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Keep It True II - Lauda-Königshofen

12.05.2004 | 10:20

10.04.2004, Tauberfrankenhalle

Samstag, 10. April 2004

Am zweiten Tag war ich dann selbst mit von der Partie und konnte mir nun auch selbst ein Bild von der Veranstaltung machen...
Um dem Publikum auch dieses Mal wieder ein kleines Rahmenprogramm zu bieten, wurde bereits vor dem eigentlichen Konzert ein Metal-Markt auf die Beine gestellt. Dieser war im Vergleich zum Vorjahr um einiges größer ausgefallen und dementsprechend hatten die Besucher genügend Möglichkeiten, ihr mühsam Erspartes in Platten, CDs oder diverse Merchandising-Artikel umzusetzen. Positiv anzumerken ist dabei auch, dass die meisten Stände auch dieses Mal wieder erst am Abend abgebaut wurden und deshalb während der ersten Bands noch ausreichend Gelegenheit bestand, das Angebot genauer zu inspizieren.
Neben den "normalen" Anbietern von Heavy-Metal-Artikeln war auch POWERMETAL.de wieder mit einem eigenen Stand vertreten - klar, das KEEP IT TRUE wurde schließlich von uns präsentiert -, doch dieses Mal wurden wir dabei von Jan Oidium (OIDIUM COMICS) unterstützt, der seine gesammelten Werke (u.a. "Fire & Steel 1-4") im Gepäck hatte und an den Mann / die Frau bringen wollte.
Selbstverständlich sollte auch das leibliche Wohl nicht auf der Strecke bleiben, und so konnte man sich in der Halle sowohl in fester als auch in flüssiger Form bestens verpflegen. Über die Preise konnte man dabei auch gar nicht meckern: Das Bier sollte 2 Euro kosten, und für einen recht ordentlichen Steaksemmel musste man beispielsweise 3 Euro bezahlen.
Im Vordergrund standen aber natürlich die Bands, und die hatten es auch bei der KEEP IT TRUE-Zweitauflage wieder wirklich in sich...
[Martin Schaich]


HOLY MARTYR

Einen besseren Einstieg in das zweite KEEP IT TRUE-Festival hätte man sich kaum wünschen können, denn der "War Epic Metal" der fünf Italiener wusste zu begeistern. Der mit Römerhelm bekleidete Sänger Alex Mereu zum Bleistift versuchte erst gar nicht in den höchsten Tönen zu trällern, sondern machte genau dies, was er am besten konnte: Seine tiefere markante Stimme, die entfernt an eine Mischung aus Hansi Kürsch und Chris Boltendahl erinnerte, verbunden mit seinem engagierten Auftreten zog gleich eine Menge positiver Aufmerksamkeit seitens des schon zahlreich eingetroffenen Publikums auf sich. Schon beim ersten Song sang eine nicht unerhebliche Menge im Publikum frenetisch mit, so dass die Begeisterung der Jungs auf der Bühne spürbar wurde. Mit ihrem an OMEN erinnernden Sound konnten die Jungs beim Publikum auf alle Fälle punkten.
[Georg Weihrauch]


IRONSWORD

Mit ein wenig Verspätung schickte sich nun Portugals Underground an, das KEEP IT TRUE zu erobern. Ursprünglich bestand IRONSWORD ja nur aus Tann, der 1995 eine One-Man-Band gründete und einige Songs aufnahm. Doch alleine lässt sich so ein Gig natürlich schwer bestreiten - weshalb es auch mehr als praktisch war, als sich zwei weitere Musiker zur Band gesellten. Wie der Name schon vermuten lässt, erwarten einen bei IRONSWORD Schlachtengetümmel und das Kampfgeschrei der alten Tage - auch als Barbaric-Metal bezeichnet. Natürlich darf da auch das nietenbesetzte Lederoutfit nicht fehlen, das die drei Recken reichlich angelegt hatten. Von Gebrüll über Geröchel bis hin zu klarem Gesang in den höheren Tonlagen hatte Tann alles auf Lager und hatte so die Begeisterung des Publikums schnell auf seiner Seite. Bei Songs wie 'Legions' oder 'Under The Flag Of Rome' schnellten Dutzende von Fäusten nach vorne, Haare schwangen in alle Richtungen und hymnenhafte Chöre erklangen. Auch neue Songs wurden vorgetragen und mit Begeisterung aufgenommen. So zum Beispiel 'Dragons Of The Sea' und 'Nemedian Chronicles', die beide auf der Scheibe "Return of the Warrior" zu finden sein werden, die noch dieses Jahr veröffentlicht werden soll.
[Ulrike Bopp]


