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Hate Eternal - Würzburg

26.05.2008 | 16:09

09.05.2008, B-Hof

HATE ETERNAL haben kürzlich ihr mittlerweile viertes Studio-Album "Fury & Flames" veröffentlicht, und die Band ist derzeit mit CEPHALIC CARNAGE, SKELETONWITCH und DEADBORN auf großer Europatournee. Der Konzertauftakt in Europa fand am 09.05.2008 im Bechtoldsheimer Hof (B-Hof) in Würzburg statt. POWERMETAL.de war für euch vor Ort.

Aufgrund eines Interviews im Backstage-Bereich, das ich mit HATE ETERNAL-Mastermind Eric Rutan führe, verpasse ich leider den Auftritt der Opener-Band DEADBORN. Somit beginnt der Konzertabend für meine Wenigkeit mit SKELETONWITCH, von denen ich zuvor noch nie etwas gehört habe. Die Band aus Ohio (USA) spielt heute Abend ihren ersten Europa-Gig überhaupt und freut sich wie Bolle, vor den etwa 100 bis 120 Konzertbesuchern im B-Hof aufzutreten. Anfangs reagieren die Fans noch recht zurückhaltend auf die Performance der Newcomer, doch nach spätestens zwei oder drei Songs taut das Publikum auf.

SKELETONWITCH kombinieren knackige Old-School-Thrash-Riffs mit enormem Groove, wie ihn in dieser Form eigentlich nur Doom-Bands zu zelebrieren vermögen. Dazu gesellen sich klassische Gitarrensoli, die nicht selten an IRON MAIDEN erinnern. Der Gesang von Chance Garnett hingegen klingt recht giftig und rundum Thrash-typisch. SKELETONWITCH geben Vollgas und zeigen enorme Spielfreude. Das Publikum mosht vor der Bühne ordentlich mit, und die Band wird schließlich mit reichlich Applaus verabschiedet. Alles in allem ein Auftritt, der viel Spaß macht. Wer sich von dem stilistischen Spektrum angesprochen fühlt, der sollte durchaus einmal der MySpace-Seite einen Besuch abstatten. Eine coole Liveband sind SKELETONWITCH allemal.

Bei den Grindcore-Gesellen CEPHALIC CARNAGE geht es eine Spur rabiater, aber auch technischer zu. Die Band schafft es im Handumdrehen, dem Publikum im B-Hof Beine zu machen, und bereits nach kurzer Zeit bildet sich ein wilder Circle Pit vor der kleinen Bühne, in dem es ganz schön zur Sache geht. Da heißt es Fotokamera festhalten!

Spielerisch ist bei CEPHALIC CARNAGE alles auf sehr hohem Niveau angesiedelt, wobei besonders die Bassarbeit von Nick Schendzielos am sechssaitigen (!) Bass beeindruckend ist. Die gezockten Stücke kommen recht unvorhersehbar und daher auch ausgesprochen abwechslungsreich rüber. Krude Blastbeat-Passagen gehen in relaxte Groove-Parts über, melodische Gitarrensoli stehen neben derben Growl-Passagen. In den Spielpausen ertönen relaxte Liedfragmente aus dem Fundus diverser Pop-Kamellen der Achtziger. Shouter Lenzig Leal scheint eine ausgeprägte Passion für Dope zu haben, und so fragt er mehrmals, ob denn jemand etwas von dem Zeug dabei hat, um zu kiffen. Na, na! Gitarrist Steve Goldberg schießt mit seinem krassen Stage-Acting den Vogel ab, indem er wie ein entfesselter Derwisch herumzappelt, in die Höhe springt und spackt, als gäbe es kein Morgen. CEPHALIC CARNAGE haben heute Abend eine verdammt fette Performance hingelegt, die vom Publikum mit lautstarkem Applaus entsprechend honoriert wird.

Setlist:
Hybrid
The Will Or The Way
Analytical
Divination And Violation
Observer To The Obliteration Of Planet Earth
Scientific Remote Viewing
Touched By An Angel
Kill For Weed
Lucid Interval
Endless Cycle Of Violence
Ontogeny Of Behavior

Nun ist es an der Zeit, dem Headliner des heutigen Abends, HATE ETERNAL, einen gebührenden Empfang zu bereiten. Tausendsassa Eric Rutan an Gitarre und Mikro, Shaune Kelley an der zweiten Klampfe, Live-Bassist J. J. Hrubovcak (MONSTROSITY) am Bass und Neuzugang Jade Simonetto heizen dem Publikum in den folgenden 75 Minuten kräftig ein. Eric ist bester Laune, und er genießt es sichtlich, die HATE ETERNAL-typischen, dissonant klingenden Death-Keulen wie 'Behold Judas' oder 'King Of All Kings' in die Menge zu ballern. Jungspund Jade Simonetto hinter der Schießbude, der bereits auf dem aktuellen Longplayer "Fury And Flames" exzellente Arbeit geleistet hat, setzt die Songs auch live sehr tight um. Shaune Kelley rifft und frickelt mit Hingabe, und wenn er einige garstige Backing-Vocals ins Mikrofon keift, so glaubt man als Zuschauer fast, dass ihm gleich die Halsschlagadern platzen könnten. "Aushilfsbassist" J. J. Hrubovcak dagegen agiert spielerisch recht unauffällig, aber solide. Gegen den Meister der Tieftöner, wie ich Alex Webster von CANNIBAL CORPSE titulieren würde, kann er jedoch zu keiner Sekunde ankommen. Es wäre auch zu schön gewesen, Alex Webster nicht nur auf dem aktuellen HATE ETERNAL-Output zu hören, sondern ihn auch livehaftig mit Eric Rutan gemeinsam auf der Bühne zu sehen.

So stark die Performance von HATE ETERNAL heute Abend auch ist, der Auftritt wird leider von einem etwas verwaschenen Sound überschattet. Zudem scheint der Mann am Mischpult den Lautstärkeregler einfach nur nach rechts gedreht zu haben, während er beim Mix der einzelnen Instrumente eine suboptimale Balance gefunden hat. Der Urgewalt der brutalen Songs von HATE ETERNAL tut dieser Sound jedoch fast keinen Abbruch. Auch die immerhin fünf brandneuen Stücke, die die Band heute Abend spielt, werden vom Publikum gleichermaßen mit Applaus gewürdigt wie ältere Marschflugkörper. Als Höhepunkt im Set avanciert das überragende 'Tombeau (Le Tombeau De La Fureur Et Des Flames)' mit dem sehr melodischen Solo am Ende, das Eric den sechs Saiten seiner Gitarre grandios entlockt. Die Band verlässt nach diesem Knaller die Bühne, doch das Publikum ist noch immer hungrig und will Eric und seine Band noch nicht so recht ziehen lassen. Den lautstarken Rufen nach einer Zugabe kommen HATE ETERNAL zur Freude des Publikums nach. Und so markiert 'By His Own Decree' das Ende eines unterhaltsamen und brutalen Konzertabends im B-Hof. Wer noch nicht dort war, dem sei diese Konzert-Location ausdrücklich empfohlen. Näher als hier kann man Musikern als Zuschauer kaum kommen.

Setlist:
Bringer Of Storms
Whom The Gods Will Destroy
Behold Judas
Obscure Terror
Hell Envenom
Catacombs
To Know Our Enemies
Fury Within
Chants In Declaration
I Monarch
Powers That Be
King Of All Kings
Tombeau (Le Tombeau De La Fureur Et Des Flames)
----
By His Own Decree

Ein Dankeschön für zusätzliche Konzertfotos geht an Thorsten Seyfried.

Redakteur:
Martin Loga

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