Heavy Metal - nix im Scheddel...? Nr. 71 - Leipzig

07.02.2007 | 21:16

13.01.2007, Moritzbastei

"Armageddon Over Wacken" - unter diesem leicht martialischen Titel firmierte das Konglomerat aus SUIDAKRA, NOISE FOREST und OBSCENITY, das die Scheddel-Gemeinde am 13. Januar mit einem heftigen Reigen beehrte.

Yeah, mit OBSCENITY rollte gleich mal eine amtliche Portion purer Death Metal in die Moritzbastei um alle anwesenden Ohren freizupusten. Ein schön druckvoller Sound knallte aus den Boxen. Ab und an konnte man mal Melodic-Death-Anteile erahnen, aber ansonsten bot man unverfälschten, gradlinigen Death Metal feil und der verfehlte seine Wirkung nicht.
Gut drauf waren OBSCENITY sowieso. Echt witzig war auch der Drummer, der ständig mit einem verkniffenen Grinsegesicht sein Drumkit vermöbelte und darin voll aufzugehen schien. Recht so! Und die beiden Gitarristen hatten Spaß daran gegenseitig die Akkorde auf dem Griffbrett des anderen zu greifen. Ein rundum cooler Gig!

Eine intensive Deathcore-Walze servierten dann die Herren von NOISE FOREST. Die Songs sind zwar echt gelungen und auch musikalisch war alles im grünen Bereich, dennoch konnte man nicht ganz so begeistern wie OBSCENITY. Die Band hatte gleich zwei Brüllwürfel am Start, die sich um die Wette die Seele aus dem Leib schrien. Mit ihrem heftigen Teppich aus aggressivem und schnörkellosem Gebretter konnte die Truppe aber auf jeden Fall überzeugen und die Verbindung aus Death, Thrash und Hardcore funktionierte live wie auch schon auf der aktuellen Scheibe "Morbid Instincts" einwandfrei. Also auch hier Daumen hoch!

SUIDAKRA begeistern mit ihrem Mix aus Black Metal, Melodic Death und Folk Metal und lockten einige Metalheads in die MB. Gegen Mitternacht war es dann soweit, aber aus irgendeinem Grunde kamen die Jungs heute nicht ganz so toll rüber wie auf Platte, wo ich die Band wirklich sehr schätze. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass sie geile Songs am Start haben, zudem präsentierte sich die Band unverkrampft und gut gelaunt. Sänger und Gitarrist Arkadius versuchte immer wieder das Publikum zu motivieren, was ihm auch gelang und so wurde die Band gut abgefeiert. Dargeboten wurde ein repräsentativer Querschnitt aus dem bisherigen Schaffen und dem aktuellen Album "Caledonia" und dieser zeigte einmal mehr, dass SUIDAKRA für frischen und musikalisch vielfältigen Metal stehen, der richtig gut reinläuft.

Fazit: Die 71. Auflage des Scheddels war eine sehr gut besuchte, und obwohl der Eingängigkeitsfaktor der Musik mit jeder Band etwas höher wurde, wirkte sich das nicht negativ auf das Zuschauerinteresse aus, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass bei OBSCENITY das Gedränge doch am größten war.

Beim nächsten Scheddel am 23. Februar werden dann übrigens die Leipziger Lokalmatadore TOTHAMON ihre Record-Release-Party feiern. Leider wird dies gleichzeitig auch deren Abschiedsgig sein, da sich die Band danach im Zuge des Ausstiegs zweier Mitglieder auflösen wird. Schade um eine sehr coole Band, welche die Leipziger Metalszene echt bereichert hat. Also nicht verpassen!

Scheddel-Infos und bisherige Berichte gibt es hier:
http://www.powermetal.de/tour/festival.php?id=787

Redakteur:
Stephan Voigtländer

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