DARK QUARTERER

Als nächstes war Italien mit DARK QUARTERER an der Reihe. Das Vierergespann bot einen recht interessanten Anblick: Der erste Blick ließ auf eine weitgehend betagtere Besetzung schließen, als Frontman Gianni Nepi mit einem Udo Lindenberg-Gedächtnishut (zur Bekämpung fehlender Haarpracht) aufmarschierte. Doch durch Francesco Sozzi, der seine neongelbe Saitenklampfe schwang, wurde der Altersdurchschnitt aber doch um einiges gedrückt, sodass man nicht von einer Opa-Band sprechen könnte. Musikalisch bewegten sich DARK QUARTERER im Power-Metal-Bereich, mit Otherworld-Keyboard-Sounds und eingängigen Mitsingparts. Doch das Publikum wollte sich davon nicht wirklich mitreißen lassen und so waren stummes Genicke und verhaltenes Geklatsche zu Anfang die einzigen Reaktionen. Doch nach einigen Songs stürmten zwei einzelne Headbanger nach vorne, um ihr Haupthaar kreisen zu lassen - mit der Zeit griff dann die Stimmung auch noch auf andere Metalheads über und äußerte sich in gewissen Nackenbewegungen. Auch auf der Bühne war Bewegung im Gange: Unter Giannis Hut rann der Schweiß in Strömen hervor und ergoss sich auf seinen dicken Wollschal, von dem er sich aber bald befreite. Und Francesco gab sich geschmeidigen (um nicht zu sagen "weiblichen" ) Bewegungen hin, die er bei jedem Gitarrensolo vollführte. - Zusammenfassend lässt sich also feststellen: Mehr ein Auftritt für die Augen als für die Euphorie des Hörgenusses. (Nun, da kann man natürlich unterschiedlicher Meinung sein - ich für meinen Teil fand den Auftritt von DARK QUARTERER vor allem vom musikalischen Standpunkt aus geil! - Martin Schaich)
[Ulrike Bopp]


ELIXIR

Mag es nun daran gelegen haben, dass ich zuvor noch nichts von ELIXIR gehört hatte, der Sound zu matschig war, oder daran, dass die Jungs nicht eigenständig genug waren - mich jedenfalls konnte der Auftritt der Briten nicht wirklich vom Hocker reißen. Zu sehr bewegte man sich in den ausgetretenen Bahnen typischer europäischer NWoBHM-Bands mit hohem Gesang und rockiger Ausrichtung. Auch die etwas magere Bühnenshow konnte nicht wirklich überzeugen, so dass auch folgerichtig die Begeisterung beim Publikum keineswegs an die Vorlagen von HOLY MARTYR oder IRONSWORD anknüpfen konnte, aber auch nicht als Flop gewertet werden kann. Bei dem durchwachsenen Auftritt kamen sicher Fans der Band auf ihre Kosten, aber im direkten Vergleich zu vielen der an diesem Tage spielenden Bands konnten ELIXIR nicht wirklich punkten.
[Georg Weihrauch]


