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Metalmarkt Wacken - Wacken

24.09.2004 | 06:01

06.08.2004,

Hier ist jetzt in endgültiger Form der Bericht zu den Aktivitäten auf der Metalmarkt-Showbühne auf dem Wacken Open Air 2004. Der Metalmarkt wird wie jedes von Wiehagen Publishing & Eventservice organisiert und stellt mit seinem umfassenden Rahmenprogramm und der eigenen Showbühne einen zusätzlichen Anziehungspunkt da. Viele Händler aus ganz Europa bieten hier alles feil was das Metalherz höher schlagen lässt. Wer sich über die die Metalmärkte und die dazugehörigen Veranstaltungen informieren möchte, besucht am besten: http://www.wiehagen.com
(Herbert Chwalek)


METALMARKT SHOWBÜHNE

MIKE TERRANA
Auf einem RAGE-Konzert nervt mich das Drumsolo des Herrn Terrana nur noch, also eine perfekte Voraussetzung, um den Auftritt mal näher zu begutachten. Was als Erstes auffällt, ist Mikes unbändige Energie und positive Power, mit der er sein imposantes Kit berarbeitete und das trotz der Hitze im Zelt. Allerdings stellten sich nach ein paar Minuten und dem ständigen Doublebassgewitter erste Ermüdunsgerschienungen ein, die auch das Mitsingspielchen nicht beseitigen konnte. Wenn man kein Musiker ist, dann wird das nun mal irgendwann langweilig, so gut das auch sein mag. An Songs spielte Miek dann noch ein Stück von der demnächst erscheinden Solo-CD von Victor Smolski (RAGE-Gitarrenquäler). Klang gar nicht übel, aber nach zwei Minuten, ihr wisst schon. Gleiches gilt für die Bachbearbeitung, die sogar teilweise recht spannend wirkte. Die Reaktionen waren aber im recht gut gefüllten Zelt ziemlich ansprechend, sogar eine Zugabe durfte Herr Terrana noch spielen, eine Jazz/Fusion-Nummer. Danach verschenkte Mike noch ein paar Cymbals, wobei man anerkennend sagen muss, dass sich der Mann während seines Auftritts als echter Sympath entpuppte. Wenn man aber wie ich kein Musiker ist, dann wird das trotz der zweifelsfrei vorhandenen Klasse irgendwann langweilig. Aufgrund der vorher schon erwähnten Reaktionen kam das aber verdammt gut an.
(Herbert Chwalek)

Auf den Solo-Auftritt von Drum-Tier Terrana war sicherlich nicht nur meine Wenigkeit sehr gespannt: Der Gute ist nicht wirklich zu Unrecht als Selbstdarsteller verschrien, und gerade seine recht langen und auf Dauer durchaus eintönig wirkenden Solo-Einlagen bei RAGE-Konzerten haben den Italo-Amerikaner einiges an Sympathien gekostet.
Die Anwesenden dürften allerdings sehr positiv überrascht gewesen sein: Anstelle von ellenlangen, selbstdarstellerischen Eskapaden legte Mike den Schwerpunkt auf die Darbietung seiner Jazz/Fusion-Solostücke oder TABOO VOODOO-Kompositionen, bei denen er nicht nur seine unbestrittene Klasse beweisen konnte, sondern vor allem auch zeigte, wie man eindrucksvolles, technisch perfektes Schlagzeugspiel auch ganz unauffällig und songdienlich darbieten konnte. Die Show kam dabei natürlich nicht zu kurz, aber selbst mit geschlossenen Augen waren diese Teile seines Auftritts meiner unmaßgeblichen Meinung nach mit am besten - ist halt absolut kein Metal, durchaus anspruchsvoll und für eher straight ausgerichtete Lauscher auch etwas gewöhnungsbedürftig. Mike hatte auf jeden Fall 'ne Menge Spaß, und der frenetische Applaus sprach definitiv für sich. Das rappelvolle Zelt kam danach in den Genuss einiger interessant anzuschauender Solo-Einlagen, die man allerdings schon von den RAGE-Konzerten kannte. Allemal sehenswert, aber dass Mr. Terrana viel mehr auf dem Kasten hat, zeigte er beispielsweise bei der Schlagzeug-Begleitung von Bachs (!) 'Konzert für Oboe und Violine', welches auch auf Victor Smolskis neuem Soloalbum verewigt sein wird. Das Ganze war zwar technisch nicht ausgefallen, aber derart gut gemacht und die fast perfekte Verknüpfung aus Klassik und musikalischer Moderne, so dass ich mir hier die Anwesenheit diverser Musiklehrer gewünscht hätte.
Danach gab's noch ein höllisch schnelles und ebenso kurzes Drumsolo, bevor Mike einige CDs und sein Drum-Video im Publikum verteilte, Drumsticks flogen ebenfalls in regelmäßigen Abständen und wurden vom gierigen Publikum fast aufgefressen.
Das Drum-Vieh kam im Übrigen trotz seines unbestreitbaren übergroßen Egos extrem sympathisch und lustig an, insbesondere die Ansagen und witzigen Mitsing-Parts ('I'm too sexy' wollte man ihm aber nicht wirklich abkaufen) haben meine Sympathie für den Trommel-Dynamo deutlich erhöht. Die Menge fraß ihm aus der Hand, und der überwältigende Applaus zum Ende zeigte doch, dass auch ein Mensch alleine hinter seinem Drumkit eine tolle Show abliefern kann. Vor allem kann man jetzt mit Fug und Recht behaupten, dass Terrana wirklich ein leidenschaftlicher Drummer ist, was ich ihm vor diesem Auftritt ganz ehrlich eher abgesprochen hätte.
Absolut sehenswert - wer hier nicht anwesend war, hat definitiv etwas verpasst.
(Rouven Dorn)

