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MEGADETH - Köln

07.07.2016 | 07:43

28.06.2016, Live Music Hall

Dystopia over Cologne!

Dave Mustaine lädt unter der Woche zur großen "Dystopia"-Sause ein und trotzdem ist die Live Music Hall bis auf das allerletzte Fleckchen restlos voll. Mit solch einem guten Album im Gepäck und der Gewissheit, dass "Super Collider" in den Schatten gestellt werden konnte, wollten so viele wie möglich das Thrash-Metal-Urgestein samt halbneuer Mannschaft bewundern.

Doch bevor "Angry" Dave die ersten Riffs aus dem Ärmel schüttelt, beackern die Denver-Thrasher von HAVOK die heiligen Hallen im Herzen von Köln. Da aber bereits zu Beginn aufgrund der schlechten Durchlüftung der LMH sowie der Gewissheit, dass man sich am heutigen Abend sein Durchhaltevermögen sehr weise einteilen sollte, bekommen wir von den vier Amis leider nur außerhalb der Mauern etwas mit. Das, was HAVOK jedoch vom Stapel lässt, klingt äußerst amtlich und dürfte nicht Wenige vor die Bühne gelockt haben.

Und spätestens in der Umbaupause füllt sich die Live Music Hall, bis sie quasi aus allen Nähten platzt, sodass der Hinweis an dieser Stelle gestattet sei, dass es auch 50 bis 100 Karten weniger locker getan hätten. Doch trotz alledem darf man sich auf eine exzellente Show von MEGADETH freuen, was Kollege Tobias Dahs dazu veranlasst, ein paar Zeilen niederzuschreiben:

Dass ich heute Abend in der Live Music Hall stehen würde, um mir eine Show von MEGADETH anzuschauen, hätte ich vor wenigen Wochen noch nicht geglaubt, denn eigentlich hatte ich Mustaines Truppe nach dem desolaten "Super Collider" und dem Abgang von Chris Broderick und Shawn Drover bereits gänzlich abgeschrieben. Doch was sich schon mit dem durchaus starken Album "Dystopia" angedeutet hat, das bestätigt sich auch heute Abend: Die Thrash-Titanen sind mit neuer Besetzung wieder zurück in der Spur! Ganz besonders überzeugt mich dabei Kiko Loureiro, der sich nicht nur als wahrer Aktivposten auf der Bühne entpuppt, sondern zusätzlich auch noch das halsbrecherische Solo im grandiosen 'Tornado Of Souls' perfekt darbietet, sodass selbst Marty Friedman stolz auf den Brasilianer wäre. Aber auch der Rest der Band ist bestens in Form und präsentiert unterstützt von einem hervorragenden Sound und dem imposanten Bühnenaufbau mit ganzen vier Screens eine nahezu perfekte Show. Einzig die Vocals von Dave Mustaine sind stellenweise fast schon etwas zu nah an den Studioaufnahmen, was bei mir doch wieder Zweifel daran nährt, ob hier nicht doch ein paar Gesangsspuren vom Band kommen. Der Stimmung in der Live Music Hall tut das aber keinen Abbruch, auch wenn die Temperaturen inzwischen schon bestes Sauna-Niveau erreicht habe. Einziger Wermutstropfen bleibt so am Ende das Fehlen der beiden Hits 'Trust' und 'A Toute Le Monde' auf der Setlist, die heute durch das recht langweilige 'Post American World' und eine tolle Version von 'Rattlehead' ersetzt werden. Trotzdem bleibt die Show insgesamt ein echtes Erlebnis, das jeden Cent des Eintritts wert war und das auch mich wieder zum MEGADETH-Jünger bekehren konnte. Chapeau, Herr Mustaine!

[Tobias Dahs]

Diesen Worten habe ich nicht viel hinzuzufügen. Mit Kiko an der Gitarre hat Dave einen enormen Gewinn an Land gezogen. Die Souveränität gepaart mit technisch höchstem Know-How und seiner immensen Spielfreude spielt der restlichen Mannschaft bestens in die Karten. Und selbst mein "Dystopia"-Favorit 'Fatal Illusion' ballert auf bockstarkem Level und dürfte mit 'She-Wolf' und natürlich 'Holy Wars' sicherlich zu den Highlights an diesem Abend gehören.

Setlist MEGADETH: Hangar 18, The Threat Is Real, Tornado of Souls, Wake Up Dead, In My Darkest Hour, She-Wolf, Post American World, Sweating Bullets, Poisonous Shadows, Dystopia, Fatal Illusion, Dawn Patrol, Poison Was the Cure, Rattlehead, Symphony of Destruction, Peace Sells, Holy Wars... The Punishment Due

MEGADETH hat sich wieder in die Herzen der Kölner Gemeinde gespielt. Nicht nur auf Platte, sondern speziell live haben die "Dystopia"-Stücke enorm viel Feuer und Durchschlagskraft. In Anbetracht von "Super Collider" kam dieser Rundumschlag zum denkbar günstigsten Zeitpunkt und viele zufriedene Gesichter bestätigen dies.

Redakteur:
Marcel Rapp

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