WIZARD

Auch WIZARD folgten den Regeln des "True Fucking Heavy Metal" und stürmten die Bühne im klassischen Nieten-Leder-Outfit. Wobei "stürmten" keineswegs untertrieben ist: Die fünf Musiker kamen auf die Bühne und gingen sofort dermaßen ab, als würden sie in keiner Minute ihres Lebens etwas anderes machen. Nach diesem fetzigen Einstieg ließ sich die Meute vor der Bühne natürlich auch nicht mehr lange bitten und wartende Metaller verwandelten sich in Sekundenschnelle in ein Meer aus fliegenden Haaren. Auch das Backing-Parole-Gebrüll zu 'Hammer, Bow, Axe And Sword' wurde vom Publikum sofort aufgenommen und erschallte sogleich aus Dutzenden von Kehlen. Sänger D'Anna hatte schon gleich am Anfang seinen Mikroständer von sich geschleudert, um mehr Bewegungsfreiheit zu haben und nutzte diese dann auch zur Genüge aus. Seine Ausgelassenheit wurde natürlich von den tobenden Fans, aber auch nicht zuletzt von dem guten Jacky angetrieben, den er - wie er mehrmals betonte - nun seit drei Stunden genoss. In dieser ausgelassenen Stimmung hielt es D'Anna auch nicht lange auf der Bühne und so sah man ihn schon bei 'Hall Of Odin' den Bühnengraben erobern, um sein Mikro brüllbegeisterten Fans auszuleihen. Danach war er dann aber so ausgepowert, dass er sich nach einem fordernden "Könnt ihr noch?" mit den Worten "Ich nicht mehr!" auf den Boden plumpsen ließ. Doch die Ermüdungserscheinungen ließen schnell wieder nach und es ging genauso abgefahren wie vorher weiter mit 'Betrayer'. Das war D'Anna offensichtlich nicht laut genug, weshalb er es vorzog, sich seine Box lieber gleich direkt ans Ohr zu halten. (Na, wenn das mal keinen Tinitus gibt...) Auch 'The March Of The Einheriers'" wusste die Meute zu begeistern, obwohl der Songtext ja nicht gerade vor Einfallsreichtum strotzt (besteht - sofern ich nichts überhört hab - nur aus der Songtitel-Textzeile). Einen Vorteil hatte das aber doch: Nach den ersten paar Takten sollte es auch denjenigen, denen WIZARD bisher unbekannt war, möglich gewesen sein mitzugrölen. Gegen Ende kochte dann die Stimmung sogar dermaßen hoch, dass sich ein paar unerschrockene am Crowd-Surfen versuchten. Die tauchten zwar meist nach ein paar Metern mit einer plötzlichen Bruchlandung ab, hatten aber trotzdem ihren Spaß. - Fazit: Ein energiegeladener Gig mit hohem Spaßfaktor und Erschöpfungsgarantie.
[Ulrike Bopp]


ATTACKER

Nach dem soliden, aber keineswegs überragenden Auftritt von WIZARD war ich sehr gespannt, wie sich ATTACKER live präsentieren würden, denn mit "Soul Taker" hat die Band zu Beginn des Jahres ein astreines Comeback-Album abgeliefert. - Nachdem Bob Mitchell das Publikum mit den Worten "We are ATTACKER. Welcome to hell!" begrüßt hatte, legten die US-Amerikaner gleich ordentlich los und stiegen mit 'Emanon' in ihr Set ein. Danach gab es mit 'The End' und 'Sleepy Hollow' zwei Songs vom aktuellen Album zu hören, bevor wieder die beiden älteren Scheiben "Battle At Helm's Deep" und "The Second Coming" zum Zuge kamen. Überhaupt hatten ATTACKER eine sehr ausgeglichene Setlist zusammengestellt, die alle drei Alben gleichermaßen berücksichtigte. So spielten sie vom Debüt 'Slayer's Blade', 'The Hermit', 'Kick Your Face' (incl. großartigem Gitarrensolo) und 'Disciple', vom Zweitling 'Captives Of Babylon', 'Revelations Of Evil' und 'Lords Of Thunder' sowie vom aktuellen Output neben den bereits erwähnten Songs auch noch 'Tortured Existence'. Man merkte bei diesem Auftritt relativ schnell, dass die Band sehr gut aufgelegt war, und vor allem Bob Mitchell war bestens gelaunt. Der Spaß, den die Band auf der Bühne hatte, übertrug sich natürlich auch auf das Publikum, das entsprechend begeistert mitging. Deshalb kam das Ende des Gigs dann auch viel zu schnell, doch mit '(Call On) The Attacker' setzte die Band wenigstens noch einen angemessenen Schlusspunkt. Eine Zugabe wurde leider verwehrt, und so gab es schließlich nur noch ein Band-Foto, wie man es ansonsten von TWISTED SISTER-Gigs kennt. - Insgesamt also ein toller Auftritt (und für mich ein Highlight des KEEP IT TRUE)!
[Martin Schaich]


