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Helloween/Primal Fear - Karlsruhe-Durlach

07.03.2006 | 13:35

14.01.2006, Festhalle

Die erste Überraschung gab es schon ein paar Wochen vor der Show, als sich das Gerücht verbreitete, dass die Show in KA-Durlach nahezu ausverkauft sein würde und es nur noch ganz wenige Resttickets an der Abendkasse gäbe. Damit hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Bei unserem Eintreffen in der Festhalle bestätigt sich das Gerücht, denn der Laden ist rappelvoll, so voll, dass sogar das Rauchen in der Halle untersagt ist.

Dass die Kürbisse derzeit nur so vor Selbstbewusstsein strotzen, kann man auch an der Tatsache ausmachen, dass man keinen geringeren als die Power-Metaller PRIMAL FEAR als Support-Act engagiert hat, die erst kürzlich mit ihrem neuen Album "Seven Seals" ein Stück Edelmetall geschmiedet haben. Wenig verwunderlich, dass Ralf Scheepers und Co. mit ohrenbetäubenden Applaus in der Badenmetropole empfangen werden, als ob sie selbst Headliner seien. Gekonnt ziehen die Schwaben von Anbeginn an die Fanschar mit ihren Power-Metal-Granaten in Form von 'Demons And Angels', 'Rollercoaster' oder 'Nuclear Fire' auf ihre Seite.

Überhaupt präsentiert sich die Band sehr bewegungsfreudig, wobei Gitarrist Tom Naumann scheinbar gedopt ist und wie von Sinnen über das Parkett rockt. Das Hauptaugenmerk richtet sich nach wie vor auf Fronter Ralf Scheepers, der eine perfekte Gesangsleistung absolviert. PRIMAL FEAR haben in den ihnen zur Verfügung stehenden 50 Minuten alles in Grund und Boden gerockt, was bei solchen Hits wie 'Metal Is Forever', 'Running In The Dust' oder dem Titeltrack der neuen Scheibe auch wenig verwunderlich ist. Ich persönlich freue mich schon auf die im Herbst geplante Headliner-Tour.

Setliste PRIMAL FEAR:
Intro
Demons And Angels
Rollercoaster
Nuclear Fire
Seven Seals
Angel In Black
Running In The Dust
Diabolus
Final Embrace
Metal Is Forever
All For One
Evil Spell

In der Umbaupause heißt es dann erst einmal anstehen, egal ob am Bierstand oder vor der Toilette. Doch Hartnäckigkeit zahlt sich meist aus, so dass unsereins frisch gestärkt beim Erklingen des AC/DC-Klassikers 'For Those About To Rock' sich vor der Bühne einfindet. Nach den letzten Akkorden erklingt das Intro zu 'The King For A 1000 Years' vom aktuellen Output "Keeper Of The Seven Keys: The Legacy". Mein Blick schweift über die Bühne auf der Suche nach Musikern. Als erstes erblicke ich Sascha Gerstner, der oben links die Akustikklampfe zupft, ehe nach und nach seine Mitstreiter auftauschen. Mutig, diesen langen Song als Opener zu bringen, doch tut dies der guten Stimmung keinen Abbruch. Da auch die Hamburger bei bester Laune sind, soll einem freudigen Ereignis nichts mehr im Wege stehen.

Insbesondere Andi Deris läuft immer wieder zur Höchstform auf, obwohl ihm im Vorfeld "Ganz schön der Arsch auf Grundeis ging", da er als gebürtiger Karlsruher erstmals mit HELLOWEEN in der Fächerstadt auftritt. Zwar tut sich Deris nach wie vor schwer bei den Kiske-Nummern wie 'Eagle Fly Free', 'A Tale That Wasn't Right' oder 'Keeper Of The Seven Keys', glänzt dafür umso mehr bei "seinen" Stücken. Unterstützt von einer prallen Lichtshow feuert die Band ein Hit nach dem Anderen ab. Einzig Weiki geht mir langsam aber sicher mit seiner obercoolen Art zu spielen immer mehr auf die Nüsse. Vor zehn Jahren fand ich das ja noch witzig, aber vielleicht sollte sich der Kiezrocker mal etwas neues einfallen lassen, die Nummer ist jedenfalls abgewichst, und so dolle ist das auch nicht, was Weikath an seiner Klampfe vollführt.

Neu ist dafür Drummer Dani Löble, der von RAWHEAD REXX gekommen ist und sich bei zwei kleinen Showeinlagen den Fans vorstellt. Zuerst duelliert sich Löble mit Basser Markus Großkopf, der ein Mini-Drumset bearbeitet, ehe er mit einer Minigitarre bewaffnet versucht Gitarrero Sascha Gerstner das Wasser zu reichen. Zwischendurch gab es aber auch Musik, und zwar in Form von 'Occasion Avenue' (mein persönlicher Favorit des letzten Albums), 'Mr. Torture' und dem gefühlvollen 'If I Could Fly'. Gegen Ende des Abends setzt es dann das gewohnte Pflichtprogramm mit 'Future World', der neuen Single "'Mrs. God', 'I Want Out' und als finaler Fangschuss 'Dr. Stein', wobei gerade gegen Ende hin mal wieder Andis Stimme zunehmend an Qualität verliert. Gerüchten zu Folge ist dieser einmal mehr von einer Grippe geplagt, was mittlerweile zu jeder Tour gehört wie das freudige "Happy, Happy HELLOWEEN"-Singalong der Fans, nach gut zwei Stunden Show. Alles in allem ein gutes, wenn auch nicht berauschendes Konzertereignis, einzig die übervolle Halle trübte ein wenig die Freude an diesem Abend. Bin mal gespannt wie sich die Kürbisse auf dem "Bang Your Head!!!"-Festival in diesem Jahr verkaufen.

Setliste HELLOWEEN:
King For A 1000 Years
Eagle Fly Free
Hell Was Made In Heaven
Keeper Of The Seven Keys
A Tale That Wasn't Right
Occasion Avenue
Mr. Torture
If I Could Fly
Power
Future Word
Mrs. God
I Want Out
Dr. Stein

Redakteur:
Frank Hameister

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