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Headbangers Open Air - Brande-Hörnerkirchen

28.08.2003 | 08:17

11.07.2003,

Zum sechsten Mal hat der Garten in Brande-Hörnerkirchen nahe Itzehoe gebrannt. Was vor einigen Jahren als eine etwas größer angelegte Grillparty des Headbangers Ballroom anfing, ist anno 2003 das wohl kultigste Open Air in deutschen Landen. Und das liegt nicht nur allein an der extrem gelungenen Bandauswahl, sondern an der gesamten Atmosphäre dieses Events. Da wäre erst einmal die urige Location an sich zu nennen. Welches andere Festival findet denn bitte schön auf einem privaten Bauernhof statt? Dann die extrem zivilen Preise und zu guter Letzt dann auch noch die erstklassige Organisation sowie der tolle Sound. Alles Punkte, die auf manch anderer Festivität mit kommerzieller Ausrichtung absolut nicht selbstverständlich sind. So schnappte ich mir also meine geliebte Bücher-Fee, die sich mit solcher Musik nur bedingt anfreunden kann, und reiste ins nordische Ödland.
Dort angekommen waren wir erst einmal erstaunt über die Vielzahl der aufgebauten Zelte. Wenn ich mich zurück erinnere, waren es im letzten Jahr vielleicht 40 und jetzt... ein paar Hundert! Hatte ich nun Bedenken, dass dies auch weitere (negative) Veränderungen zu den Vorjahren mit sich bringen würde, wurde ich während der Veranstaltung eines Besseren belehrt: Alles andere war so genial gemütlich geblieben, wie ich es schon kannte. Eine riesengroße Garten-Party mit extrem genialer Beschallung! Top!

Kommen wir aber zum Festival an sich: Am Freitag eröffneten die altbekannten Hamburger BÄD INFLUENCE, die mich in der Vergangenheit meist nicht wirklich zu begeistern verstanden, den Reigen. Heuer muß ich ihnen zumindest attestieren, dass sie sich merklich weiter entwickelt haben und eine wirklich gute Show ablieferten. Mein Problem mit den Damen und Herren ist aber, dass sie sich offensichtlich nicht so recht einig sind, welche Art von Metal sie denn nun spielen wollen und so mit jedem neuen Song auch gleich eine neue Schublade bedienen. So etwas kann man als 'abwechslungsreich' bezeichnen, in diesem Fall allerdings klingt es manchmal etwas schräg. Und wenn ich euch nun berichte, dass sie mit 'In Union We Stand' einen alten OVER KILL Killer ganz ordentlich gecovert haben, werdet ihr vermuten, es mit einer Power-Metal-Kapelle zu tun zu haben. Weit gefehlt, denn BÄD INFLUENCE haben auch Gothic-, Thrash- und Grunge-Elemente in ihrem Repertoire. Wie gesagt, alles ganz gut, aber halt nicht weltbewegend. Dem Publikum gefiel die, auch optisch gelungene Show ziemlich gut.

Die nächste Band auf dem Billing definierte dann auch gleich das oben angebrachte Attribut 'kultig' sehr treffend. Extra aus dem Land der untergehenden Sonne angereist waren SOLITUDE, die für viele Anwesende wohl ein unbeschriebenes Blatt waren. Diese Tatsache hielt das Quartett jedoch zu keiner Sekunde davon ab, den deutschen Headbangern gewaltig die Matten zu frisieren. Man merkte den Jungs die Euphorie aus jeder Pore an. Während man ja bei Japaner häufig nicht so recht einschätzen kann, warum sie nun gerade lächeln, war das Grinsen dieser Herren so breit, dass es bis in die letzte Reihe hinaus ansteckend wirkte. Super sympathisch und zugleich musikalisch genau das Richtige für die aus ganz Deutschland (und darüber hinaus!) angereisten Insider und Musikfreaks. SOLITUDE säbeln nämlich eine dermaßen knusprige Thrashgitarre, dass man gar nicht anders kann als mit dem Kopf zu wackeln. Total klasse, was die vier NWOBHM-Fanatiker abfeuerten. Nicht umsonst war der Andrang an ihrem kleinen Merchandise Stand nach dem Auftritt recht gewaltig. Man darf gespannt sein, ob diese Formation jemals wieder auf europäischen Brettern spielen wird.

Über die nachfolgenden STORMWARRIOR muss ich wohl nicht viel schreiben. Die Hanseaten sind erwartungsgemäß gut angekommen und klangen am Grillstand auch ganz amtlich. Wir nutzten die Gelegenheit nämlich zur Nahrungsaufnahme, sodass mir hier eine detaillierte Berichterstattung leider nicht möglich ist.

Weiter ging es mit den finnischen SOLITAIRE, die kürzlich mit ihrem Debüt "Rising To The Challenge" bei Iron Glory Records aufwarten konnten. Während ich die Scheiblette eher gutklassig fand, überzeugte nun der Fünfer mit extrem oldschooligem Hyperspeed nicht nur mich. Vor allem aufgrund des teils sehr hohen, aber gleichzeitig auch gekonnten Gesanges erinnerten sie häufig an die alte AGENT STEEL meets EXCITER-Abteilung und zogen die moshende Meute schnell in ihren Bann. Spätestens beim ersten Covertune 'Violence & Force' von den eben genannten Kanadiern hatten sie endgültig die Fangemeinde auf ihrer Seite und konnten sich über ein paar Dutzend gen Himmel gereckte Fäuste freuen. Im weiteren Verlauf ballerten sie uns dann noch eine exquisite Version von 'Metal Command' um die Löffel, die zwar etwas hinter der EXODUS`schen (Duschen?) (Anm. d. Lektors: Bei dieser Hitze immer wieder gerne!)zurückstecken musste, aber trotzdem abgefeiert wurde. Insgesamt fliegen also auch hier wieder alle Daumen hoch.

Redakteur:
Holger Andrae

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