CLOVEN HOOF

Das KEEP IT TRUE kann manchmal eine recht deprimierende Angelegenheit für Metal-Journalisten sein. Spielen dort doch regelmäßig Kult-Bands, von denen man maximal mal den Namen gehört hat. So auch bei den NWOBHM-Helden CLOVEN HOOF, die mit ihrem engagierten Auftreten viele Bonuspunkte sammeln konnten. Schuld daran war vor allem Sänger Karl Johnson, der mit seinem mächtigen Organ, welches auch locker in klassischen Gefilden zur Geltung kommen könnte, zu überzeugen wusste. Allerdings sorgte sein wenig metallisches Stage-Acting für einen Kontrastpunkt in dem Tagesprogramm. Die Stimmung im Publikum war zwar nach dem brillianten Auftritt von ATTACKER nicht zu toppen, aber CLOVEN HOOF verstanden es doch eine ansehnliche Schar auf ihre Seite zu ziehen. Wenn sich Karl Johnson noch merken hätte können, dass das KEEP IT TRUE nicht in Frankfurt, sondern in dem rund zwei Stunden entfernten Lauda-Königshofen stattfand, wär uns allerdings der eine oder andere Lacher erspart geblieben.
[Georg Weihrauch]


MAJESTY

Wie ihre großen Vorbilder MANOWAR, so sind auch MAJESTY ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite werden sie von ihren Fans nahezu vergöttert, während sie auf der anderen Seite von vielen anderen einfach nicht ernstgenommen werden. Wie auch immer - live wussten MAJESTY bislang (fast) immer zu überzeugen. Und nachdem Sänger Tarek Maghary ja Mitorganisator des Festivals ist, war eigentlich klar, dass MAJESTY auch dieses Jahr wieder auftreten würden - ob das nun sinnvoll ist oder nicht, sei einfach mal dahingestellt... - MAJESTY legten nach dem obligatorischen Intro mit ihrer Bandhymne 'Hail To Majesty' los und konnten damit bereits einen Großteil des Publikums auf ihre Seite ziehen. Selbstverständlich ließen es sich aber auch Tarek & Co. nicht nehmen, ihre aktuelle Scheibe "Reign In Glory" zu präsentieren, und so gab es in der Folge den Titeltrack sowie 'Into The Stadiums' und 'Heavy Metal Battlecry' zu hören. Aber auch die ersten beiden Alben kamen natürlich nicht zu kurz - "Sword & Sorcery" war mit 'Sword & Sorcery', 'Fields Of War' und 'Epic War' vertreten und "Keep It True" mit 'Metal Son' und eben 'Keep It True', das logischerweise als offizielle Festival-Hymne angekündigt wurde. Überhaupt hatten die Ansagen von Tarek recht großen Unterhaltungswert, und auch sonst schien der Frontmann in guter Verfassung zu sein - beim letztjährigen KEEP IT TRUE war das ja nicht gerade der Fall. Aber auch seine Mitmusiker zeigten sich von ihrer besten Seite (Kompliment im Übrigen an den kurzfristig eingesprungenen Gast-Basser!), und so gab es eigentlich nicht viel am Auftritt von MAJESTY auszusetzen - vorausgesetzt, man kann mit der 'schunkel-tauglichen' Musik etwas anfangen. Das konnten bei diesem Festival allerdings relativ viele, sodass MAJESTY begeistert abgefeiert wurden. Mit der Hymne 'Metal To The Metalheads' beendeten MAJESTY also einen gelungenen Auftritt, der mit zahlreichen Pyros auch das nötige Drumherum nicht vermissen ließ.
[Martin Schaich]

