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KAMELOT, LEAVES' EYES, VISIONS OF ATLANTIS - Köln

14.09.2018 | 14:46

12.09.2018, Live Music Hall

Die Reise kann beginnen!

Köln kann feiern und sich völlig verausgaben und das nicht nur an Karneval. Entgegen aller Befürchtungen ob des Termins mitten in der Woche beschert die Rheinstadt dem symphonischen Dreier KAMELOT, LEAVES' EYES und VISIONS OF ATLANTIS auch an einem Mittwochabend und vor energiegeladenem, euphorischem Publikum einen grandiosen Tourauftakt in der Live Music Hall in Ehrenfeld. Ein Auftritt der außergewöhnlichen Stimmen, geballten Talentn und Spielfreude und der Auftritt, der den Startschuss in die vierwöchige Europatournee unter dem Banner des neuen KAMELOT-Silberlings "The Shadow Theory" markiert.

Besonders positiv gleich am Anfang zu erwähnen: Die obligatorischen Kinderkrankheiten und Verzögerungen, die sonst so oft den Anfang einer Tournee markieren, bleiben aus. Pünktlich beginnt der Einlass in Köln, die Bands starten mit marginaler oder keiner Verzögerung in ihre Sets. Und so steht VISIONS OF ATLANTIS um Punkt 19.45 Uhr auf der Bühne und beginnt mit 'The Deep And The Dark' - dem Titeltrack des aktuellen Albums der Band aus Österreich und Frankreich. In diesem Jahr schon sowohl auf den SYMPHONIC METAL NIGHTS, den WACKEN WINTER NIGHTS und auf dem WACKEN OPEN AIR gesehen, bleibt der direkte Vergleich natürlich nicht aus. Auf der Bühne machen die Symphonic Metaller einen gewohnt souveränen Eindruck und liefern einen Auftritt, der jede Menge Spaß macht. Doch leider spielt die Technik in der Live Music Hall nicht auf dem Level mit, wie das Quintett verdient hätte: Der Sound in der Location ist enorm matschig und indifferent. Bei einer Band wie VISIONS OF ATLANTIS, deren Stärke für gewöhnlich in den filigranen Melodieläufen wie etwa dem Titel 'Book Of Souls' und der charismatischen Doppelspitze Siegfried und Clementine an den Mikrofonen liegt, ist das ungemein schade.

Der darauffolgende Auftritt hingegen entzieht sich für mich jeglicher Beschreibungen: Die Wikinger legen zum Landgang an - LEAVES' EYES werden von einer Riege von Statisten begleitet, die in authentischer Wiki-Gewandung und -Rüstung der Band die Bühne bereiten. Diese betreten die Musiker stilgemäß zur aktuellen Hymne des Albums, welches Anfang des Jahres erschien. Und direkt nach 'Sign Of The Dragonhead' lässt der Blick ins Publikum keine Zweifel mehr übrig. LEAVES' EYES hat die Kölner fest in der Hand. Es ist schwer zu sagen, wo mehr los ist: Denn während auf der Bühne die Viking Metaller mit einer schier umwerfenden Energie und Spielfreude den Funken entzünden, lodern die Feuer bis in die letzte Reihe. Bei Titeln wie 'Beowulf' oder der aktuellen Single 'Riders Of The Wind' ist alles in Bewegung, innerhalb des Sets gibt es selbst bei den gediegenen Titeln keinen Stimmungseinbruch. Die Musiker zeigen sich an diesem Abend als Klassenprimus des Viking Metals - manche Bands singen über die nordischen Krieger, doch kein Vertreter des Genres schafft es so wie LEAVES' EYES, die Stimmung, die Bilder, das Gefühl auf diese Art und Weise live zum Leben zu erwecken. Ein eindrucksvoller Auftritt, der leider viel zu schnell vorbei ist.

Der Headliner lässt schließlich gar nichts anbrennen: KAMELOT betritt die Bühne und die Menge tobt. Mit "The Shadow Theory" brachten die Musiker ein äußerst starkes Studio auf den Markt und beweisen in Köln, dass diese Stärke auch live für Gänsehautmomente und staunende Augen sorgt. Ihre technische Perfektion beweisen die Musiker jedoch nicht nur in den bisweilen sehr ausschweifenden, proggig angehauchten Stücken oder den anspruchsvollen Gesangslinien, die Tommy an diesem Abend bravourös meistert, sondern auch vor allem in den minutenlangen Soli - etwa von Schlagzeuger Alex Landenburg und Keyboarder Oliver Palotai. Auch Gastsängerin Lauren Hart übertrifft die an sie gerichteten Erwartungen vollständig. Schon im Klargesang enorm überzeugend, überrascht die US-Amerikanerin mit ihren immens satten und druckvollen Growls und macht Titel wie 'March Of Mephisto' zu meinen Highlights auf dem Konzert. KAMELOT versetzt die Live Music Hall in Ekstase, immer wieder sind Sprechchöre oder schließlich ein stetiges "Kamelot!" zu hören - dieser Tourauftakt sollte den Melodic Metallern den nötigen Rückenwind für die kommenden vier Wochen, die jetzt mit der Europatour anstehen, gegeben haben. Inwieweit sich diese Vorhersage bewahrheitet, prüfen wir für euch am Ende des Monats in München nach. Dort wird Kollege Frank Jäger sich die drei Bands erneut vor die Brust (und die Kamera) nehmen.
Setliste: Knight's March, Phantom Divine (Shadow Empire), Rule The World, Insomnia, The Great Pandemonium, When The Lights Are Down, End Of Innocence, Veil Of Elysium, Here's To The Fall, RavenLight, March Of Mephisto, My Confession, Amnesiac, Sacrimony (Angel Of Afterlife), Forever, Liar Liar (Wasteland Monarchy)

Die weiteren Termine der "The Shadow Theory"-Tournee:
KÖLN Live Music Hall 12.09.18
ASCHAFFENBURG Colos - Saal 16.09.18
BERLIN ASTRA Kulturhaus 18.09.18
HAMBURG Markthalle Hamburg 28.09.18
MÜNCHEN Backstage Werk 29.09.18
PRATTELN Z7 Konzertfabrik 30.09.18
MANNHEIM MS Connexion Complex 02.10.18

Die weiteren Termine der "The Shadow Theory"-Tournee:

KÖLN Live Music Hall 12.09.18
ASCHAFFENBURG Colos - Saal 16.09.18
BERLIN ASTRA Kulturhaus 18.09.18
HAMBURG Markthalle Hamburg 28.09.18
MÜNCHEN Backstage Werk 29.09.18
PRATTELN Z7 Konzertfabrik 30.09.18
MANNHEIM MS Connexion Complex 02.10.18

Redakteur:
Leoni Dowidat

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