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Judas Priest / Savatage - Köln

26.06.2001 | 13:08

25.06.2001, E-Werk

Pünktlich um 20.00 Uhr und mit eintreten in die Hallen des E-Werks erklangen schon die ersten Takte von \"City Beneath The Surface\". Was für ein Opener!!! Die Blicke richteten sich selbstverständlich zu aller erst auf Daman Jiniya, der mit einer extremen Theatralik auffiel.
Sah irgendwie aus wie ein sehr mystischer Schlangenbeschwörer. Gesungen hat er zu Beginn aber nicht allzu viel, da er sich die alten Songs mit Jon teilte. In erster Linie sang Damon dabei die Chorus-Parts und einige Oliva-Screams, diese dafür aber sehr geil! Die Zak-Songs gab er dann zum Großteil alleine und konnte da mit seiner voluminösen Stimme überzeugen, wenn auch (noch) nicht aus Zak\'s Schatten heraustreten. Der Sound war zwar nur oberer Durchschnitt und etwas basslastig, aber insgesamt ok.
Was allerdings völlig vom anderen Stern war, war die Setlist!!!! War das geil!!!! Ohne viele Worte wurde hier ein Klassiker an den Nächsten gepackt, dabei diverse Überraschungen eingebaut (\"Of Rage And War\", \"Strange Wings\") und durch die Bank brillant wieder gegeben. Chris Caffery bearbeitete seine Gitarre schon fast wie einst Criss Oliva (R.I.P), Neuzugang Jack Frost zeigte sich ebenfalls sehr spielfreudig, Johnny (b.) und Jeff (dr.) bildeten das nötige Rhythmusgerüst und Jon glänzte gleichermaßen mit Piano- und Vocalkünsten. Superb!!
Songs wie \"Sirens\", \"Gutter Ballet\" oder \"Chance\" (wie immer mit großartigen 4-stimmigen Vocals) lassen nun mal jeden SAVA-Fan auf die Knie gehen. Wahnsinn!!
Etwas verwundert war ich dann als der Wahn dann schon nach 40(!!!) Minuten sein Ende fand und Jon & co. trotz minutenlanger Zugabe-Ruf nicht noch mal die Bühne entern durften. Und das ohne den \"Mountain King\". :-( Ansonsten aber ein großartige Performance einer Band, der man immer noch diese unbändige Spielfreude anmerkt und die trotz der personellen Wechsel nicht schwächer geworden ist. Supergeil!!!

Nach langen 45 Minuten Umbaupause kam dann endlich JUDAS PRIEST und die enorme Erwartungshaltung war von Beginn an zu spüren. Erst mal sorgte allerdings Ripper Owens für den Lacher des Abends (Monats, Jahres.... *g*) als er mit einer metall-silbernen Palietten -Jacke auf die Bühne kam. Sah das lächerlich aus!!! :-) Mit \"Metal Gods\" ging es etwas überraschend los, doch war der Sound in den ersten 2-3 Minuten etwas breiig und etwas basslastig. Dies schien auch der Tontechniker mitbekommen zu haben und so drehte der dann einfach mal alle Regler hoch auf mind. 13!! Mein Gott, war das laut und soooo basslastig!! Der Bass wummerte in den Beinen, im Magen, im Brustkorb und in den Ohren. Jede Minute rechnete ich damit, dass mein Trommelfell zerbarst. Bei mir verflog bei den folgenden 3 Tracks zumindest der Spaß an dem Konzert, da es einfach unerträglich laut war. Als Konsequenz habe ich beim 4.(!!!) Song dann die Halle verlassen und bin in den Vorraum gegangen, wo schon einige Fans mit zugehaltenen Ohren standen. Und da mir zwei meiner drei Bekannten folgten, hab ich das auch nicht als Einziger so extrem wahrgenommen. Und selbst im Vorraum war es noch deutlich zu laut. Immerhin vibrierten die ca. 60 Meter entfernten Fenster doch noch sehr bedenklich. Zudem konnte man bei Songs wie \"Painkiller\" - bei dem Ripper mit Motorrad auf die Bühne kam - keinerlei Rhythmusgitarre mehr wahrnehmen. Unglaublich!!

Positiv hervor zuheben ist sicherlich die fantastische Gesangsleistung von Ripper, der jeden Ton traf und bei \"Diamonds And Rust\" und \"Victim Of Changes\" für Gänsehaut sorgte. Den Herren Halford hab ich zumindest nicht überhaupt vermisst. Auch die Setlist (nachzulesen im Review von Alex (http://www.powermetal.de/konzert/index.php?berichtid=158)) konnte überzeugen, da man lediglich je zwei Songs von \"Jugulator\" und \"Demolition\" spielte und sich sonst auf die zahlreichen Klassiker beschränkte. Lediglich das Fehlen von \"Beyond The Realms Of Death\" stimmte etwas traurig.

Aber auch zu kritisieren gibt es neben dem Sound noch einiges. So fielen die beiden neuen Tracks \"One And One\" und \"Machine Man\" im Vergleich zum Rest doch deutlich ab, was auch die äußerst verhaltenen Publikumsreaktionen belegten. Das Stageacting war bei den ersten Songs zwar noch in Ordnung, wirkte aber sehr statisch und wenig spontan, zudem hatte der Ripper komplett identische Ansagen zum \"Meltdown\"-Album.

Nicht besonders fanfreundlich waren die Merchandise-Preise, wo ein T-Shirt doch schlappe 50,- (!!!) DM kosten sollte. Dies gilt allerdings für beide Bands, wobei nicht klar ist, ob SAVATAGE als Support darauf Einfluss hatten. Trotzdem eine Frechheit!!

Fazit:
SAVATAGE waren über jeden Zweifel erhaben und dürften in Balingen zu einem der Highlights werden.
PRIEST hätten mit einem vernünftigen Sound sicherlich schon auf Grund der Setlist überzeugt, machten so aber überhaupt keinen Spaß. Sehr schade!
Auf den Auftritt in Balingen darf man sich aber dennoch freuen, da ich nicht denke, dass so ein Sound zweimal passiert.


Setlist Savatage

City beneath the Surface
Strange Wings
Sirens
Of Rage and War
Commissar
Edge Of Thorns
Wake of Magellan
Dead Winter Dead
Gutter Ballet
Chance

Redakteur:
Peter Kubaschk

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