Setlist:
1. Hail To Majesty
2. Reign In Glory
3. Into The Stadiums
4. Heavy Metal Battlecry
5. Sword & Sorcery
6. Fields Of War
7. Epic War
8. Metal Son
9. Keep It True
10. Metal To The Metalheads


BLITZKRIEG

Nachdem mich BLITZKRIEG bereits vor zwei Jahren in Wacken absolut beeindruckt hatten, freute ich mich sehr auf den Auftritt dieser NWoBHM-Legende. Und ich sollte auch dieses Mal nicht enttäuscht werden... - Zunächst kam - wie es sich gehört - ein Intro vom Band, ehe die Band mit 'Soul Stealer' in das Set einstieg. Diesen Song begannen BLITZKRIEG mit einem relativ langen Instrumentalteil, in dessen Verlauf schließlich auch Sänger Brian Ross auf die Bühne kam - wie immer im typischen Leder-Outfit und mit Sonnenbrille. Weiter ging es mit 'I'm Not Insane', das sie zur allgemeinen Überraschung mit einer BLACK SABBATH-Passage verzierten, bevor Brian Ross bei 'We Rock Forever' gesangliche Unterstützung von Sir Lord Doom (RITUAL STEEL) bekam. - BLITZKRIEG präsentierten sich an diesem Abend in blendender Verfassung, und insbesondere Brian Ross suchte immer wieder den Kontakt zum Publikum. Als er beispielsweise nach 'Unholy Trinity' erfuhr, dass in der ersten Reihe ein Geburtstagskind stand, funktionierte er das anschließende 'Enchanted Tower' kurzerhand zu einem Geburtstagsständchen um, und 'Nocturnal Vision' wurde sowieso ALICE COOPER gewidmet. Der Schwerpunkt bei der Songauswahl wurde auch im weiteren Verlauf auf den aktuellen Output "Absolute Power" gelegt, und so gab es nun 'Dark City', 'Legion' und als Tribute an JUDAS PRIEST 'Metalizer' zu hören - dazwischen hatten BLITZKRIEG lediglich das 1995er-Stück 'The Wraith' eingestreut. - Natürlich durfte auch ein SATAN-Stück in der Setlist nicht fehlen - aufgrund eines kurzfristigen Besetzungswechsels am Bass war es auch wirklich nur ein Stück -, und so spielten die Engländer 'Blades Of Steel'. Damit war der Auftritt von BLITZKRIEG auch fast schon vorbei und es blieb lediglich noch Zeit für die Bandhymne, die den meisten Besuchern wohl vor allem von METALLICA's Cover-Version geläufig war. Dennoch hatte das Publikum im Laufe des Auftritts sehr viel Gefallen an der BLITZKRIEG'schen Kombination von harten, teliweise thrashigen Gitarrenriffs und eingängigen Melodien gefunden, und so wurde lautstark nach einer Zugabe verlangt, die es schließlich mit dem JUDAS PRIEST-Cover 'Hell Bent For Leather' auch gab. - Wenn man davon absieht, dass die Setlist zu stark auf "Absolute Power" konzentriert war und deshalb einige Klassiker nicht gespielt wurden, war es wieder ein großartiger Auftritt einer großartigen Band!
[Martin Schaich]

Setlist:
1. Soul Stealer
2. I'm Not Insane
3. We Rock Forever
4. Unholy Trinity
5. Enchanted Tower
6. Nocturnal Vision
7. Dark City
8. Legion
9. The Wraith
10. Metalizer
11. Blades Of Steel (SATAN)
12. Blitzkrieg
---
13. Hell Bent For Leather (JUDAS PRIEST)


