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MANOWAR - Höchst

08.04.2019 | 20:50

29.03.2019, Jahrhunderthalle

Sisters And Brothers Of Metal - Here they are: MANOWAR!

Wieder einmal führt uns der Weg nach Höchst in die Jahrhunderthalle. Diesmal hat MANOWAR zur "The Final Battle – Fan Favorites Only"-Tour geladen und wir sind gespannt, was uns diesmal erwartet. Schon die vielen Autokennzeichen auf dem Parkplatz machen eine klare Ansage: "Warriors des Truest Metal Ever" sind hierher von "all over Germany and the world" gepilgert. Aus diversen Autolautsprecherboxen ertönen MANOWAR-Gesänge und mancher gönnt sich noch das eine oder andere Bierchen, bis es Zeit ist, sich in die lange Schlange am Eingang einzureihen. Aber keine Angst, auch dort muss man nicht auf die passende Musik verzichten, steht da doch eine kleine Anhängerbühne, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Sound der "lautesten Band der Welt" den Besuchern zu Gehör zu bringen, was auch tadellos gelingt. Während sich die Schlange ganz entspannt nach vorne schiebt, wird gequatscht und gelacht und alle sind ziemlich gut drauf.

Die Herren von MANOWAR sind natürlich nicht alleine zu ihrer "Final Battle World Tour" gekommen, sondern haben die True-Metal-Power einer komplett ausverkauften Halle vor sich. Da wir am Einlass das Glück haben, mit zu den Ersten zu zählen, können wir sehr schön sehen, wie sich die Halle stetig füllt und auch direkt das phantasievolle Bühnenbild bewundern, das nicht hinter einem Vorhang versteckt ist. In der Mitte befindet sich eine Art Torbogen, dahinter eine "Höhle", die später meistens rötlich-gelb beleuchtet wird und in deren Mitte das Schlagzeug aufgebaut ist. Als neuer Drummer fungiert übrigens Anders Johansson, den viele wahrscheinlich noch aus seinen HAMMERFALL-Zeiten kennen. Neben der "Höhle" stehen hohe Felsen, auf denen gelegentlich Wikinger-Krieger aufgereiht sind, mal mit Schild und Speer, bei 'Warriors Of The World' mit diversen Fahnen. Natürlich gibt es auch eine riesige Videowand, auf der passend zum jeweiligen Song Filme gezeigt werden. In diesem Zusammenhang soll auch der neue Gitarrist E. V. Martel nicht unerwähnt bleiben, der Karl Logan mehr als würdig vertritt.

Wie immer gibt es keine Supportband (was ich nicht unbedingt bedauere) und mit nur wenigen Minuten Verspätung und zwischenzeitlichem "Manowar! Manowar!"-Gegröle ertönt alsbald ein episches Intro. Eingeleitet wird die Show mit den üblichen Worten aus dem Off: "Ladies and gentlemen, from the United States of America – all hail Manowar!", woraufhin ein ekstatischer Jubel ausbricht. Irgendwie habe ich diesmal das Empfinden, dass die Halle aus allen Nähten platzt und das Publikum noch frenetischer ist als zwei Jahre zuvor. Auch das schon angesprochene Bühnenbild ist wesentlich beeindruckender, genauso wie das, was über die Videowand flimmert, auch wenn sich an der Art des Auftritts nichts geändert hat. Aber das erwartet auch niemand, das ist eben MANOWAR. Wobei mir diesmal die Setliste besser gefällt, ganz viele alte Hits - halt so richtig etwas zum Mitgrölen. Und was wäre ein MANOWAR-Konzert ohne Joey DeMaio und sein Basssolo? Gut, den 'Hummelflug' kennt man inzwischen zur Genüge, aber er wird ja immer noch von anderen Bassmelodien umrahmt, gespielt mit wieselflinken Fingern. Und da gibt es einfach nichts zu meckern, das hat Joey wirklich drauf. Er spielt mit dem Publikum und schafft es, sich herrlich selbst zu inszenieren – so wollen die Fans ihn sehen.

