GWAR - Gemetzel der Außerirdischen - Lübeck

27.06.2011 | 19:48

17.06.2011, Treibsand

Scumdogs of the Univers GWAR

Was heute im versteckten, kleinen TREIBSAND auf der Wallhalbinsel der honorigen Hasenstadt abgeht, ist ein Höhepunkt für jeden Liebhaber der ruppigen Mucke und – zugegeben – des schlechten Geschmacks…: GWAR schicken sich an, eines ihrer sechs Deutschlandkonzerte in diesem Jahr hier zu zelebrieren. Doch bevor die außerirdischen Zerstörer jeder Lebensform mit der vollen Wucht des Planeten Scumdogia auf uns herniederfahren, dürfen fünf Thrash-Core-Maniacs aus der Region den Saal vorheizen.

VLADIMIR HARKONNEN aus Kiel und Rendsburg gibt es seit 2006. Sie spielen Thrash und Hardcore mit Begeisterung und Humor. Insgesamt machen die fünf Schleswig-Holsteiner seit über 20 Jahren in entsprechenden Kapellen zünftige Musik. Mit VH haben sie vor einiger Zeit ihr erstes Album herausgebracht. Und so wird "Silence, As Long As A Thought, While The Executioners Are Reloading" heute Abend auch den Hauptteil des Sets bestreiten.

Mit 'Body In The Trunk', 'Call Teddybear 666', 'Divorce Devine' oder 'Party Of The Damned' wird die Mosh-Party von mindestens 2/3 der 300 bis 400 Metal-Maniacs, die sich schon sehr früh an diesem lauen Sommerabend im und vor dem Club eingefunden haben, bestens gelaunt und hüpfend abgefeiert. Wir "Zuhörer" draußen in der Abendsonne haben auch unseren Spaß dabei, und es kommt bei gekühlten Erfrischungsgetränken in Mengen richtiges Sommer-Festival-Feeling auf! So herrlich kann das Metaller-Leben sein, VLADIMIR HARKONNEN sei Dank!

Setlist VLADIMIR HARKONNEN:
Body In The Trunk
Tangle Foot
Divorce Devine
Eyebrow In Surprise
Call Teddybear 666
Party Of The Damned
Frontex Fuckers
Dreadnaught Fever
Not Even Close
Irukandji
Rink Of Fear
Roadkill BBQ

 

Mit Glockenschlag 23.00 Uhr ist der "Spaß vorbei". Es stapfen die Scumdogs of the Univers, GWAR, auf die Bühne. Und eine ältere Dame vorne weg: Die englische Queen hat sich wohl leicht verirrt! Sie lächelt dümmlich und winkt ihren vermeintlichen Untertanen gefällig zu. So lässt sich Frontmonster Oderus Urungus aber nicht die Show stehlen. Er reißt ihr kurzerhand die Kleider vom Leib und (ja, Freunde des guten Geschmacks!) die Brüste ab. So kommen wir denn auch nach geschlagenen zwei Minuten in den Genuss unserer ersten Kunstblut-Dusche des Abends!
Natürlich geht es auch musikalisch ohne Tüdelüt, wie man hier im Norden sagt, sofort zur Sache: 'Horror Of Yig', 'Damnation Under God' und 'Hail, Genocide!' sind Thrash-Metal-Granaten an der Grenze zum Trash-Metal und ein Dreierschlag, bei dem der Saal im Null Komma Nichts kocht! Mein Lieblings-Song der Irren "from outer space", 'Let Us Slay', kommt - wie alles in diesem Set - druckvoll und mit erstaunlich gutem, da transparentem Sound aus den Boxen gehämmert. Diesen Titel könnte man auch gut als Motto der Band bezeichnen: Da wird nach der Ansage, er sei nicht schwul, schließlich treibe er es am liebsten mit Leichen, eine übergroße Mastino/British-Bulldog- Mischung von Oderus Urungus vergewaltigt und dem Kadaver die Gedärme herausgerissen. Die fast nackten, grässlich maskierten "Pitch-Slaves" (Dauerstatisten auf der Bühne) balgen sich darum, die Reste verschlingen zu dürfen – lecker!

Natürlich gibt es im Laufe der Show ständig Gladitorenkämpfe zwischen Horror-Aliens und furchterregenden Cyborgs, wobei diejenigen, die mit Kreissägen die Körperteile der Gegner abtrennen können, denen, die nur mit Schwert und Streitaxt um sich hauen, in der Regel überlegen sind. Und jedes Mal gibt es…? Genau! Blutdusche!!! Und das begeisterte Publikum antwortet mit…? Bierdusche! Welch ein Fest! Wir alle sind in 'Metal Metal Land'!

Höhepunkt des Massakers ist die Enthüllung des Jahres: Dass Osama Bin Laden von Navy Seals erschossen wurde, ist nichts als eine dreiste Lüge der "Erdlinge". Zum Beweis hüpft in diesem Moment eine grenzdebile Karikatur von Osama laut "Jihad! Jihad" quäkend auf die Bühne und wir sind ob dieser Tatsache alle geschockt! Doch auch davon lassen sich die Mannen vom Planeten Scumdogia nicht beeindrucken. Für so einen Spacken braucht man echt keine Waffen (Ami-Schlappschwänze!). Während die Pitch Slaves ihn in den Schwitzkasten nehmen, pellt ihm Oderus Urungus mit seinen Krallen die Gesichtshaut vom Schädel und zerrt ihm die Halsschlagadern aus dem Kaftan – ja! Blutdusche Nr. 26!

Nach dem legendären 'Salaminizer' und der Zugabe 'Sick Of You' (damit ist das Publikum gemeint… Oh ja, wir sind eure Sklaven und ihr unsere Meister ;-) ! ) ist nach 70 Minuten Schluss. Ein bisschen kurz, wenn Ihr mich fragt. Aber mal ganz ehrlich: Das war weit mehr, als 90 Prozent aller Bands in zwei oder drei Stunden bringen! Die "stupid fuckin' earthlings" in Lübeck jedenfalls sind so glücklich, von Ihren Meistern misshandelt worden zu sein, dass wir noch lange brauchen, um den Club zu verlassen und in die profane Welt des Irdischen zurückkehren zu können - blutüberstömt und quietsch-vergnügt ;-) !

Setlist GWAR:
Horror of Yig
Damnation under God
Hail, Genocide!
Let us Slay
Vlad the Impaler
Decay of Grandeur
The Private Pain of Techno Destructo
Crack in the Egg
Maggots
Bring back the Bomb
Metal Metal Land
Püre as the Årctic Snôw
Beat you to Death
The Salaminizer
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Sick of You

Ein herzlicher Dank geht an Jan von WEIRD WORLD und ganz besonders an die Mannschaft vom TREIBSAND, besonders an Jens und Bobo! Die komplette Foto-Schiene solltet Ihr euch unbedingt auf der Homepage des Clubs ansehen!

Redakteur:
Martin Rudolph

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