HALLOWEEN

Das Schöne bei Veranstaltungen wie dem KEEP IT TRUE ist, dass man immer wieder auch eine Band zu Gesicht bekommt, die man ansonsten kaum bis gar nicht kennt. So eine Band war in meinem Fall HALLOWEEN, von denen mir nur der Bandname sowie Gerüchte über recht aufwändige Bühnenshows geläufig waren. Deshalb war ich dann auch sehr gespannt, was die amerikanischen Horror-Metaller so zu bieten hätten... - Bevor es losgehen konnte, wurde auf der Bühne ein großes Tor errichtet und auch ein Gartenzaun trennte die Band nun vom Publikum ab. (Und dabei dachte ich, dass Gartenzäune "typisch deutsch" wären...) Im Hintergrund baumelte darüber hinaus noch eine "Leiche" - ein bisschen horror-mäßig sah die Bühne also schon aus... - Die Band stieg mit 'Scared To Death' sowie der Bandhymne 'Halloween' in ihr Set ein und wusste von Anfang an durchaus zu gefallen. Sänger Brian Thomas trat dabei zunächst in einer Kutte mit Kapuze auf, die im Verlauf des Auftritts so manch anderer Verkleidung bzw. Maskierung wich. Bei der Songauswahl berücksichtigten HALLOWEEN sämtliche Phasen der Bandhistorie, wobei vor allem die beiden Alben "Don't Metal With Evil" ('What A Nice Place', 'Tales From The Crypt', 'Busted') und "No One Gets Out" ('Crawl To The Altar', 'If I Die You Die', 'The Thing That Creeps') zum Zuge kamen. Aber auch Songs wie 'Welcome', 'The Fire Still Burns', 'Darkside / Inside' und 'Black Skies' wurden gespielt - ebenso wie ein Stück des Nebenprojekts ABANDON ('Rage'), das mir aufgrund seiner sehr modernen Ausrichtung aber nicht so sehr zusagte. - Die Band spielte im Großen und Ganzen recht gut zusammen, im Mittelpunkt des Geschehens stand aber natürlich Sänger Brian Ross. Er versuchte immer wieder auch das Publikum anzuheizen, was ihm aber nur zum Teil gelang. Zu viele Leute kannten die Band einfach nicht, und so konnte nur in den ersten Reihen von guter Stimmung die Rede sein. Diese Fans der Band wollten sich nach dem abschließenden 'Trick Or Treat' dann auch noch nicht zufrieden geben und forderten eine Zugabe, die mit 'No One Gets Out' auch gegeben wurde. - Unter dem Strich hat mir der Auftritt von HALLOWEEN recht gut gefallen, auch wenn er mich musikalisch nicht gerade zu wahren Begeisterungsstürmen hinriss. Aber vielleicht sollte ich mir die Band auch einfach nur mal auf CD zu Gemüte führen...
[Martin Schaich]

Setlist:
1. Scared To Death
2. Halloween
3. Welcome
4. What A Nice Place
5. Crawl To The Altar
6. If I Die You Die
7. The Fire Still Burns
8. Darkside / Inside
9. Black Skies
10. Tales From The Crypt
11. The Thing That Creeps
12. Rage
13. Busted
14. Trick Or Treat
---
15. No One Gets Out


