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Faschings Metal Battle II - Nürtingen

03.03.2007 | 16:55

19.02.2007, JaB

Ich wollte es ja nie glauben. Nie. Aber sogar die Faschings- bzw. Fasnetzeit hat ihre guten Seiten. Zumindest war es dieses Jahr ausnahmsweise der Fall. Denn am Rosenmontag startete gegen neun Uhr abends im legendären JaB Nürtingen der zweite Faschings Metal Battle, veranstaltet von "Das Brett - Metalmanifestation Nürtingen/Kirchheim u. Teck". Mit von der Partie waren diesmal die kultigen WARCRY (Ex-HEILIG'S BLECHLE), die Kirchheimer Thrash-Kapelle VOICE OF THE SOUL und die Göppinger Bier-Vernichtungs-Maschinerie STAHLMAGEN.

Und als ob man seine Leber noch nicht schon genug strapaziert hätte, gab es noch leckeren Met und viel Bier zu günstigen Preisen an der Theke zu erwerben. Diese Möglichkeit zur Auftankung wurde natürlich sofort ausgenutzt, was erstmal für einen kühlen Kopf sorgte. Denn wie immer war es, trotz Rauchverbots, ziemlich stickig in dem Schuppen. Doch nun zu den Bands:

Als erstes waren die Spinner von STAHLMAGEN an der Reihe und sorgten vom ersten Drumschlag an für gute Laune und kreisende Häupter unterm Langhaarvolk. Sofort fiel auf, dass die Jungs die Background-Sängerin daheim gelassen hatten. Nach späterer Absprache stellte sich aber heraus, dass Saskia die Band verlassen hat. Sänger Thorsten war trotzdem voll in seinem Element und die fehlende Frauenstimme fiel nicht weiter auf. Gesanglich hat es jedoch trotzdem ab und an gehakt und der Sound an sich ließ auch zu wünschen übrig. Trotz allem gab es Party zu genüge, denn die Jungs haben neben drei Album-Songs noch ein paar Feten-Hits (wie ich dieses Wort hasse! Anm. d. Verf.) wie 'Madagaskar' und 'Viva Colonia' auf die Meute losgelassen und fanden damit kräftig Anklang, welcher in ein schunkelndes Metallermeer ausartete. Beim Song 'Schmerz in mir' hätte ich jedoch weinen können: Da haben die Chaoten doch tatsächlich einen Typen als Gastsänger auf die Bühne geholt, der die Stimmung des gesamten Songs versaut hat (vorausgesetzt, man hat zugesehen). Man stelle sich einen kleinen, auf die Bühne festgenagelten Nussknacker ohne Augen vor, welcher die Bewegungsvielfalt eines senil gewordenen Steines auf Valium aufwies. Na gut, die Stimme war trotzdem nicht schlecht. Nur sah das alles neben der normalen Frontsau eher spaßig aus. In etwa so wie Jay und Silent Bob. Aber als Trost gab es noch zu Abschluss den beliebten 'Loscher Bier Song'. Zum Glück ohne besagten Nussknacker und einem Sänger mitten im Publikum, der zusammen mit den Fans abfeiert. Ein sehr spaßiger Gig also!

Setlist (wenn auch ungeordnet):
A Song About Pieces
Schreie in der Nacht
Madagaskar
Viva Colonia
Loscher Bier Song

Ein paar gemütliche Bier später standen dann die Lokal-Thrash-Deather VOICE OF THE SOUL schon auf der Bühne bereit, um ein paar Gehörgänge freizublasen. Für große Augen leistete aber schon mal Marcs Riesen-Killer-Bass, der ganz einfach mal einen Baum hätte umsäbeln können. Musikalisch ging's sehr nackenbetont zur Sache und die Band konnte dabei die Tanzfläche gut füllen. Haarpracht schüttelnde Freaks gab es nämlich zu Genüge. Die Stimme des Kehlenkratzers überzeugte mit ihren schön tiefen, grolligen Growl-Klängen und wurde dabei von den technisch gut gespielten Instrumenten unterstützt. Trotzdem kam mir der Auftritt eher eintönig und fast schon ein bisschen langweilig vor. Denn die Songs ähnelten sich doch sehr stark, um es mal gelinde auszudrücken. Die Eintönigkeit kann natürlich auch darauf fußen, dass sich der Gig von STAHLMAGEN davor einfach so bunt in die Köpfe eingebrannte, dass man hier die Partystimmung ein wenig misste. Aber was soll's? Den meisten hat's gefallen. Und was anderes will man doch gar nicht als Schreiberling ...

Setlist:
Sacrifce
Warchild
Erlösung
Bad Memories
Voice of the Soul
Agony
Fire fell from the Sky
Master of Sin

Den trven Höhepunkt erlangten dann letztendlich die Mannen von WARCRY (Ex-HEILIG'S BLECHLE) mit ihrem Gemisch aus Heavy, Thrash, Viking und einer Prise Death Metal. Wie man sich so einen wahren "Brother Of Metal" vorstellt, standen WARCRY auch auf der Bühne. Und zwar in hautengen Lederklamotten, zig Patronen- und Nietengürteln bzw. Armbändern und Armschienen. Die Bühnendeko sah natürlich auch entsprechend aus: Rundschilde fehlten genauso wenig wie Schädel und eine Axt. Sowas mal im JaB zu sehen, ist echt phänomenal. Als die Jungs dann endlich mit einem typisch heroischen Intro starteten, fingen neben mir zwei ultra-rallige Punk-Mädels an, literweise aus den Mundwinkeln heraus zu sabbern. Grund war nach ihren Angaben der Sänger. Wenn das nicht Metal ist, weiß ich auch nicht mehr!

Nach dem ersten Song kam die Antwort auf die Frage, die sich jeder Anwesende gestellt hatte: "Warum haben sich die Säcke verdammt noch mal in WARCRY umbenannt?" Der Grund war schnell gefunden: "HEILIG'S BLECHLE sind zu Kommerz geworden!" Wusst ich's doch. Ansonsten erinnerte der Gig der Spezialisten immer wieder ein wenig an MANOWAR. Diese Jungs können eigentlich bei einigen Songs nur Vorbild gewesen sein. Schon Namen wie 'Beneath A Steel Sky' oder 'My Bright And Bloody Sword' und die durchgehende Bangtauglichkeit bewiesen dies kräftig. Es hat einfach Spaß gemacht. Auch die Stimme des Frontmannes kann definitiv überzeugen. Am Ende wird dann noch ein Song gespielt, bei welchem jeder mitsingen kann: 'Happy Birthday To You'. Denn jemand aus der Band hatte Geburtstag. Und was bekam er? Ein OZZY-Konzertticket. Der Kerl ist fast umgekippt. Bei schwäbischen Bands hab ich bis jetzt selten ein derart bangfreudiges Publikum gesehen. Richtig cool, der Gig!

Setlist:
Intro
Tormentors Of Steel
Into The Dungeon
Beneath The Steel Sky
My Bright And Bloody Sword
Unoly Wisdoms Prophecy
The Fields We Choose
Iron Blood And Blasphemy
Sacrifice
True Viking Warriors
Metalhead
Of Evil

Der Faschings Metal Battle hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt. Die Stimmung war wirklich super und die Atmosphäre angenehm. Aber auch die Preise können sich immer wieder sehen lassen, denn zwei Euro für ein Bier sowie für den guten alten Honigwein sind bei Konzerten wirklich nicht zu viel verlangt.

Na dann, Prosit!

Redakteur:
Sebastian Schneider

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