top banner 95
side banner 91

HAMMERFALL, BATTLE BEAST, SERIOUS BLACK - Langen

25.02.2020 | 14:05

11.02.2020, Neue Stadthalle

Weggeföhnt von geballter Metalpower!

Ich mag die Langener Stadthalle. Man kann dort problem- und kostenlos parken (wenn man nicht gerade auf den letzten Drücker kommt), die Leute sind immer total nett und über Essen und Getränke kann man auch nicht meckern. Auf die Veranstaltung heute bin ich besonders gespannt, haben mich doch alle drei Bands noch nie bei einem Auftritt enttäuscht.

Allmählich füllt sich der Saal und pünktlich beginnen die Herren von SERIOUS BLACK ihre Show. Fast auf den Tag genau vor fünf Jahren habe ich diese Band - ebenfalls als Support von HAMMERFALL - hier zum ersten Mal gesehen. Schon ihr damaliger Auftritt war bemerkenswert und heute legen sie noch eine Schippe drauf. Vom neuen Album "Suite 226" gibt es jedoch nur einen Titel, nämlich 'We Still Stand Tall', der beim Publikum gut ankommt, wie auch die restlichen Songs des Sets. Viel Zeit hat SERIOUS BLACK ja nicht, die wird allerdings gut genutzt und den Leuten vor der Bühne ordentlich eingeheizt. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, an wen mich Sänger Urban Breed mit Zylinder, Brille und Frack erinnert, bin aber erst zuhause drauf gekommen: an Jan Josef Liefers. Gut, der singt zwar auch, ist aber eher als Tatort-Kommissar bekannt. Die Spielfreude der Band wird mit viel Applaus belohnt und vor dem letzten Song kündigt Urban noch eine kleine Ansprache von Bassmann Mario Lochert an, der sofort die Lacher auf seiner Seite hat, als er seinen Satz mit "also als Bayer hier in Hessen..." - der Rest geht für mich leider im Gelächter unter. Immerhin schafft er es anzukündigen, dass SERIOUS BLACK im Herbst auf Headliner-Deutschland-Tour geht und er hofft, uns alle im Frankfurter "Nachtleben" wiederzusehen. Dann beendet die Band ihren Auftritt mit 'High And Low', was vom Publikum noch einmal mit großzügigem Applaus honoriert wird.

Der Umbau geht relativ fix und dann bricht sie über uns herein, die geballte Metalpower aus Finnland: BATTLE BEAST! Gut, die Dame und die Herren haben schon immer fulminate Auftritte hingelegt, aber so stark wie heute habe ich sie noch nicht erlebt. Und es macht so richtig Spaß, Noora und Co. zuzuhören und zuzuschauen. Dieser geballten Power und Spielfreude könnte man sich gar nicht entziehen, selbst wenn man das wollte – was aber definitiv keiner will. Powerfrau Noora wirbelt über die Bühne, schmettert dabei 'Straight To The Heart', 'No More Hollywood Endings' oder 'King For A Day' und man hat nicht das Gefühl, dass sie auch nur für eine Sekunde außer Atem gerät. Dazwischen bleibt immer noch Zeit für kleine Späße untereinander und natürlich die Interaktion mit den Zuhörern. Beendet wird der bärenstarke Auftritt mit 'Beyond The Burning Skies'. Zugaberufe können infolge des straffen Programms leider nicht erfüllt werden und so verabschiedet sich BATTLE BEAST unter großem Applaus vom Publikum.

Setliste: Unbroken; Familiar Hell; Straight To The Heart; Eden; No More Hollywood Endings; King For A Day; Beyond The Burning Skies