MANILLA ROAD

So, und nun war es endlich soweit und MANILLA ROAD durften auf die Bühne klettern. Es war zwar inzwischen schon ziemlich spät, doch von Müdigkeitserscheinungen war in der Tauberfrankenhalle auf ein Mal keine Spur mehr. Diese Band verirrt sich ja nur äußerst selten nach Mitteleuropa (zuletzt Bang Your Head 2000), und deshalb durfte man sich eine solche Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen. - Die Erwartungen an MANILLA ROAD waren selbstverständlich sehr hoch, doch enttäuscht wurde von diesem Auftritt sicherlich kaum jemand. Zumindest, wenn man von den Leuten absieht, die keinen anderen Sänger als Mark Shelton höchstpersönlich dulden, und sei er noch so gut. - Wie auch immer - MANILLA ROAD legten gleich mit zwei "Mystification"-Stücken los, nämlich 'Masque Of The Red Death' und 'Death By The Hammer', und ließen sogleich 'Hammer Of The Witches' folgen. - Schon diese ersten Songs machten deutlich, dass MANILLA ROAD an diesem Abend in Toppform waren: Der junge Cory "HardCore" Christner am Schlagzeug und Harvey Patrick am Bass boten eine richtig gute Leistung, am meisten überraschte mich jedoch Sänger Bryan "Hellroadie" Patrick, der sehr souverän auftrat, insbesondere aber stimmlich sehr nahe an die einzigartigen Vocals von Mark Shelton herankam und daher mehr als ein würdiger Ersatz am Gesang war. (Den Unterschied bemerkte man häufig erst im direkten Vergleich.) Über Mark "The Shark" Shelton und seine musikalische Klasse an der Gitarre muss man wohl erst gar nicht mehr reden - das schien manchmal nicht von dieser Welt zu sein. Und ganz verzichten auf die Shelton'schen Vocals mussten die Besucher des KEEP IT TRUE auch nicht, denn einige ruhigere, epische Parts übernahm der Meister höchstpersönlich - so beispielsweise auch bei den folgenden 'Witches' Brew' und 'The Riddle Master'. - Dass das Zusammenstellen einer Setlist bei einer Band wie MANILLA ROAD kein einfaches Unterfangen ist, ist klar, doch die US-Amerikaner haben dieses Problem ganz gut gelöst. Neben den bereits angesprochenen Songs gab es somit beispielsweise noch 'Road Of Kings', 'Up From The Crypt', 'Dig Me No Grave' und 'Flaming Metal System' zu hören, und sogar das "Atlantis Rising"-Album wurde mit dem Doppelpack 'Resurrection' / 'March Of The Gods' berücksichtigt. - Nach 'Mystification' entbrannte dann erstmal eine Diskussion auf der Bühne, mit welchem Song es denn nun weitergehen sollte, ehe dann schließlich 'Necropolis' gespielt wurde. Damit war die Zeit für MANILLA ROAD auch schon fast abgelaufen, denn es gab lediglich noch das grandiose 'Dreams Of Eschaton' zu hören, und dann verließ de Band die Bühne. - Natürlich wurden MANILLA ROAD im Allgemeinen und Mark Shelton im Besonderen vom ersten bis zum letzten Ton enthusiastisch abgefeiert, und so war es auch nicht weiter verwunderlich, dass das begeisterte Publikum zumindest eine Zugabe hören wollte. Dass es diese leider nicht gab, war zwar sehr schade, lag aber wohl an der vorgerückten Stunde... - Ach ja, wer diesen Auftritt verpasst hat, dem ist wohl eines der Metal-Highlights 2004 entgangen!
[Martin Schaich]

Setlist:
1. Masque Of The Red Death
2. Death By The Hammer
3. Hammer Of The Witches
4. Witches' Brew
5. The Riddle Master
6. Road Of Kings
7. Up From The Crypt
8. Dig Me No Grave
9. Resurrection
10. March Of The Gods
11. Gitarrensolo
12. Flaming Metal System
13. Mystification
14. Necropolis
15. Dreams Of Eschaton


Unter dem Strich kann auch die zweite Auflage des KEEP IT TRUE als Erfolg auf der ganzen Linie gewertet werden. Zum einen natürlich für die Besucher, die einige gute und noch mehr sehr gute Bands gesehen haben, und das zu einem wirklich supergünstigen Preis. Zum anderen aber auch für die Veranstalter, für die das gewählte Konzept mit einem solchen Hallen-Festival erneut hervorragend aufging, und eine Zuschauerzahl jenseits der 1000er-Marke spricht ja auch eine deutliche Sprache, sodass sich Oliver und Tarek in ihrer Arbeit durchaus bestätigt fühlen können.
Nach zwei solch erfolgreichen Festivals kann die zwangsläufige Folge nur sein, dass es in absehbarer Zeit eine Neuauflage des KEEP IT TRUE gibt. - Das dachten sich wohl auch die beiden Veranstalter, denn sie haben den Termin hierfür noch in dieses Jahr gelegt, und somit könnt ihr euch schon mal den 6. November notieren. Die ersten Bands stehen auch bereits fest (METAL INQUISITOR, ROTTWEILLER, WITCHFYNDE, SACRED STEEL, JAGUAR, TYRANT'S REIGN und HELSTAR) und machen wohl auch das KEEP IT TRUE III absolut besuchenswert!
[Martin Schaich]

Redakteur:
Martin Schaich

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