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Into Eternity - Berlin

05.06.2004 | 13:11

02.06.2004, Knaack

INTO ETERNITY haben mit "Buried In Oblivion" das bislang stärkste Album des Jahres raus gehauen und so war ich natürlich mehr als erfreut, als ich sah, dass die Kanadier bei ihrer Mini-Tournee mit NAGLFAR auch in der Hauptstadt aufschlagen würden.

Meine Befürchtung, dass dies nicht besonders viele Leute interessieren würde, erwies sich leider als ziemlich richtig. Gerade mal etwa 50 Leute besiedelten das Knaack als gegen 21.45 Uhr (und damit mit 45-minütiger Verspätung) die Canucks dann mit 'Splintered Visions' die Bühne enterten. Und auch wenn sich die Besucherzahl im Laufe des Gigs wohl verdoppelte, sind 100 Nasen bei einer solch grandiosen Band eine echte Enttäuschung.

Tim Roth und seine Mannen ließen sich davon aber überhaupt nicht beeindrucken und zeigten einen nahezu perfekten Gig, der nicht nur mich zum Ausrasten brachte. Dabei zeigte man eine 50:50 Mischung aus Songs vom aktuellen Meisterwerk und dem nicht weniger genialen Vorgänger "Dead Or Dreaming". Beeindruckend war dabei vor allem die Präzision mit der alle fünf Bandmitglieder zu Werke gingen. Vor allem Drummer Jim Austin konnte mit gewaltigem Punch überzeugen und sang nebenher auch noch ein paar cleane Vocals bei 'Shallow', 'Distant Pale Future' und anderen Hits. Doch auch Tim Roth (gt.), Rob Doherty (gt.) und Scott Krall (b.) überzeugten mit präzisem Spiel und trotz aller Komplexität nebenbei auch noch mit Stimmgewalt und wehendem Haupthaar. Ja, an Bewegung mangelte es auf der Bühne nicht, was angesichts des technischen Anspruchs nicht unbedingt selbstverständlich ist. Aber die Jungs sind halt durch die Bank echte Könner und ließen so auch an diesem Abend nix anbrennen. Sänger Chris Krall bestach dabei mit bösen Growls und kraftvollen cleanen Vocals und hatte auch keinerlei Schwierigkeiten die Songs von "Dead Or Dreaming" wiederzugeben. Dazu poste er leidenschaftlich und ließ gerne die arschlange Matte kreisen.

Doch nicht nur Kenner der Band waren begeistert, auch wem die Band unbekannt war, wurde spätestens bei 'Embraced By Desolation' mitgerissen. Mir sind zumindest wenigstens vier neue Fans der Band bekannt. Und das waren lediglich die mir bekannten Anwesenden.

Höhepunkte waren dabei definitiv die "Dead Or Dreaming"-Überflieger 'Distant Pale Future' mit genialem Frickelpart und das mit wunderschönen, mehrstimmigen Gesangslinien ausgestattete 'Shallow', bei dem dann wirklich alle Anwesenden Kopf standen oder schüttelten.

Nach 'Identify' und gerade mal etwa 50 Minuten war dann leider schon Schluss. Einziger Wermutstropfen war dabei auch schon das Fehlen von 'Black Sea Of Agony', welches die ansonsten grandiose Setlist perfekt abgerundet hätte.

Nach zwei Songs von NAGLFAR trat ich dann den Heimweg an. Black Metal ist nun mal nicht meine Baustelle und nach INTO ETERNITY konnten die Jungs eh nur noch verlieren, auch wenn die Fans der Band das sicher anders gesehen haben dürften.

However, es bleibt festzuhalten, dass wirklich jeder Metaller, der auf anspruchsvolle, abwechslungsreiche und innovative Sounds in der Schnittmenge von Death, Prog und Power steht INTO ETERNITY sehen und hören muss. Und auch sonst jeder. You better believe it. Amen.


Setlist INTO ETERNITY
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Splinterd Visions
Elysium Dream
Embraced By Desolation
Absolution Of The Soul
Beginning Of The End
Spiralling Into Depression
Selling God
Distant Pale Future
Three Dimensional Aperture
Shallow
Identify

Redakteur:
Peter Kubaschk

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