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GAMMA RAY und RHAPSODY (OF FIRE) - Bochum

19.05.2014 | 20:25

15.04.2014, Zeche

Die Rays lassen sich trotz Bronchitis nicht aus der Ruhe bringen!

Ein eher ungewöhnliches Paket hat an diesem Dienstagabend seinen Weg nach Bochum gefunden. Die Hamburger Stehaufmännchen von GAMMA RAY haben zwar ihre ehemaligen Schützlinge von STORMWARRIOR mit im Gepäck, da sich aber mit RHAPSODY (OF FIRE) auch der Euro Power Metal die Ehre gibt, bekommt der Zuschauer eine interessante, da nicht überall auftauchende Zusammenstellung geboten. Doch der Reihe nach.

Die schmucke Zeche im Herzen Bochums könnte für einen Konzertabend nicht besser geeignet sein. Stets war der Sound eine Wucht, die Location toll und der Zuschauer am Ende glücklich. Und auch heute präsentiert sich die mehr als gut gefüllte Zeche von ihrer besten Seite. Man trifft alte Bekannte, schlürft ein kühles Blondes und dreht sich langsam aber sicher Richtung Bühne, als die ersten Takte des Anheizers ertönen.

Diesen Posten hat die nimmermüde Fraktion um Lars Ramcke besetzt. STORMWARRIOR ist seit "Thunder & Steele" erneut in aller Munde, konnte bereits vor einigen Wochen als Support für MAJESTY viele Erfolge einheimsen und kennt auch heute kein Halten mehr. So darf sich das Ruhrgebiet auf knackigen, schnörkellosen Heavy Metal der druckvollen Sorte freuen. Die Nordköppe sind trotz geschrumpfter Bühne gut drauf und bei Brechern der Marke 'Metal Legacy', 'Steel Crusader' oder auch 'Heading Northe' wird diese Laune auch prompt ins Publikum gefeuert. Leider Odins ist nach rund einer halben Stunde und vergleichsweise verhaltenem Applaus schon Schluss für heute, was die Vorfreude auf die folgenden Ereignisse dennoch nicht schmälern sollte.

Die Italiener von RHAPSODY (OF FIRE) haben nämlich mit Fabio Lione einen Sänger im Gepäck, der aufgrund seiner starken Leistung beinah der restlichen Band die Show stiehlt. Doch auch diese weiß zu überzeugen, auch wenn die eine oder andere Passage am heutigen Abend vom Band kommt und das balladeske 'Lamento Eroico' etwas deplatziert wirkt. Am Ende beglücken solche Euro-Metal-Perlen wie 'Land Of Immortals', 'Unholy Warcry' oder auch 'Holy Thunderforce' und der Abschluss 'Emerald Sword' die Gemüter und leiten sie zum heiteren Mitsingen an.

Da man die Stücke zum Großteil kennt, zeigt sich das Publikum an vielen Stellen äußerst textsicher und souverän, die Bombast-Metaller werden gefeiert und die Show beweist, dass RHAPSODY (OF FIRE) besser ins Package passt als im Vorfeld gedacht. Lione hingegen wird nicht zum letzten Male heute gezeigt haben können, dass er zu den Besten seines Faches gehört.

Nach diesem Einblick in den symphonischen Bereich wird es nun Zeit für GAMMA RAY. Mit "Empire Of The Undead" haben die Hanseaten um den kränkelnden Kai Hansen ein Album nach Maß im Gepäck und trotzdem werden nur wenige Neuankömmlinge des GAMMA RAY-Universums zum Besten gegeben. Nachdem der Opener 'Avalon' mit Spannung erwartet wird und sich definitiv etabliert, tut der Zeche das folgende Allerlei an Greatest Hits jedoch keinen Abbruch, im Gegenteil. 'Heaven Can Wait', 'Tribute To The Past' und 'New World Order' vermischen sich mit dem HELLOWEEN-Evergreen 'I Want Out' (samt interessantem Reggae-Teil) und sorgen dafür, dass die Stimmung in Bochum kein Halten mehr kennt. Daran ändert auch die Bronchitis Hansens nichts, der sich dieser geschlagen geben und das Feld Fabio Lione und Frank Beck räumen muss. Doch sowohl Liones eigenwillige Version von 'Future World' als auch seine mehr als geniale 'Empire Of The Undead'- und 'Time For Deliverance'-Interpretation kommen beim Publikum mehr als gut an.

So haben die Zuschauer, die Band und selbst der Hansen Kai trotz kratzendem Hals ansteckend gute Laune, deren Level auch im zweiten Teil des GAMMA RAY-Sets locker gehalten werden kann. Nach 'Blood Religion' entert Frank Beck, Sänger der saarländischen Cover-Band SRAINED, die Bühne und demonstriert uns sein Können mit einem tollen "Land Of The Free"-Medley. Und abermals wird klar, wie gut es tut, die alten Schinken aufzuwärmen und dem hungrigen Bochumer Publikum zum Fraß vorzuwerfen. Ein toller, obgleich derart auch nicht ganz so geplanter Abend neigt sich für GAMMA RAY langsam dem Ende. Doch ohne 'To The Metal', wieder mit Herrn Beck am Mikrophon, und dem abschließenden 'Send Me A Sign' verabschiedet sich die Gute-Laune-Maschinerie aus Hamburg auch heute Abend nicht. Kai Hansen und seine Mitstreiter blicken zu guter Letzt in eine glückliche und Beifall klatschende Menschenmenge.

Und eines sei jener versichert: Bei dem nächsten Abstecher ins Ruhrgebiet gibt es neben einem gesunden Frontmann auch etwas mehr Spielzeit. Wir sehen es positiv, denn nicht jede Band hätte bei einer Bronchitis den Auftritt derart konsequent durchgezogen. Chapeau, meine Herren!

Redakteur:
Marcel Rapp

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