabe, Zugabe!"-Rufen noch mal erweichen und kommen auf die Bühne zurück. Zuerst wird dann der ganze bandinterne Deutschwortschatz ausgeschüttet: "We can say four words in German: Kartoffeln, Bier, Gemüse und Zugabe!", und das METALLICA-Cover 'Enter Sandman' bereitet den krönenden Abschluss der Setlist. Um Punkt 22.50 Uhr verabschieden sich die Italiener dann in ihren wohlverdienten Feierabend, und ein abgetrennter Pappkopf winkt leise zum Abschied ...

Fazit: Toll war's! EXILIA haben live mal wieder durchgehend überzeugt, auch wenn sich die Neuzugänge Mata (Bass) und Ale (Drums) noch etwas zurückhalten. Eine ausgewogene Setlist, guter Sound (trotz vorheriger Probleme mit der PA) und eine Topfrontfrau machen einen Konzertbesuch bei EXILIA zu einer lohnenden Angelegenheit.

Setlist:
Nobody
Can't Break Me Down
Destroy My Eyes
In A Coma
No Colours
The World Is Fallin' Down
Day In Hell
Speed Of Light
Coincidence
Fly High Butterfly
Kill Me
---
Your Rain
Get Sick
Stop Playing God
---
Enter Sandman (METALLICA-Cover)

Redakteur:
Martin Schneider

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