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Heidenfest 2011 - Hamburg

29.11.2011 | 13:15

06.10.2011, Markthalle

Das Heidenfest ist nun schon länger durch, Zeit, sich die Veranstaltung mit einer gewissen Distanz noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen.

Schon vor dem Einlass um 17:30 Uhr bilden sich Massen von der Halle, um sich schon mal eine feucht-fröhliche Stimmung anzutrinken, denn von dem schlechten Wetter und der Tatsache, dass es Donnerstagabend ist, lässt sich anscheinend niemand abschrecken.

Als Opener betreten SKÁLMÖLD aus dem schönen Island um 18:15 Uhr die Bretter. Diese Band ist zum ersten Mal mit auf der Heidenfest-Tour und kann gleich begeistern. Die Texte sind ausschließlich in isländischer Sprache verfasst und die Musik zieht sich durch eine Welt von stimmungsvollem Folk und Black Metal. SKÁLMÖLD können sowohl mit ihrer Musik als auch mit ihrer Show überzeugen. Sie haben das Publikum von Anfang bis Ende im Griff, verbreiten super Stimmung und liefern ein tolles Konzert ab! Besonders ihre Melodien sind toll und so schwirren die Töne noch aus manchem Munde aus dem Publikum durch den Raum. Man bekommt den Eindruck, dass die Stimmung von Song zu Song stark ansteigt. Nach nur einer halben Stunde ist das Konzert leider schon vorbei und SKÁLMÖLD verabschieden sich.

Um 19 Uhr heißt es "True Norwegian Balkan Metal“ und es geht mit den fröhlichen norwegischen Sauf-Trollen von TROLLFEST weiter. Ihre Musik zeichnet sich vor allem durch ihre Verrücktheit aus und es fällt einem schwer, sie ernst zu nehmen - was wahrscheinlich auch so gewollt ist. Sie singen in ihrer eigenen Trollsprache: eine Mischung aus einigen Sprachen wie z. B. Deutsch und Norwegisch. Musikalisch bewegen sie sich im Folk Black Metal und lassen vor allem instrumentalische Highlights wie Akkordeon, Tuba und Banjo nicht aus. Die Halle verdunkelt sich und das mehr als fröhliche Humppa-Intro erklingt. Plötzlich stürmen TROLLFEST auf die Bühne und spätestens jetzt liegt jedem Besucher ein Grinsen im Gesicht, denn die Outfits der Norweger passen sich perfekt ihrer Musik an: Sänger Jostein Austvik hat eine braune Schürze um, die sich ebenfalls wie eine Krone bis über den Kopf zieht und nur das Gesicht frei lässt, wodurch sein langer Bart natürlich besonders zur Geltung kommt und ihm einen überaus trollischen Flair verleiht. Gleich mit dem ersten Song 'Die verdammte Hungersnot' hauen TROLLFEST ordentlich rein und bringen das Publikum in Bewegung. Die Fans kommen aus dem Klatschen nicht mehr raus und TROLLFEST animieren sie, wo es nur geht. Vor dem dritten Song 'Brakebein' wird auf das neuste Album "En Kvest For Den Hellige Gral" hingewiesen und angekündigt, dass dies ihre erste Show in Hamburg ist. Beim vierten Song 'Der Jägermeister' bildet sich der erste Circel Pit auf Wunsch der Band und das Publikum ist völlig aus dem Häuschen. TROLLFEST schaffen es, die Stimmung wirklich konstant im Griff zu behalten, und setzen mit ihrem letzten Lied 'Helvetes Hunden Garm' noch mal einen drauf, denn der Refrain "Wuff Wuff Wuff" wird von den Fans sofort aufgenommen und lautstark mitgesungen.

Wie man anhand der Rufe erkennen kann, werden als nächstes die Russen von ARKONA erwartet. Auch wenn die Texte in russischer Sprache nur wenige verstehen können, schaffen es ARKONA immer, die Fans mit ihrem überaus Party-tauglichen Folk Metal in Stimmung zu bringen. ARKONA spielen einen bunten Mix aus alten und neuen Songs und behalten es sich natürlich nicht vor, ihre ganzen Klassiker zu bringen. Man kann deutlich erkennen, dass die Band von der Tour etwas angeschlagen ist und einen eher lustlosen Eindruck vermittelt. Dennoch versuchen sie, das Beste draus zu machen und die Stimmung bei den Fans so gut es geht aufrecht zu erhalten. Am Ende des Konzertes merkt man es vor allem Frontfrau Mascha an, dass sie wohl ziemlich angeschlagen ist. Aber wenn man mal davon absieht, liefern ARKONA ein tolles Konzert ab!

