Heavy Metal - Nix Im Scheddel...? Nr.18 - Leipzig

02.10.2001 | 11:50

28.09.2001, Tonelli\\\'s

Einmal im Monat trifft sich Leipzigs Metal-Szene zur Kultveranstaltung mit dem kultigen Namen \"Heavy Metal - Nix Im Scheddel...?\". Dabei wird Underground-Bands oder zumindest relativ unbekannten Gruppen (allerdings haben u.a. auch schon HARMONY DIES, POSTMORTEM, ORTH oder VIU DRAKH beim \"Scheddel\" gespielt) die Möglichkeit gegeben, sich dem nach Metal gierenden Publikum zu präsentieren. Diesmal gab es gleich drei Härtnerkapellen zu bewundern (für moderate zehn Mark). Außerdem gab es eine neue Location, die es einzuweihen galt, was natürlich auch ein triftiger Grund für powermetal.de war, dort zu erscheinen. Die Alte (Tonelli\'s Blues Bar), die siebzehn dieser Parties aushalten musste, konnte dem immer stärkeren Zuschauerinteresse nicht mehr gerecht werden. So wurde der Name \"Tonelli\'s\" einfach mitgenommen und man zog ins Kulturbundhaus um. Der große Saal war aber noch nicht bespielbar, deshalb musste diese Premiere in einen kleinen Saal mit einer ziemlich winzigen Bühne ausweichen. Und darauf durften PANDAEMONIUM, GOMORRHA und MALEDICTIVE PIGS ordentlich Arsch treten. Wie viele Leute sich letztendlich eingefunden haben, lässt sich sehr schwer schätzen, da es dort ziemlich verwinkelt und von daher unübersichtlich ist, aber es werden schon so 200-300 zumeist Langhaarige gewesen sein.
Was besonders positiv auffällt, ist die familiäre Atmosphäre beim \"Scheddel\" (bedingt natürlich auch durch die räumliche Enge). Mal ein Beispiel dafür. Wir kommen in den Vorraum von Tonelli\'s rein, gehen einmal links um die Ecke und machen eine Tür auf. Und da steht der Sänger von PANDAEMONIUM einen halben Meter vor mir und röhrt aufwärmtechnisch in sein Mikro. Very cool!

Einer der Veranstalter, Ringo, hielt eine kurze Einführungsrede zur neuen Location und gab dann die Bühne frei für eben jene PANDAEMONIUM. Und ohne Übertreibung - die waren wirklich Extraklasse. Viel Melodie in den Songs, dazu eine gut gestimmte Death Metal-Röhre. So müssen Death/Thrash-Songs klingen, und das sahen auch die meisten Anwesenden so. Sehr gute Musik, sowohl vom songschreiberischen Aspekt her als auch von der spielerischen Darbietung. Ein wirklich starker Auftakt, hoffentlich schafft diese Truppe den Durchbruch. So konnte man allerdings nicht unbedingt erwarten, dass die beiden nachfolgenden Bands das würden toppen können.
GOMORRHA fand ich dagegen dann auch weniger toll. Deren rumpeliger Death Metal war mir ein bisschen zu einfallslos und eintönig. Natürlich ging jeder Song volle Kanne, aber irgendwann wurde zumindest mir das etwas zu langweilig. Aber es gab ja auch noch die Möglichkeit, reichlich Bier zu trinken, also no problem.
Die MALEDICTIVE PIGS waren musikalisch durchaus nicht zu verachten, zudem haben sie mit ihrer charismatischen Frontsau Otto ein echtes Highlight in ihren Reihen. Aber auch der total besoffene Bassist war ziemlich lustig, wenn er mit glasigem Blick auf die einen Meter vor ihm bangenden Metaller starrte. Auch diese Band hatte sich dem brutalen Death Metal verschrieben, spielte aber wesentlich besser zusammen als GOMORRHA und gefiel mir somit auch deutlich besser. Und es gab, was ich in diesem kleinen Raum kaum für möglich gehalten hätte, sogar Diver zu bewundern, u.a. o.g. Veranstalter Ringo. Der bedankte sich dann zum Schluss freudetaumelnd bei den zahlreich anwesenden Zuschauern, dass sie auch in der neuen Location zur Stange gehalten hatten.
Für mich waren zwar PANDAEMONIUM wie nach deren Auftritt erwartet, der heimliche Headliner gewesen, aber das Publikum hatte bei allen drei Bands seinen Spaß, und so soll das ja schließlich auch sein. Ich werde mir jedenfalls die 19. Austragung dieser tollen Veranstaltung in vier Wochen nicht entgehen lassen.

Redakteur:
Stephan Voigtländer

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