Auch jetzt geht der Umbau zügig voran, untermalt von diversen "Hammerfall, Hammerfall"-Rufen und direkt einsetzendem, tosenden Applaus, als das Intro erklingt und der Headliner des Abends auf der Bühne erscheint. Das eingespielte Team von HAMMERFALL haut uns einen Kracher nach dem anderen um die Ohren, von denen es ja wahrlich genügend im Repertoire gibt. Auch wenn es die "World Dominion"-Tour ist, benannt nach dem letzten Album, so erwartet uns doch eine ausgewogene Mischung vieler beliebter Hits aus allen Alben. Okay, würde HAMMERFALL all das spielen, was alleine meine Favoriten sind, würden auch drei Stunden Show nicht ausreichen. Also müssen eben Entscheidungen getroffen werden und die sind gut gewählt, wenn unter anderem 'Heading The Call', 'Bloodbound' oder 'Last Man Standing' dabei sind. Besonders bemerkenswert ist es auch, Joacim und Noora beim Duett 'Second To One' live zu erleben. Studio und live sind ja immer noch zwei Paar Schuhe, aber die beiden harmonieren wirklich toll miteinander, haben viel Gefühl in dieses Lied gepackt und können beim Publikum ordentlich punkten. Ja, solche Zusammenarbeit kommt gut an, was sich auch schon bei SABATON und APOCALYPTICA gezeigt hat. Joacim hat heute viel zu erzählen und freut sich sichtlich über das gut gelaunte Publikum, wenn es immer wieder "Hammerfall! Hammerfall!"-Rufe erklingen lässt, die Fäuste reckt und ordentlich mitsingt. Vielleicht passen in andere Hallen mehr Leute, aber der Mitgrölpegel ist hier definitiv der Wahnsinn. Weiter erzählt er vom 20-jährigen Jubiläum des Albums "Renegade"(drittes Studioalbum, veröffentlicht am 9. Oktober 2000), bevor es dazu erst ein kleines, instrumentales Medley gibt und anschließend 'Keep The Flame Burning' zelebriert wird. So richtig zur Sache geht es publikumsmäßig auch bei 'Last Man Standing' und dem folgenden 'Let The Hammer Fall', das wie immer lautstark von der Zuhörerschaft begleitet wird. Dummerweise läutet dieser Song auch das Ende – oder besser gesagt, das nahende Ende – des Konzerts ein. Natürlich lässt sich HAMMERFALL nicht allzu lange zu den Zugaben bitten und hat noch einmal drei "Hammertitel" im Gepäck. So werden zu 'Hammer High' noch einmal kollektiv alle Fäuste nach oben gereckt und der Refrain natürlich lautstark mitgegrölt, bevor das eingängige '(We Make) Sweden Rock' intoniert wird. Tja, dann ist es aber unwiderruflich soweit: Welcher Song ist ein MUSS, um ein Hammerfallkonzert zu beschließen? Genau: 'Hearts On Fire'. Dazu hüpft Joacim sogar in den Graben, stellt sich auf die Absperrung und schüttelt viele Hände. Während Oscar zum Schluss wie immer seine Gitare in die Luft wirft (und ich wie jedes Mal denke: "Oh mein Gott, wenn er die mal nicht fängt...!"), anschließend im Graben Plektren verteilt und auch alle anderen freigiebig mit diversen Teilen wie Plektren, Drumsticks und Setlisten sind, stehen letztendlich noch einmal alle zum Outro 'Dreams Come True' auf der Bühne und werden mit einem Riesenapplaus verabschiedet. Ein Konzertabend, der sich mehr als gelohnt hat!

Setliste: Never Forgive, Never Forget; One Against The World; Heading The Call; The Way Of The Warrior; Any Means Necessary; Hallowed Be My Name; Bloodbound; Redemption; Hector's Hymn; Natural High; Second To One (Duett mit Noora Louhimo); Renegade (Instrumentalmedley); Keep The Flame Burning; Dominion; The Dragon Lies Bleeding; Last Man Standing; Let The Hammer Fall; Zugaben: Hammer High; (We Make) Sweden Rock; Hearts On Fire; Outtro: Dreams Come True

Redakteur:
Hannelore Hämmer

Login

Neu registrieren

Wir verwenden Cookies, um unsere Website besser gestalten und verbessern zu können. Diese nutzen wir unter anderem für die Reichweitenmessung und zu Marketing- und Optimierungszwecken. Durch die weitere Nutzung der Website stimmst Du der Verwendung von Cookies zu (weitere Informationen gibt es hier).