Aber bevor Herr DeMaio uns mit seinem Solo beeindruckt, beginnt das Konzert erst einmal mit der bandeigenen Hymne 'Manowar' vom ersten Album "Battle Hymns" und gleichzeitig dem ersten Publikumsaufheizer. Zeit zum Luftholen bleibt jedoch keine, denn es reiht sich Schlag auf Schlag ein Hit an den anderen: Ob 'Call To Arms', 'Brothers Of Metal', 'Thor', 'Blood Of My Enemies', 'The Gods Made Heavy Metal' oder 'Hand Of Doom' - jeder einzelne Song wird lautstark abgefeiert und natürlich mitgesungen. Besonders beindruckend ist das Lichtfeuerwerk bei 'Hand Of Doom'. Bei der nachfolgenden Ballade 'Swords In The Wind' dürfen wieder die Wikinger-Krieger ihren Platz einnehmen und das Publikum singt aus vollem Hals begeistert mit. Aber Gefühlsduselei ist nicht, werden wir doch direkt ins 'House Of Death' geführt und können danach noch hören und sehen, wie Odins Söhne sich wacker im Kampf schlagen, bevor Eric Adam eine kleine Pause einlegt und wir uns am schon erwähnten Solo von Joey erfreuen dürfen, das er in seiner typischen Art und Weise zelebriert.

Mit neuer Sangeskraft wird dann gleich gegen die ganze Welt gekämpft, wobei auf der Videowand gezeigt wird, wie sich die Erde erst aus Metallplatten zusammensetzt, bevor zwei federangetriebene "Stößel-Rammen" mit dazugehörigen Blitzentladungen sich bemühen, sie zu zerstören. In der Erdkugel kann man die Band erkennen, die der Vernichtung trotzt, schließlich ist man ja "made of steel" und lässt sich nicht unterkriegen. Um dies zu untermauern, beschwört man sofort die Kraft des Schwertes herauf, bevor man noch einmal nachdrücklich zu Gehör bringt, dass hier die wahren 'Kings Of Metal' auf der Bühne stehen. Die anwesenden "Warriors" lassen sich natürlich nicht lange bitten und unterstützen ihre Helden textsicher und sehr laut – besonders wenn es heißt "Manowar kills!" - auch wenn das bedeutet, dass sich das Konzert langsam dem Ende zuneigt. Und es macht immer noch Gänsehaut, wenn eine ganze Halle 'Warriors Of The World' singt, während Eric auf der Bühne steht und einfach nur das Mikrofon in die Menge hält, hinter sich die fahnenschwingenden Wikinger. Es ist mitreißend und man kann sich dem nicht entziehen, was wohl auch niemand will, sonst würde man nicht auf ein MANOWAR-Konzert gehen.

Nach riesigem Applaus und lautstarken Zugaberufen kommt die unvermeidliche "Joey's Speech". Sorry, ich mag die Band, aber das ist etwas, worauf ich gerne verzichten könnte. Es ist fast immer dasselbe Gelaber und einfach nur öde. Da wäre ein weiterer Song viel besser, aber da müssen wir halt durch. So freuen wir uns, dass es noch zwei Zugaben gibt: 'Hail And Kill' und 'Black Wind Fire And Steel', bevor Joey seinen Bass kunstvoll zerpflückt, um die herausgerissenen Saiten ausgewählten Besuchern zu reichen und damit das tatsächliche Ende der Show signalisiert wird.

Ich muss gestehen, mir hat es gefallen und wenn ich das glückliche Grinsen auf vielen Gesichtern sehe und die Gespräche verfolge, die ich so mithöre, dann wohl nicht nur mir alleine. Gut eineinhalb Stunden den Alltag hinter sich lassen, einfach mal abhängen und mitgrölen, bis man heiser ist. " MANOWAR - The Final Battle World Tour 2109" das bedeutet, im großen und ganzen eine schnörkellose, geradlinige Show, ohne viel Geschwätz (wenn man von "Joey's Speech" mal absieht), eine coole Setliste, auch wenn der eine oder andere Titel gerne noch hätte dabei sein dürfen und einfach nur jede Menge Spaß. Hail!

Setliste: Manowar; Call To Arms; Brothers Of Metal P. 1; Thor (The Powerhead); Blood Of My Enemies; The Gods Made Heavy Metal; Hand Of Doom; Swords In The Wind; House Of Death; Sons Of Odin; Bass Solo; Fighting The World; The Power Of Thy Sword; Kings Of Metal; Warriors Of The World United; Zugaben: Joey's Speech; Hail And Kill; Black Wind Fire And Steel; Outro: Army Of The Dead, Part II

Redakteur:
Hannelore Hämmer

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