ONKEL TOM
Die lauten Sprechchöre machten selbst dem Unwissenden schnell klar, was die Meute wollte: ONKEL TOM! Und der hatte nicht nur seine gesamte Band mitgebracht, die sich aber eh nur im Hintergrund aufhielt und Bier vernichtete, sondern auch Manni Eisenblätter, der den Moderatorpart übernahm und durchs Programm führte. Obwohl, viel Programm gab es nicht: Es gab sechs Durchgänge lang Kampftrinken, wer als Schnellster eine Bierflasche leerte, gewann. Am Anfang dauerte das noch etwas, bis jemand auf die Idee kam, den Flascheninhalt in Becher umzufüllen. Am coolsten war dabei der Apparat eines Bewerbers irgendwo zwischen Luftmatratzenpumpe und Trichter. Beim Finaldurchgang, zu dem die sechs Besten (allesamt Männer, die angetretenen Frauen hatten keine Chance) nochmals antraten, dauerte es allerdings einige Minuten, bis der Apparat startklar war, zum Sieg reichte es dennoch nicht. Der glückliche Gewinner, Markus aus Ostfriesland im Manowarshirt, durfte dann bei der folgenden Stripshow mit auf die Bühne. Tom Angelripper gab währenddessen den Kumpel, erteilte jeglichen Rockstarattitüden eine deutliche Absage und kündigte an, bei seinem Gig mit der Feuerwehrkapelle für ordentlich Party sorgen zu wollen, was beim Publikum begeistert ankam. Immer wieder wurden ONKEL TOM-Klassiker angestimmt, die Angelripper auch bereiwillig mitsang bzw. mitzusingen vorgab. Alles in allem hatte das Ganze mehr von einem Bierzelt als von einer Metalshow, den Anwesenden hat es es aber ersichtlich viel Spaß gemacht und das ist schließlich die Hauptsache! Da ist es dann auch ziemlich egal, dass mich der Kram langweilte ...
(Herbert Chwalek)

TILL BURGWÄCHTER
Was gibt es über Till Burgwächter noch viel zu sagen? "JGTHM" und "Schmerztöter" sind innerhalb von kürzester Zeit vollkommen zu Recht zu Klassikern avanciert, und die bisherigen Lese-Tourneen sprechen mit ihrem Erfolg für sich.
Leider hatte Mike Terrana, welch Wunder, deutlich überzogen, was vielleicht der Grund dafür war, dass das Zelt nur zu gut der Hälfte bis zu zwei Dritteln gefüllt war. Technische Probleme mit dem Mikro gab es auch noch, aber letztendlich darf Tills Auftritt - wie nicht anders zu erwarten - als voller Erfolg gewertet werden. Wer seine Pointen so zielsicher unters Volk bringt und auch noch das Gespür dafür hat, welche Themen bei der versammelten Metal-Gemeinde besonderen Lach-Anklang finden, der hat sich seinen Applaus redlich verdient.
Ganz egal, ob die unsägliche Osbournes-Reality-Soap mitsamt derben Seitenhieben auf Jack und Kelly (die aber die lautesten Lacher ernteten), Black-Metal-Evilness im Alltag oder der Geist Joey DeMaios, hier wurde jedes erdenkliche Klischee ordentlich durch den Kakao gezogen, insbesondere das letzte Thema erlangte durch den oberpeinlichen Auftritt von Mr. Oberposer im Rahmen der DIO-Show sogar noch eine sehr amüsante aktuelle Note.
Summa summarum: Burgwächter-Auftritte sind definitiv zu empfehlen, denn live und mitsamt guter Intonation und Betonung kommt das Material nämlich nochmals um eine Klasse besser rüber. Mehr davon!
Und: Metaller verstehen doch Spaß ... ;-)
(Rouven Dorn)

DEVIL WOMAN SHOW
Vor der Bühne im Marktzelt war es richtig voll, nicht nur mit Männern, sondern auch (eifersüchtigen?) Freundinnen. Alle warteten sie auf die hübschen Stripperinnen, die aber eine ganze Weile auf sich warten ließen. Dann ging's endlich los. Der erste Strip einer Dunkelhaarigen mit roter Wäsche fiel noch relativ brav aus, ganz im Gegensatz zu Nummer zwei: Das Catwoman-Kostüm und sein "Inhalt" sahen ganz schön scharf aus. An manchen Stellen wollte sich die schwarze "Hülle" zwar nicht so recht von ihrer Besitzerin öffnen lassen, dennoch kamen die Besucher auch bei der Blondhaarigen auf ihre Kosten. Bei der dritten Stripperin kam das dann vor allem ein Besucher: Die schöne Dunkelhaarige suchte sich ein "Opfer" aus – ausgerechnet den dicksten mit nacktem Oberkörper, der im ganzen Zelt stand (sorry, dieser Kommentar muss mal erlaubt sein). Sie peitschte ihn aus, übergoss ihn mit Wachs und setzte ihn auf einen Stuhl. Dann platzierte sie sich auf seinem Schoß und ließ langsam die Hüllen fallen. Diesen Moment dürfte unser Dickerchen wohl nicht so schnell vergessen, und die zahlreichen Zuschauer fieberten schon der nächsten Stripshow entgegen. Was soll ich weiter beschreiben, seht euch einfach meine Fotos an!
(Carsten Praeg)

Redakteur:
Herbert Chwalek

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