Die nächste Band kann man schon als alte Hasen in der Markthalle bezeichnen, denn die schottischen Piraten von ALESTORM waren hier schon öfter unterwegs. ALESTORM werden von ihren Fans sofort abgefeiert und die Stimmung ist direkt auf höchstem Level. Vor allem kann Sänger Christopher das Publikum mit seinen Sprüchen gut auf Trab halten. Die Akkordeon-Melodien und die Shanty-artigen Refrains finden gute Zustimmung bei den Fans und die bekannten Songs werden lautstark mitgesungen. Zum Ende hin spielen sie ihr von den Fans bereits ersehntes Partylied 'Keelhauled' und die Stimmung fängt noch mal richtig an, zu kochen. Man merkt, dass die Band motiviert ist und Lust hat, auf der Bühne zu stehen!

Der Bereich vor der Bühne füllt sich und die großen Banner werden gehisst. Es ist unschwer zu erkennen, dass der Großteil des Publikums schon sehnsüchtig auf die Finnen von TURISAS wartet. Einige von ihnen haben sich sogar die typischen TURISAS-Kampfstreifen ins Gesicht gemalt. Wieder einmal verdunkelt sich die Halle, das epische Intro erklingt und die Mannen betreten die Bühne. Über den Köpfen der Fans steht ein großes Fragezeichen, denn TURISAS stehen nicht in gewohnter Besetzung auf der Bühne: Die Akkordeon-Spielerin Netta Skog und der Bassist Hannes Horma sind aus persönlichen Gründen nicht mehr dabei und wurden von Jukka-Pekka Miettinen (ex-ENSIFERUM) am Bass und Robert Egstrand am Keyboard ersetzt. Diese Neuheit scheint für viele erst ungewohnt, aber dennoch fügen sich die beiden Neuen langsam, aber sicher mit ins Bild ein. TURISAS spielen einen guten Mix ihrer drei Alben und lassen keinen Klassiker aus. Neben 'Hunting Pirates' und 'One More' wird natürlich der Partykracher aus den Siebzigern, 'Rasputin', mit der Ansage "Are you ready for Discometal?" angestimmt und das Publikum singt laut mit. Der letzte Song wird angekündigt und wie hätte es auch anders sein können, ertönt mit 'Battle Metal' der Titelsong ihres ersten Albums und die Bandhymne schlechthin. Die Fans rasten noch mal richtig aus. Ein würdiger Abschied! Sänger Matthias Nygård verabschied sich auf Deutsch mit den Worten "Vielen Dank" und "Gute Nacht".

"Hilfe, die Trolle kommen!" - Teil 2. Den Eindruck vermitteln FINNTROLL schon ab ihrem Intro. Pünktlich um 23 Uhr betreten sie die Bretter und geben direkt Gas. Ihr Mix aus schönen Melodien verbunden mit Humppa-Beats und düsteren Black-Metal-Passagen lockt auch den letzten Wurm aus seinem Loch. Wie gewohnt merkt man FINNTROLL  den Spaß auf der Bühne an und spürt sofort die Professionalität, mit der die finnischen Trolle ihre Fans bearbeiten. Es scheint deutlich, dass viele Besucher nur auf dieses Konzert gewartet haben. Die erste Reihe ist dementsprechend umkämpft. Vor allem bei ihrem neusten Partyhit 'Under Bergets Rot' geraten die Fans völlig aus dem Häuschen und beginnen neben dem Pogen und Bangen auch zu tanzen. Einige Fans scheinen trotz der schwedischen Sprache viele Songs von vorn bis hinten mitzusingen oder die Laute wenigstens nachzuahmen. FINNTROLL  spielen ein gut ausgesuchtes Set, in dem sie keinen Hit ungespielt lassen. Neben Songs wie 'Nedgång' und 'Solsagan' bleiben auch die alten Klassiker wie 'Nattfödd' und 'Slaget Vid Blodsjälv' nicht ungespielt. Den Abschluss machen die Finnen wie erwartet mit 'Trollhammaren', zu dem sich die Fans noch mal so richtig austoben, tanzen und mitsingen können! Selbst nach dem Konzert haben sie noch nicht genug und würden FINNTROLL am liebsten wieder auf der Bühne sehen. Die Trolle liefern mit ihrer wieder mal grandiosen Show dem diesjährigen Heidenfest einen würdigen Abschluss!

Das Heidenfest war wieder mal ein voller Erfolg mit gut ausgesuchten Top-Acts, die allesamt eine super Show abgeliefert haben. Alle Liebhaber des Folk- und Black Metals, die nicht dort gewesen sind, haben wirklich was verpasst. Nun heißt es erstmal Skål und bis zum nächsten Heidenfest!

Redakteur:
André Dömer

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