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HELL NIGHTS - Frankfurt

04.11.2017 | 08:16

30.10.2017, Das Bett

There's A Party At Chrystal Lake...

In Frankfurt wird Halloween spontan mal um einen Tag vorverlegt: Zusammen mit zwei weiteren Bands laden die Horrorpunker von THE OTHER bereits am 30. Oktober zur traditionellen HELL NIGHT. Dabei geht es für alle Beteiligten ab ins BETT, welches an diesem Abend für einen Montag überraschend gut besucht ist. Nun gut, den darauffolgenden Feiertag gilt es schließlich auszunutzen und so finden sich in der Location zahlreiche illustren Gäste ein. Zombies, Vampire und bemerkenswert viele Skelette beleben die Szenerie, als SCARLET AND THE SPOOKY SPIDERS die Bühne betreten. Die Genovesen dabei einfach als Einheizer abzutun, wäre dabei reichlich despektierlich. Schließlich zeichnet sich vor allem der totenköpfige Frontmann der Horrorpunk/Death Rock-Band aus Italien durch eine bemerkenswerte Lässigkeit in seiner ganzen Bühnenpräsenz und in seinem Gesangsstil aus, was den glamousösen Geist der Siebziger Jahre ins Hier und Jetzt beschwört. Das Publikum erfreut sich an der swingenden, groovenden und zugleich auch rockig-krachenden Musik von SCARLET AND THE SPOOKY SPIDERS. Der Tanz der Toten ist eröffnet!

Danach wird es wild im BETT. Denn KITTY IN A CASKET macht keine Gefangenen: Von Anfang an fegt die Österreicherin in einem solchen Tempo über die Bühne, dass einem als Zuschauer schier schwindelig wird, ihre Mitstreiter an den Saiteninstrumenten präsentieren sich nicht minder rasant. Musikalisch braucht den Jungs und Kitty Casket ohnehin keiner etwas vorzumachen, Kitty zeigt sich vor allem bei Songs wie 'Run Run' oder auch dem Titel 'Sticks And Stones' (der Ohrwurm lebt immer noch fröhlich in den Gehörgängen der Autorin) in Hochform. Dabei ist an diesem Abend nicht nur Kitty herself der Blickfang auf der Bühne - auch der schwarze Bass, den Marc Maniac in Perfektion bedient, macht auf der Bühne einiges her. Selbiger (also der Bass, nicht Marc) sorgt jedoch auch für einen kurzen Moment der Furcht - nämlich als Kitty auf das edle Instrument steigt, um nach einem kurzen Moment schwungvoll wieder herunterzuspringen. Meine Nerven! Doch das Ziel hat KITTY IN A CASKET erreicht: Inzwischen steht die Luft im Club und der Dunst, welches durch den Raum wabert, hat mit kühlen, schaurigen Nebelschwaden höchstens optische Gemeinsamkeiten.

In diesen Hexenkessel begibt sich schließlich der Headliner. Und leitet, auch wenn sie schon lange begonnen hat, die Party noch einmal symbolisch mit dem Opener 'Party At Chrystal Lake' ein. Ein Song, der zugleich auch der Opener des aktuellen Albums "Casket Case" von THE OTHER ist, welches Mitte Oktober bereits das Licht der Welt erblickte. Dabei limitieren sich die Gruselgestalten aus Nordrhein-Westfalen mitnichten auf neue Werke. So verspricht Rod Usher gleich zu Beginn, dass "auf jedes neue Stück zwei alte kommen". Ein Versprechen, dass THE OTHER statt zur Pflichtübung zur Kür gemacht hat. So lassen die Horrorpunker nicht einen Song aus, der aus einer runden Setliste ein wahres Potpourri an Rasanz, Rock'n Roll und dem eigenen morbid-makabren Charme macht. Ob dies nun das musikalisch beinahe fröhliche 'Take You Down' oder das rockige 'Dreaming Of The Devil' ist, spätestens zu der deutschsprachigen Nummer 'Der Tod steht dir gut' singt Rod nicht mehr alleine, sondern hat ein frenetisches Publikum auf seiner Seite.

Doch auch die neuen Titel, die viele der Zuschauer an diesem Abend zum ersten Mal hören, fügen sich nahtlos in die Party im BETT ein. Fast ist es schon unheimlich, wie schnell 'She's A Ghost' oder 'X-Ray Eyes' merklich zu wahren Publikums-Lieblingen avancieren. Von der Lokalmysterie des Bedburger Werwolfs ('Werewolf Of Bedburg') über Sagengestalten wie Rotkäppchen ('Little Black Riding Hood') - Rod Usher versteht es dabei, die Songs auf charmante Art und Weise anzumoderieren, ohne das Tempo der Show als Ganzes zu bremsen. Und so verwundert es kaum, dass der ein oder andere es gar nicht glauben kann, als THE OTHER sich bereits von der Bühne verabschiedet. Natürlich nicht ganz ohne einen kleinen Nachschlag für die Frankfurter, die die fünf Horrorgestalten bis zum letzten Ton frenetisch feiern. Besonders im Gedächtnis bleibt dabei die finale Nummer 'What It's Like To Be A Monster', die durch ihren swingenden Charakter und der laid-back-Attitude schließlich die Gemüter ein wenig runterkühlt, ehe THE OTHER das Publikum aus dem BETT hinaus in die dunkle Nacht entlässt.

Redakteur:
Leoni Dowidat

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