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INSOMNIUM, FLESHGOD APOCALYPSE und STAMINA - Weinheim

03.12.2014 | 09:41

30.10.2014, Café Central

Viel Schweiß und ein ungewöhnlicher Besuch

Das neue Album "Shadows Of The Dying Sun" der finnischen Melodic-Death-Metal-Band INSOMNIUM schlug in diesem Frühjahr mächtig ein und auch bei uns erhielt die Scheibe in der Gruppentherapie durchweg gute Bewertungen. Nach einigen Festivalterminen ist es nun also allerhöchste Zeit eine Tour in Angriff zu nehmen! Da das Steinbruchtheater wenige Wochen vor dem Gig geschlossen wurde, findet das Konzert im Café Central in Weinheim statt. Bereits mehrere Stunden vorm Einlass sind die Karten restlos ausverkauft und wer die Halle kennt, weiß, dass dieser Abend kuschelig wird.

Mit fetzigen Songs, derben Sprüchen (viele sogar auf Deutsch!) und einer sehr mitreißenden Performance entert die finnische Thrash/Heavy-Metal-Band STAM1NA die Bühne und gewinnt das Publikum schnell für sich. Die Truppe selbst existiert seit vielen Jahren (immerhin hat sie schon sechs Studioalben auf dem Buckel), jedoch ist sie außerhalb der Landesgrenze eher unbekannt. Aktuell promotet man das neue Studioalbum "SLK" und mit 'Dynamo',  'SLK' oder 'Masiina' gibt es heute auch einen ersten Einblick in die Scheibe. Die Stimmung ist recht locker und ausgelassen – meine Herren, die Finnen wissen, wie man Party macht.

Setlist: 1. Panzerfaust, 2. Paha Arkkitehti,  3. Kuoliaaksi Ruoskitut Hevöset, 4. Masiina, 5. Valtiaan uudet Vaateet , 6. Dynamo, 7. SLK

Als FLESHGOD APOCALYPSE die Bühne betritt, wird es im Raum schlagartig ernster. Nur den coolen Einmarsch mit pompösem Intro hat man leider nicht hingekriegt, denn das Band versagt. Kein gutes Zeichen eigentlich, aber mit den ersten Klängen von 'Temptation' ist dieser Fauxpas schnell vergessen. Wie gesagt das Café Central ist nicht sonderlich groß, gleiches gilt auch für die Bühne, aber die Italiener bestehen anscheinend trotzem auf das Klavier dort oben. Viel Bewegung ist nicht drin, aber für ein wenig Nackensport reicht es aus. In den ersten Songs kämpft man allgemein etwas mit dem Sound, doch das kann zum Glück behoben werden, sodass man 'Pathfinder' oder 'The Violation' (sogar mit Intro, was die Leute noch mehr abgehen lässt!) zum Besten gibt. Wer sich erhofft, dass viel Kram aus der neuen Platte "Labyrinth" gespielt wird, wird leider enttäuscht. Denn bis auf drei Stücke richtet sich der Blick eher auf das zweite Album "The Agony". Meiner Meinung nach ist es aber trotzdem ein guter Auftritt!

Setlist: 1. Temptation, 2. The Hypocrisy, 3. Minotaur, 4. Pathfinder, 5. Epilogue, 6. The Violation, 7. The Egoism
8. Elegy, 9. The Forsaking

Spätestens nach FLESHGOD APOCALYPSE erreicht die Zimmertemperatur die Marke "Sauna" und auch der Weg zur Bühne entpuppt sich langsam zu einem richtigen Kampf. Hier zählt auf einmal jeder Zentimeter, der über Tod und Glückseligkeit entscheidet!

Das neue Album "Shadows Of The Dying Sun" steht wie gesagt im Fokus dieses Abends und es ist absehbar, dass daraus das Intro und 'While We Sleep' als Eröffnungsongs gewählt werden. Die Tour startet heute und voller Motivation und Energie betreten die Finnen nun die Bühne. Am Sound gibt es nicht viel zu mäkeln und auch die Stimmung des Publikums ist von Anfang an super. Ich habe bereits einige Konzerte der Band erlebt und wartete seit einer gefühlten Ewigkeit auf eine weitere Headlinertour, da es rahmenbedingt immer nur für den neuen Kram reichte. Und heute, ja heute wird ein kleiner Traum endlich wahr. Wenn ich von alten Songs spreche, dann meine ich nicht jene ab "Above The Weeping World" aufwärts, sondern die Songs, die bereits mehr als zehn Jahre alt sind! Die Auswahl fällt mit 'The Elder' und 'Daughter Of The Moon' (beide stammen aus den ersten Alben) zwar recht mager aus, aber allein dafür hat sich die Anreise auf jeden Fall gelohnt. Wer die neue Scheibe gehört hat, weiß das mit dem Einstieg von Gitarrist Markus Vanhala wesentlich mehr Soli in die Musik gekommen ist. Aber auch in den anderen Nummern setzt er bei der Performance kleine Akzente, ohne sie komplett zu verändern. Insgesamt ackert man sich durch die gesamte Diskographie und die krass lange Setlist mit ganzen sechzehn Songs schafft es sowohl Fans der neuen als auch der älteren Generation zufrieden zu stellen.  Mein persönliches Hightlight dieser Show ist der verwirrte Schmetterling, der plötzlich einfach da ist. Keine Ahnung, wie er hinein gekommen ist, aber angezogen von den Bühnenlichtern flattert er seelenruhig durch den Raum und lässt sich hier und da auf den Gesichtern oder anderen Körperteilen der Besucherinnen (der Frauenanteil vor der Bühne ist ziemlich hoch bzw. sind allgemein ziemlich viele weibliche Fans anwesend) nieder. Viel cooler wäre es natürlich gewesen, wenn der blinde Besucher bei 'Emphemeral' aufgetaucht wäre (Anmerk. d. Red.: Anspielung auf das Cover der Single, auf der eine Motte zu sehen ist), aber man kann ja nicht alles haben. Nach 120 Minuten (mit kurzer Pause) Performance und literweise Schweißverlust sind sowohl Musiker als auch Publikum ziemlich ausgelaugt, aber für zwei Zugaben gibt man nochmals alles.

Setlist: 1. The Primeval Dark, 2. While We Sleep, 3. Relevation, 4. Daughter of the Moon, 5. Only One Who Waits, 6. Harrowing Years, 7. Unsung, 8. Weather The Storm, 9. The Elder, 10. Last Statement, 11. Ephemeral, 12. The Gale, 13. Mortal Share, 14. Shadows Of The Dying Sun, 15. Weighed Down With Sorrow

Redakteur:
Hang Mai Le

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