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M´Era Luna 2002 - Hildesheim

28.08.2002 | 03:02

10.08.2002, Flugplatz Drispenstedt

Erstaunlich, wie sich ein Festival in nur drei Jahren zu einem derartigen Event mausern kann. Fungierte das M’Era Luna erstmalig 2000 mehr oder weniger noch als Ersatz für ein ausgefallenes Zillo-Festival, so gehört es heute mit gut 20 000 bis 30 000 Besuchern zu einem der größten Open-Airs in Deutschland. Angesiedelt auf dem Hildesheimer Flughafengelände Drispenstedt und mit zwei Bühnen – einer Freiluft-Hauptbühne und dem überdachten Hangar – ausgestattet konnten auch dieses Mal wie in den Jahren zuvor einige Szenegrößen aus den Bereichen Gothic, Rock, Metal, Pop, Elektro und EBM für das Billing gewonnen werden, Namen wie HIM, THE GATHERING, THERION, DAS ICH, SOFT CELL oder LONDON AFTER MIDNIGHT sprechen für sich.

Für mich war es das erste M’Era Luna meiner bisherigen Festivallaufbahn, und ich staunte wirklich nicht schlecht, als ich die Massen an Menschen zu Gesicht bekam, die sich auf dem weitläufigen Gelände tummelten. Eine derartig gewaltige Besucherzahl hatte ich bei Weitem nicht erwartet, aber man lernt ja immer wieder dazu :-). Leider an „Personalmangel“ krankend – Kollege Andy musste seine Mithilfe kurzfristig aufgrund gesundheitlicher Probleme absagen – wurden es zwar zwei ziemlich stressige aber trotzdem nette Tage, bei denen mir Gothicparadislerin Steffi und Kumpel Jürgen Eichner (der mit mir auch die lange Fahrt von Stuttgart nach Hildesheim durch Gewitterfronten und buchstäblich überschwemmte Straßen wagte) tatkräftig zur Seite standen – nochmals ein dickes Dankeschön an euch beide!

Diverse persönliche Eindrücke, die das M’Era Luna 2002 bei mir hinterlassen hat, möchte ich dem geneigten Leser ebenfalls nicht vorenthalten:

GELÄNDE: An sich ist das Flugplatzgelände Drispenstedt ein idealer Platz für Festivals und ähnliche Veranstaltungen, aber dass man, wann immer man zur Main Stage oder zum Hangar (beides glücklicherweise nur unwesentlich voneinander entfernt) wollte, erstmal um das ganze Areal herum- und auch noch umständlich über den Campingplatz laufen musste, nervte auf Dauer gehörig, besonders, wenn man nicht zu den Zeltplatznutzern gehörte.
CAMPING: Meines Wissens nach gab es nur den einen großen Zeltplatz, und der erstreckte sich wie eine Stadt vor dem eigentlichen Festivalgelände. Durch den ständigen Regen hatte sich die dazu auserwählte Wiese bereits am ersten Tag in einen wahren Acker mit knöcheltiefen Schlamm- und Wasserlöchern verwandelt, und Besuche bei Bekannten zeigten, dass das Übernachten in den halb im Wasser stehenden Zelten wirklich kein Zuckerschlecken darstellte. Aber man ist ja festivalerprobt... . Stroh zur Bekämpfung der Matschmassen (wie beispielsweise auf dem Wacken Open Air) wurde auf dem Zeltplatz leider nicht gestellt, das gab’s nur hier und da in der Nähe der Bühnen und den Ständen. Wenigstens kam am zweiten Tag die Feuerwehr und pumpte einige der zwischen den Zelten enstandenen Seen leer.
PREISE: Festivaltypisch, das 0,3-Bier oder die Cola gab’s für 2,50 Euro plus 1 Euro Pfand. Allerdings gestaltete sich die Becherrückgabe oft als sehr nervenaufreibend, da man an vielen Ständen einfach nicht beachtet wurde – mein Rekord bei der Rückgabe eines Becher betrug sage und schreibe 30 (!) Minuten... . Neben den normalen Getränken erfreuten sich besonders der Coctail- und der Met-Stand regen Zulaufs, allerdings musste man hier auch um einiges tiefer in die Tasche greifen (z.B. 4,50 Euro für 0,3l Met plus Pfand). Das Essen schlug mit durchschnittlich 4 Euro auch relativ „normal“ zu Buche, allerdings ist es echt unverschämt, diesen Betrag für eine kleine Schale total versalzener Nudeln zu verlangen.
HYGIENE: Da ich (als Warmduscherin :-)) in einem Hotel nächtigte, kann ich über die Wasch- und Erleichterungsmöglichkeiten auf dem Zeltplatz nicht viel sagen, aber die Dixies auf dem Festivalgelände waren zahlreich, zum Großteil sauber bzw. in annehmbarem Zustand und stets gut mit Papier versorgt. Da gab’s nichts zu meckern.
SECURITY: Vorbildlich nett, freundlich und hilfsbereit. Da wurde man sogar mal aufgrund Zeitmangels durch den wesentlich kürzeren Weg Backstage geschleust und entkam so der Gewaltwanderung quer über den Zeltplatz.
SHOPPING: So ziemlich alles, was das Herz begehrte, gab es auf der umfangreichen Einkaufsmeile am Rande des Festivalgeländes zu erstehen. Ob nun Klamotten, CDs, Schmuck, Möbel oder Esoterikzubehör, keine Wünsche wurden offengelassen und Schnäppchen konnte man überall ergattern. Allerdings sollte sich ein gewisser Anbieter, nennen wir ihn einfach mal Xtract, der als einziger seinen Stand umzäunt und mit Türstehern (!) versehen hatte (damit die kurz zuvor noch auf der Bühne gestandenen Künstler in Ruhe und ohne zuviel vom „Fußvolk“ belästigt zu werden einkaufen konnten) ein bisschen in Größenwahnsminderung üben.
SONSTIGES: Rollstuhlfahrer durften die Konzerte vom Bühnengraben aus verfolgen – gute Sache. Ansonsten bleibt nur zu sagen: Fürs Wetter kann wirklich keiner was, aber vielleicht sollte man beim nächsten Mal, wenn man denn schon vorher weiß, dass es Regen geben wird, für etwas mehr Unterstellmöglichkeiten sorgen, denn die Zusammenpferchung unter den Markisen diverser Stände oder im Hangar (LUUUUUFT!!! *röchel*) war nicht grade immer prall. Naja, dafür ergaben sich, wenn man wie ich vorsorglich mit Schirm unterwegs war, immer nette Gespräche mit besonders männlichen Besuchern, die auch unter selbigen wollten :-).

Soweit sogut. Nun aber viel Spaß beim Stöbern in den Konzertberichten.

Eure

Redakteur:
Kathy Schütte

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