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Helloween - Hamburg

17.02.2011 | 21:15

09.02.2011, Docks

Drei starke Bands, eine riesige Party.

Der Mittwochabend in den Docks steht ganz im Zeichen des schnellen Heavy Metals mit Ausnahmesängern: Mit STRATOVARIUS und HELLOWEEN hat sich ein starkes Duo angekündigt, unterstützt von PINK CREAM 69. Schon beim Opener ist der Saal luftig gefüllt – für HELLOWEEN dürfte es ein Heimspiel vor vollem Hause werden. Auch PINK CREAM 69 werden bejubelt, in den ersten Reihen stehen einige Fans, die die Band abfeiern. Völlig zu Recht: Einen besseren Anheizer hätte man kaum finden können. Die Karlsruher reden zwar mit ihren Anhängern, leiten aber schnell von einem Song zum anderen über, um keine Zeit zu verlieren.

'Do You Like It Like That' beantwortet sich von selbst: Die Stimmung überträgt sich auf die übrigen Reihen, PINK CREAM 69 werden ausgiebig bejubelt. Natürlich lassen sich die Zuschauer auch gerne zum Klatschen und Mitwippen animieren. Mit 'No Way Out' und 'Seas Of Madness' überzeugen die Karlsruher das Publikum vollends. Die Messlatte hängt hoch.

Bei STRATOVARIUS kommt das Highlight zu Beginn der Show: Schlagzeuger Jörg Michael ist nach überstandener Krebserkrankung erstaunlich schnell wieder dabei und wird unter großem Jubel willkommen geheißen. Nach dem Konzert sagt er, die vielen Zusprüche der Fans haben ihm bei der Genesung sehr geholfen. Man merkt's – so sieht Spielfreude aus. 'Hunting High And Low' ist der erste Titel; schon ist klar, dass hier heute ein Hit nach dem anderen abgefeuert werden sollte. Sänger Timo Kotipelto kommt mit einem hübsch verzierten Mikroständer auf die Bühne. Dieser kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Sänger heute nicht in Bestform ist.

Die Aufklärung folgt auf dem Fuße: Kotipelto entschuldigt sich dafür, dass er leicht angeschlagen ist. Er leidet seit mehreren Tagen an einer bakteriellen Infektion und kann sein gewaltiges Stimmpensum deshalb leider nicht ausschöpfen. Seine Stimmung schmälert das nicht; bei 'Speed Of Light' dreht er schelmisch an Matias Kupiainens Gitarrenknöpfen. Die gute Laune springt über auf die mittlerweile ansehnlich gefüllten Docks. Bei 'Kiss Of Judas' bedarf es gar keiner Animation – die Fans klatschen von selbst kräftig mit. Die kuschelige Atmosphäre bei der Ballade 'Winter Skies' ist greifbar, bis mit 'Darkest Hours' der Hit den neuen Albums "Elysium" kommt. Schade, dass es das an neuem Material gewesen sein soll. Beim Publikum kommt 'Darkest Hours' wunderbar an.

Nach der obligatorischen "La Ola"-Welle bei 'Phoenix' und dem neuerlichen Kuschelkurs von 'Forever' klingt der Auftritt mit einem kurzen Keyboardsolo und natürlich 'Black Diamond' aus. Kotipelto verteilt am Ende Wasser an die schwitzenden Fans. Ein paar mehr Lieder vom neuen Album hätten es sein dürfen, aber gegen so eine geballte Ladung Hits hat der geneigte Fan natürlich auch nichts einzuwenden.

Setlist:
Hunting High And Low
Speed Of Light
Kiss Of Judas
Winter Skies
Darkest Hours
Distant Skies
Phoenix
Forever
Paradise
Black Diamond



Bei zwei so starken Vorbands sind HELLOWEEN jetzt gezwungen, aufs Ganze zu gehen. Sie starten gleich mit ihrer Mitgrölhymne 'Are You Metal?' vom aktuellen Album "Seven Sinners" – und die Docks feiern und singen, was das Zeug hält. Ein Klassiker, wie er im Buche steht, aber das war schon bei der Veröffentlichung des Songs klar. HELLOWEEN nutzen die gesamte Bühne, laufen viel und lassen sich von den jubelnden Fans anstacheln. Diese wiederum sind äußerst textsicher und können die Frage des Abends eindeutig mit "yes, we are" beantworten.

Die Musiker machen kleine Späßchen mit sich und den Fans. Schlechte Laune gibt es an diesem Abend nicht. Obwohl HELLOWEEN in Hamburg verwurzelt sind, haben sie seit drei Jahren nicht mehr hier gespielt – umso besser tut es da, endlich wieder hier zu sein. Kein Wunder, dass die Recken ordentlich Gas geben, um den Auftritt unvergessen zu machen. Die Truppe hat wahrscheinlich auch genug überschüssige Energie, musste sie doch eine Zwangspause von einer Woche einlegen, weil Sänger Andi sich die Stimmbänder gezerrt hat (sowas gibt es also nicht nur im Knie…).

Andi kündigt auch an, bald seinen Urlaub in Hamburg zu verbringen und den Kiez unsicher zu machen. Erst mal machen HELLOWEEN aber weiter mit 'March Of Time' und nach einem kurzen Gitarrensolo mit 'Where The Sinners Go' und 'World Of Fantasy' vom aktuellen Album. Die Menge feiert – vor allem, als später aufgeblasene Kürbisköpfe in die Menge geworfen werden. Ein schönes Souvenir. Den Abschluss des Hauptsets macht das starke 'I Want Out' – das darf nirgends fehlen. Mit 'Future World' und 'Dr. Stein' kommen HELLOWEEN noch einmal zurück und verabschieden sich gebührend von den Fans. Was für ein Abend, was für eine Party.

Setlist:
Intro
Are You Metal?
Eagle Fly Free
March Of Time
Where The Sinners Go
World Of Fantasy
I'm Alive
Forever And One
A Handful Of Pain
Keeper Of The Seven Keys / The King For A 1000 Years / Halloween
I Want Out
Future World
Dr. Stein

Redakteur:
Pia-Kim Schaper

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